Der Erntealtar in der Wallfahrtskirche Reute wurde von Ingrid Maucher und Gertrud Schmid gestaltet.
Der Erntealtar in der Wallfahrtskirche Reute wurde von Ingrid Maucher und Gertrud Schmid gestaltet. (Foto: Steffi Rist)
Steffi Rist

Ganz im Zeichen des Erntedankes hat der vergangene Sonntag gestanden. So feierten auch die Gläubigen aus Reute-Gaisbeuren diesen Festtag. Pfarrer Thomas Bucher zelebrierte den Festgottesdienst. Stellvertretend für die Landfrauen und die Ortsgruppe des Bauernverbandes schmückten Ingrid Maucher und Gertrud Schmid den Erntealtar. Mit liebevollen Details zeigten sie die Pracht der diesjährigen Ernte.

In seiner Ansprache brachte Pfarrer Bucher klar zum Ausdruck, dass jeder für etwas zu danken hat. Nicht nur die Frucht des Feldes, auch manche Kleinigkeit im täglichen Leben geben die Möglichkeit, dankbar zu sein. Der Festgottesdienst wurde von der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren musikalisch umrahmt. Des Weiteren spielte Bernadette Behr auf der Orgel zur gesanglichen Unterstützung. Maucher verlas die gemeinsame Erntedankerklärung 2018, des Deutschen Landfrauenverbandes (dlv), des Evangelischen Dienstes auf dem Lande in der EKD (EDL), der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Hier wurde deutlich, dass die Menschen abhängig von der Natur sind.

Gerade dieses Jahr sollte dies zu denken geben. Die Dürre im Land wurde für viele Landwirtsfamilien zur existenzbedrohenden Grundlage ihres Schaffens. Für viele Höfe reicht die eingefahrene Ernte nicht, die Tiere ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Oft sei der letzte Ausweg nur noch das Schlachten der Tiere. Die Erklärung mahnte zum Nachdenken – auch wenn die Güter knapp werden und nicht zu jeder Zeit verfügbar sind, ist dies in der Regel in den Supermärkten nicht sichtbar. Solange in den Supermärkten „geerntet“ wird und keine Not erkennbar ist, gehe die Demut für die Gaben der Schöpfung verloren. Nach wie vor werden jährlich rund 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel in den Müll geworfen. Die Vereinigungen fordern daher mehr Wertschätzung für Lebensmittel und auch für Erzeuger.

Verstärkter regionaler und saisonaler Einkauf stärkt die heimische Landwirtschaft und somit auch die Existenzsicherung der heimischen Bauernfamilien. Der Aufruf geht hin zu besser informierten Verbrauchern, die bewusst einkaufen und über hauswirtschaftliche Kompetenzen verfügen. Dies kann durch planvolles Einkaufen, gutes Lagern, sowie Freude und Ideenreichtum beim Kochen geschehen. Das Einkaufsverhalten aller bestimme, welche Produktionsformen unterstützt werden und ob die bäuerliche Landwirtschaft eine Zukunft habe. Bewusst müsse allen dabei sein, dass trotz aller technischen Unterstützung nicht alles planbar ist.

Die Ortsgruppe Reute-Gaisbeuren zeigte sich im Gespräch mit Wilhelm Heine, Vorstand der Ortsgruppe, trotz allem sehr dankbar für die diesjährige Ernte. Es dürfe hier nicht gejammert werden, da die andauernde Hitze mit wenig Niederschlag das Ortsgebiet hier nicht so getroffen haben, wie manchen Landwirt keine 50 Kilometer weit weg von hier, lautete das Credo.

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