Caravaning-Trend ist auf dem Wohnmobilstellplatz spürbar

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 Den Brötchen- und Zeitungsservice von Bäcker Usenbenz nehmen die Caravanfreunde auf dem Waldseer Wohnmobilstellplatz am Unteru
Den Brötchen- und Zeitungsservice von Bäcker Usenbenz nehmen die Caravanfreunde auf dem Waldseer Wohnmobilstellplatz am Unterurbacher Weg gerne in Anspruch. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Der Caravaning-Trend macht sich auf dem Waldseer Wohnmobilstellplatz deutlich bemerkbar: Die Tourismusbilanz für das erste Halbjahr 2018 weist hier mit 9282 Übernachtungen 2000 mehr aus als im Vergleichszeitrum des Vorjahres. Dies entspricht einem Zuwachs von gut 27 Prozent. Auch die Anbieter von Ferienwohnungen dürfen sich über ein Plus von gut neun Prozent freuen. Leichte Einbußen hinnehmen mussten die Hotels und die Bildungseinrichtungen. Diese Zahlen gehen aus der Übernachtungsstatistik hervor, die die Städtische Kurverwaltung jetzt vorgelegt hat.

„Dieser Platz ist wirklich sehr schön, wir waren schon mehrfach hier und wir wüssten nichts, was die Stadt verbessern könnte!“ Das Lob stammt von Birgit und Hermann Bock aus Husum, die am vergangenen Wochenende zwei herrliche Spätsommertage auf dem Wohnmobilstellplatz am Unterurbacher Weg genossen haben, bevor sie ihre Reise in den Süden fortsetzen. Und wie inzwischen fast immer, war die Anlage auch dieses Mal bis auf den letzten Platz besetzt mit Freizeitfahrzeugen aller Art. Kein Wunder, dass sich Bäcker Usenbenz aus Bad Schussenried täglich über Warteschlangen vor seinem Verkaufsmobil freuen darf, wenn er um 8 Uhr in der Frühe frische Brötchen und Zeitungen anliefert für die Camperfreunde. „Wir kommen, so lange das Wetter so schön ist. Letztes Jahr war das bis in den Dezember hinein“, berichtete die Verkäuferin am Montagmorgen.

Angesichts des Bilderbuch-Sommers ist es also nicht verwunderlich, dass der Wohnmobilstellplatz einen großen Anteil hat an der aktuellen Tourismusbilanz von Januar bis Juni 2018. Mit einer Zunahme von 27,3 Prozent ist der Reisemobil-Stellplatz, der von „Pro Mobil“ heuer zum „Stellplatz des Monats April“ gekürt wurde, Spitzenreiter. In Folge dieser besonderen Auszeichnung waren die 39 großzügig bemessenen Stellplätze nicht nur an den Wochenenden regelmäßig ausgebucht, sondern vielfach auch werktags. Kurgeschäftsführer Walter Gschwind bewertet das Ranking des führenden Wohnmobilmagazins als „Glücksfall“ für die Kurstadt. „Und das zeitige Frühjahr sowie die neue Sauna- und Wellnesslandschaft bei der Waldsee-Therme trugen sicherlich ebenfalls ihren Teil bei zu diesen guten Zahlen“, so Gschwind in seiner Bewertung der vorgelegten Zahlen. „Aber auch die vor vier Jahren erfolgte Modernisierung trägt auf lange Sicht Früchte, weil der Platz dadurch sogar in der kühleren Jahreszeit attraktiv ist.“

Als stabiler Tourismus- und Wirtschaftsfaktor erwiesen haben sich im ersten Halbjahr 2018 erneut die Rehakliniken am Ort. Knapp 132 000 Übernachtungen (plus 1,2 Prozent) sind in den privaten und öffentlichen Kliniken registriert worden und damit führen sie die Übernachtungszahlen im Moorheilbad wieder an. Direkt dahinter folgen die Hotels mit gut 24 000 Übernachtungen, was einem leichten Minus von 0,9 Prozent gegenüber 2017 entspricht. Gschwind: „Der Wegfall einer Pension im Kurgebiet konnte durch die Hotels fast kompensiert werden.“

Über Zuwächse freuen durften sich die Betreiber von Ferienwohnungen, in denen 12 125 Übernachtungen gezählt wurden – das entspricht einem Plus von 9,4 Prozent. In den beiden Bildungshäusern Schwäbische Bauernschule und Kloster Reute wurden 12 437 Übernachtungen gezählt, was einen leichten Rückgang von 0,8 Prozent bedeutet.

„Unterm Strich sind wir mit den zusätzlichen 4,3 Prozent bei den Ankünften und den zusätzlichen 2,3 Prozent bei Übernachtungen gegenüber 2017 zufrieden und blicken auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2018 zurück“, betont Gschwind. Zu diesen positiven Tourismuszahlen beigetragen haben nach seiner Einschätzung auch die zahlreich organisierten Pressefahrten in die Kurstadt und die dabei entstandenen „Waldsee-Publikationen“ in überregionalen Tageszeitungen. „2017 erhielten wir bundesweit mehr als 50 Berichterstattungen über unsere Bäderstadt im redaktionellen Teil. ,Aufhänger’ waren die Fasnet sowie Beiträge über Gesundheit, Freizeit und Kultur“, ist der Kurgeschäftsführer zufrieden mit der Präsenz Bad Waldsees in den Medien.

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