Die Künstlerin ordnet das religiöse Artefakt dem Lauf der Zeit unter.
Die Künstlerin ordnet das religiöse Artefakt dem Lauf der Zeit unter. (Foto: Veranstalter)
Schwäbische Zeitung

Der Kunstraum „Kleine Galerie“ im Haus am Stadtsee lädt am Sonntag, 12. Mai, um 11 Uhr zur Vernissage seiner kommenden Ausstellung am Sonntag, 12. Mai. Gezeigt wird „Installation (und mehr)“ von Dorothea Grathwohl. Eine Einführung in die Ausstellung gibt der Ulmer Kulturjournalist Otfried Käppeler, begrüßt werden die Gäste von Axel F. Otterbach.

Die Ulmer Künstlerin Dorothea Grathwohl arbeitet seit nunmehr vier Jahren mit der jüdischen Kippa. Laut Pressemitteilung der Veranstalter wird das religiöse Stück versachlicht, indem es ironisch, ästhetisch, ernsthaft oder auch humoristisch in Bild, Objekt oder Installation gesetzt wird.

Im Rahmen der Triennale Ulmer Kunst 2015 sei so eine bodenfüllende Arbeit in der Kunsthalle Weishaupt emtstanden. Dort ordnete die Künstlerin das religiöse Artefakt dem Lauf der Zeit unter. Die schwarzen Kopfbedeckungen wurden mit einer weißen Leine versehen, quasi ein Mittel, das eine mögliche Ordnung mit sich bringen kann. Diese kurze Leine wurde nun in einer beständigen Rotation von 12 Uhr, 3 Uhr, 6 Uhr und 9 Uhr ausgelegt und in gleichmäßigem Abstand auf rund 44 m² vor der Schauwand in der Halle installiert.

Der Betrachter wird eingeladen, einen objektiven Blick auf das Material zu werfen. Ist das noch ein Kippa? Oder sind das 50 kleine, kreis- und halbrunde Stoffteile mit einer angenähten Schnur? Dorothea Grathwohl dekliniert ihr Thema konsequent durch und variiert in unterschiedlichen Techniken. Die Ausstellung ist bis 30. Juni zu sehen.

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