Die Narren sind abgestaubt und aufgewärmt

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 Auch der Hofnarr wurde abgestaubt.
Auch der Hofnarr wurde abgestaubt. (Foto: Narrenzunft Waldsee)
Schwäbische Zeitung

Die Waldseer Narren haben die diesjährige Fasnet mit dem Motto „Olympia in Rio, Peking und Pyeongchang – dieses Jahr ist Waldsee dran“ ganz dem Sport gewidmet und sind damit laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung einen Schritt voraus – da der Sportentwicklungsplan bekanntlich noch in den Kinderschuhen steckt.

Jeder Sportler weiß, dass vor der körperlichen Höchstleistung am besten ein Aufwärmprogramm stehen sollte. Das beherzigte auch die Narrenzunft Waldsee. Und so fand am Abend des Dreikönigstages ihr traditionelles Fasnets-Warm-Up, das Gschellabstauben, in der Stadthalle statt. Schon beim Einmarsch des Sammlervölkles und der Sammlermusik zu den Klängen des Sammlermarsches wurde die Handmuskulatur der Besucher durch eifriges Mitklatschen erstmals beansprucht, und bei der Eröffnung durch Sammlerkönig Berthold Schmidinger wurden auch die Stimmbänder durch erste „AHA“-Rufe schon trainiert. Und weil es sich ja nicht gehört, in staubiger Sportkleidung am Wettkampf teilzunehmen staubten die Sammler das Publikum fleißig ab.

Dann endlich durfte die Prinzengruppe ihre monatelange Bewegungslosigkeit in der Narrentruhe beenden und die noch etwas eingerosteten Gliedmaßen endlich wieder vorsichtig in Gang bringen. Sogar das olympische Feuer hatten sie mitgebracht. Auch die Nachtwächtergruppe schüttelte den Staub aus Narrenschelle und Trommel. Sowohl Hofmarschall Felix Schmidinger als auch Narr Alexander Bösch beklagten, dass im vergangenen Jahr gar nicht viel Neues passiert sei, was sie närrisch auf die Schippe nehmen könnten, weil seit Jahren immer die gleichen Themen, wie Bleiche und Busbuchten, diskutiert würden.

Von allen Rednern wurde der „Osterhofener Kapellenstreit“ thematisiert, teilt Matthias Moser von der Narrenzunft mit. Büttel Franz Müller sei sich sicher gewesen, dass dieser unter dem Titel „Don Stefano und Manzone“ demnächst verfilmt würde, und Alexander Bösch habe gar die Exkommunikation auf den Stadtkämmerer zukommen sehen. Bösch habe außerdem die Gelegenheit genutzt, die erst kürzlich aufgestellte Behauptung eines Kurgastes, Bad Waldsee sei ein „trostloses Kaff“, narrensicher zu widerlegen.

Dann endlich wurden auch Faselhannes, Narro, Federle, Schorrenweible und Schrättele aus der Narrentruhe befreit. Dass ihnen sportliche Betätigung und Bewegung im Blut liegt, bewiesen sie nachdem auch sie gesäubert worden waren und juckten erstmals zu den Klängen des Narrenmarsches durch die Halle. Nach dem Programm hatten viele selbst Lust auf Bewegung bekommen und tanzten zu den Klängen der Band Ikarus. Eins steht laut Narrenzunft fest: Nach diesem Aufwärmprogramm seien die Waldseer Narren bestens vorbereitet, um in den nächsten Wochen Höchstleistungen zu erbringen.

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