Ein Genuss für Jung und Alt

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Doppelte Freude: Die beidem Dirigenten joachim Weiss (voren) und Alexander Dreher.
Doppelte Freude: Die beidem Dirigenten joachim Weiss (voren) und Alexander Dreher. (Foto: Rudi Weiss)
Rudi Martin

Alljährlich bietet die Stadtkapelle Bad Waldsee ihr traditionelles Jahreskonzert am ersten Adventswochenende an. Ein Konzert, das stets ein kultureller Höhepunkt in Bad Waldsee ist. Auch dieses Mal begeisterte die Stadtkapelle gemeinsam mit dem Jugendblasorchester Jung und Alt gleichermaßen. Kein Wunder also, dass es stadtübergreifend wieder eine riesige Besucherschar an beiden Konzerttagen in die Stadthalle zog. Der mit vielen Lichterketten vorweihnachlich geschmückte Saal war jeweils voll besetzt.

Vorstandssprecher Franz Gapp begrüßte die Gäste aus nah und fern, zu denen die gesamte Spitze der Stadtverwaltung sowie Repräsentanten der Kirche, aus der Politik, des Blasmusikverbandes, der Jugendmusikschule, Vertreter vieler Musikvereine und die Ehrenmitglieder gehörten.

Den gelungenen Auftakt des Konzertabends gestaltete das Jugendblasorchester der Stadt Bad Waldsee (JBO) recht rockig mit „Straigt Fit- Rock for Band“ (Thiemo Kraas). Der Leiter des JBO Alexander Dreher hatte wieder eine recht ansprechende Auswahl an gefälligen Musikstücken getroffen. Die Konzertbeiträge des JBO moderierte Pius Bucher unterhaltsam und ausgesprochen souverän.

Mit „Movie Milstones“ (Hans Zimmer, Arrangement Michael Brown) folgte ein effektvolles Medley mit bekannten Melodien der Filmmusik wie „ Miss Daisy und ihr Chauffeur;“, „Der König der Löwen“, „Fluch der Karibik“. Der Tutti-Sound kam voll rüber. Eine musikalische Rückblende ins Jahr 1969, als die Raumfähre Apllo 11 auf dem Mond landete, vermittelte das JBO mit dem mitreißenden Werk „Mission to the Moon“ (Otto M. Schwarz). Mit einem weiteren Medley „Rocky on Broadway“ (Arrangeur Patrick Roszell) begeisterte das JBO das Publikum mit den eingängigen Melodien des Musicals „Rocky“, ehe die Jungmusikanten die Bühne frei machten für das 73-köpfige, große Ensemble der Stadtkapelle. Dirigent Joachim Weiß hatte seit September intensiv in vielen Proben eine qualitativ hochstehende Konzertfolge eingeübt, die als herausragende, blasmusikalische Herausforderung angenommen und jetzt meisterlich bewältigt wurde. Durch das Programm führte charmant informatif auf bewährte Weise Melany Bukowsky.

Schon der eröffnende Konzertmarsch „Jupiter“ (Grand March von Jan von der Roost) gab die Richtung für diesen Konzertabend vor. Mit Schlaginstrumenten und Holzbläsern erfolgte der Start bis nach und nach andere Instrumentengruppen und schließlich das gesamte Blasorchester zu einem melodischen Ganzen geführt wurden. Zwei moderne Werke aus der Feder des jungen Komponisten Guido Rennert - er gehört einem Musikkorps der Bundeswehr an - standen im Mittelpunkt des Jahreskonzertes. Mit der sinfonischen Dichtung „Hamburg - das Tor zur Welt“ hat Rennert ein Werk geschaffen, das die Einzigartigkeit einer berührenden Tondichtung voll zur Geltung bringt im Sinne von „Klang steht über alles“. Die Musiker mit den Solisten Christine Behringer (Harfe), Alexander Dreher (Akkordeon), Franz Rief (E-Gitarre) besonders auch die Rhythmusgeber vollbrachten eine Meisterleistung.

Genauso glänzten im anderen Rennert-Werk mit dem Titel „Udo Jürgens – das Beste“, das der Komponist in Erinnerung an den unvergessenen Udo Jürgens verfasst hatte, eine ganze Reihe von Solisten, so Anna Auer (Querflöte), Rainer Bucher (Saxophon), Stefan Mutter (Saxophon), Theresa Oberhofer (Flügelhorn), Patrick Doubeck (Trompete), Hans-Martin Maucher Tenorhorn) und Gerald Auer (Posaune). Den brausenden Beifall hatten sich Orchester und Dirigent Joachim Weiss redlich verdient. Schließlich wurde eine Komposition der Höchststufe super bewältigt. Die weiteren Konzertbeiträge „Via Aurelia“ (Sven von Calster) mit einem musikalischen Ausflug nach Rom, dem Stück „ Simon’s Song“, das der Komponist Stephan Hutter seinem verstorbenen Cousin und Organspender Simon Schuler gewidmet hatte und sehr ausdrucksstark vom Orchester und den Solisten Franz (Gapp) und Stefan Mutter intoniert wurde, wie auch das abschießende Choralstück „To my Country“ (Berhard Zweers, Arrangement Johan de Meij) lösten ebenfalls langen, geradezu frenetischen Beifall aus.

Zugaben wurden regelrecht herbeigeklatscht.. Die beiden Dirigenten hatten vorgesorgt und den gesamten Klangkörper (JBO und Stadtkapelle) mit insgesamt 122 Mitwirkenden auf die Bühne gebeten Alexander Dreher dirigierte die Zugabe „Cinderella’s Dance“ (arrangiert von Kurt Gäble), eine zauberhafte Komposition aus dem Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Mit nochmals prasselndem Applaus wurden die beiden Dirigenten und die Musikanten bedacht.

Vom Vorstandstrio brachte Theresa Strobel zum Audruck, wie erfreut und stolz die Stadtkapelleist über den enormen Zuspruch ist. Sie bedankte ganz besonders sich bei den Dirigenten und Moderatoren mit Präsenten sowie bei allen Mitwirkenden, Unterstützern und den in großer Anzahl gekommenen Zuhören.

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