Das Stück „Bandscheibenvorfall“ feiert am 30. März in der Klinik im Hofgarten Premiere

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Regisseur Brian Lausund (ganz links) bei einer Probe des aktuellen Stücks im Musiksaal des Gymnasiums mit den Darstellern (von l
Regisseur Brian Lausund (ganz links) bei einer Probe des aktuellen Stücks im Musiksaal des Gymnasiums mit den Darstellern (von links) Sabine Jenkner, Mario Pfob und Wolfram Albinger. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Das „Amviehtheater“ des Kulturvereins „Spektrum K“ bringt in der Spielzeit 2019 die Farce „Bandscheibenvorfall – ein Abend für Leute mit Haltungsschäden“ von Ingrid Lausund auf die Bühne. Seine Uraufführung erlebte das bitterböse Bürostück mit absurden Szenen im Jahr 2002 am Hamburger Schauspielhaus und füllt seither deutschlandweit die Theatersäle. Regie führt in Bad Waldsee der Dramaturg und Autor Brian Lausund aus Bergatreute. Premiere ist am Samstag, 30. März, in der Säulenhalle der Klinik im Hofgarten.

Bei diesem Stück, das die Lausund-Truppe in einer Rehaklinik auf die Bühne bringt, handelt es sich um einen absurd-komischen Abgesang auf das menschliche Talent, sich das Leben gegenseitig schwer zu machen. Es geht um innerbetriebliches Mobbing, um Kämpfe am Arbeitsplatz, bei denen scheinbar alle Mittel erlaubt sind. Fünf Angestellte warten in der „Deutschland AG“ vor der Tür zum Chef – im Vorzimmer der Hölle – auf ihren großen Auftritt beim Vorgesetzten. Noch haben sie alle ihren Job, aber der Zuschauer wird Zeuge dessen, was Beschäftigte alles mit sich machen lassen, um diesen auch zu behalten und dafür Konkurrenten zum Teufel zu jagen.

Schauspielerisches Talent ist also gefragt bei dieser bösen Farce. Aber daran mangelt es den Darstellern Wolfram Albinger, Christoph Bader, Wiltrud Fach, Melanie Haug, Bertram Hochdorfer, Sabine Jenkner, Jenny Koch und Mario Pfob weiß Gott nicht, wie bei den freitäglichen Proben im Musiksaal des Gymnasiums deutlich wird. Regisseur Lausund jedenfalls ist höchst zufrieden mit seiner Truppe, die „für Amateure ein tolles Niveau hat, sehr diszipliniert arbeitet und sich auch was sagen lässt von der Regie“, würdigt der Wahl-Oberschwabe im SZ-Gespräch das Engagement der Spieler.

Eine Farce ist bekanntlich ein erheiterndes Theaterspiel, bei dem man sich auf Kosten anderer bestens amüsieren kann. Aber warum ist dieses Stück eigentlich so komisch, wo das Thema an sich bitter ernst ist und immer mehr Arbeitnehmer betrifft? Lausund weiß es auch nicht so recht, dabei wird der „Bandscheibenvorfall“ seit bald 20 Jahren auf vielen deutschen Bühnen mit großem Erfolg gespielt. „Bei der ersten Inszenierung kamen ganze Abteilungen Hamburger Firmen zu den Aufführungen. Die Angestellten haben bei ihren ersten Lachimpulsen aber zuerst zu ihren Vorgesetzten geschielt, ob die auch lachen, und erst nach dieser Rückversicherung selbst gelacht“, erzählt der Regisseur.

Was ist nun aber so komisch daran, dass wir alle wissen, wie es um uns selbst bestellt ist am Arbeitsplatz und was wir zu tun bereit sind, um die eigene Haut zu retten? Oder ist das alles nur noch zum Lachen? Eine Groteske? Die Antwort darauf gibt die diesjährige Inszenierung des „Amviehtheaters“ – ein Besuch der sechs Aufführungen sei Arbeitskollegen und Belegschaften wärmstens empfohlen – aber nicht nur diesen.

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