Digitalisierung: Nachholbedarf im ländlichen Raum

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Christoph Neyer (rechts) berichtet Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Zweiter von rechts) lebendig von seinem Arbeitsalltag.
Christoph Neyer (rechts) berichtet Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Zweiter von rechts) lebendig von seinem Arbeitsalltag. (Foto: Wolfgang Heyer)
Redaktionsleiter

Ein leidenschaftliches Plädoyer für einen schnellen Breitbandausbau im ländlichen Raum hat Christoph Neyer, Geschäftsführer der Neyer Landtechnik, am Donnerstagmorgen bei einem Besuch des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel gehalten.

Ihm, wie auch den anwesenden Bundestagsabgeordneten Axel Müller und Josef Rief, beschrieb Neyer die unbefriedigende Internetsituation in Mennisweiler mit deutlichen Worten: „Wir nutzen LTE und haben das größte Datenpacket des Anbieters gekauft. Das tägliche Datenvolumen ist aber nachmittags aufgebraucht und dann arbeiten wir wie im Mittelalter. Das ist unglaublich.“ Welchen Stellenwert schnelles Internet für die Zukunft der Firma hat, verdeutlichte Neyer mit den Zukunftsplänen der Firma. So solle die nächste Filiale des Landtechnikbetriebs online entstehen. Auch den Fachkräftemangel sprach Neyer kritisch an: „Wir finden keine Auszubildenden.“

Müller notierte sich die Belange der Bad Waldseer Firma und ging gezielt auf den Breitbandausbau ein. Der CDU-Bundestagsabgeordnete fand ebenfalls klare Formulierungen: „Beim Breitbandausbau scheitert es zum Teil an der Akzeptanz – wenn beispielsweise monatelang in Gemeinderäten diskutiert wird, ob da nun Strahlen von einem Masten ausgehen oder nicht.“ Um die Digitalisierung in der Region voranzubringen, plant der Abgeordnete eine große Breitband-Konferenz. Voraussichtlich am 17. Juli sollen Bürgermeister aus dem Landkreis, Vertreter ortsansässiger Unternehmen, der Telekom, des Landratsamtes und des Breitbandbüros aus Berlin zusammenkommen. „Wir sind in Sachen Digitalisierung hinten dran und müssen besser werden“, räumte Müller ein und ergänzte: „Aber ich bin zuversichtlich.“ Fuchtel wies noch darauf hin, dass es im Bundesministerium eine eigene Ministerstelle für Digitales gibt.

Bürgermeister Roland Weinschenk zeigte sich ob des politischen Besuchs vor Ort erfreut. Er räumte ebenfalls ein, dass es in Sachen Breitband Defizite gebe. „Aber wir haben nun ein Konzept, arbeiten mit dem Zweckverband Breitband zusammen und sind auf einem guten Weg.“

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