Die Digitalisierung im Klassenzimmer wirft Fragen auf

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 Auch über Tablets im Klassenzimmer wurde bei der Gemeinderatssitzung in Bad Waldsee gesprochen.
Auch über Tablets im Klassenzimmer wurde bei der Gemeinderatssitzung in Bad Waldsee gesprochen. (Foto: dpa/Arne Dedert)
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Die Stadt Bad Waldsee wird einen Zuschussantrag beim Bund für die weiteren Schulbausanierungen stellen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Gleichwohl gab es eine lange Debatte zur Digitalisierung im Klassenzimmer.

In den Jahren 2019 bis 2022 stehen am Bildungszentrum Döchtbühl sowie in der Grundschule Reute Investitionen in Höhe von rund zwei Millionen Euro an (die SZ berichtete: „Stadt plant weitere Schulbausanierungen“, 16. November). 21 Bauprojekte sind geplant. Einstimmig hatte der Verwaltungsausschuss in seiner Vorberatung zugestimmt. In jener Sitzung plädierte Bernhard Schultes (FW) für eine mit den Rektoren abgestimmte digitale Vernetzung. „Was bedeutet Digitalisierung im Klassenzimmer? Wie sieht das Konzept an anderen Schulen aus. Und ist das alles, was Waldsee für neuartige Unterrichtsformen tut“, fragte Schultes im Gemeinderat und zeigte sich irritiert. Schließlich habe er diese Fragen auch schriftlich an die Stadtverwaltung gestellt und sich „gewundert, dass ich so gar keine Rückmeldung bekommen habe“. Bei der Bildungsmesse sei außerdem ein Medienentwicklungsplan angesprochen worden. „Darüber möchte man als Gemeinderat schon informiert werden“, sagte Schultes.

Thomas Manz, Erster Beigeordneter der Stadt verdeutlichte dem Gremium anschließend die Tücken der möglichen Bundesförderung. So seien die Mittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz ausgeschöpft und beim aktuellen „Pakt für gute Bildung und Betreuung“, der sich der Digitalisierung an Schulen widmet, gebe es nur Einmalzahlungen für 2019. Exemplarisch nannte Manz die Anschaffung von Tablets für die Klassenzimmer. Er bezifferte deren Lebensdauer auf zwei bis drei Jahre. „Und dann haben wir Folgekosten in enormer Höhe. Da muss man einfach unterscheiden, was ist Pflicht und was ist Kür“, betonte Manz und ließ zudem wissen, dass der Medienentwicklungsplans derzeit „hausintern erarbeitet“ wird.

Dominik Souard bezeichnete die Gesamtthematik als komplex und wünschte sich eine breit angelegte Diskussion im Gremium. Der GAL-Stadtrat fragte nach, ob Internet im Klassenzimmer vorgesehen ist. Manz verwies auf den Medienentwicklungsplan, der aktuell erarbeitet werde. Bernadette Behr (FW) bat darum, die Schulleiter in die Ausarbeitung dieses Plans einzubeziehen. Wilhelm Heine (CDU) informierte sich nach dem zeitlichen Ablauf der Sanierungsmaßnahmen und ob sie während der Schulzeit durchgeführt werden. „Diese Maßnahmen können während den Ferien abgearbeitet werden – plus minus zwei Wochen vorher und nachher“, erklärte Stadtbaumeister Andrea Denzel.

Die zuständige Fachbereichsleiterin Gerlinde Buemann machte das Gremium darauf aufmerksam, dass die Rektoren im Vorfeld mit eingebunden worden sind. „Die Investitionsliste ist ihnen zugegangen. Dabei wurde die Priorisierung abgefragt. Daraus wurde das Paket geschnürt“, erläuterte Buemann und ergänzte, dass der Antrag bis zum Jahresende beim Bund vorliegen muss.

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