Blasmusik vom Feinsten gepaart mit elegantem Showtanz

Lesedauer: 5 Min
 Das 145-jährige Bestehen der Musikkapelle Reute wurde mit einem großen Konzert in der Durlesbachhalle gefeiert.
Das 145-jährige Bestehen der Musikkapelle Reute wurde mit einem großen Konzert in der Durlesbachhalle gefeiert. (Foto: Rudi Heilig)
Rudi Heilig

Die Durlesbachhalle Reute ist am Samstag beim Jubiläumskonzert bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. Anlass für „Wünsch Dir was – Das Showkonzert“ war das 145-jährige Bestehen der Musikkapelle. Dieses Jubiläum war allen 80 Musikanten des Vereins so wichtig, dass schon Wochen vorher alle Bewohner der Ortschaft persönlich dazu eingeladen wurden.

Neben einem günstigen „Wunschpreis“ von zehn Euro wurde dabei oft auch noch so manche Spende lockergemacht. Gerne unter den Gästen weilten Bürgermeister Roland Weinschenk, Bundestagabgeordneter Axel Müller, Josef Mütz vom Blasmusikkreisverband Ravensburg sowie auch viele Franziskanerinnen vom Kloster Reute. Bei der Bedienung der Gäste waren Musiker aus Winterstettenstadt mit dabei, im Jahre 2021 revanchieren sich die Reutener dann bei ihrem Kreismusikfest.

Neugierig machte die Ankündigung von Anja Muszynski, dass es sich heute um ein Wunschkonzert der ganz besonderen Art handle. Alle Musikstücke wurden nämlich mit einem passenden Showprogramm begleitet. Fulminanter Auftakt des Konzerts war der Radetzkymarsch. Hilde Heine als Moderatorin wertete ihn als die heimliche Nationalhymne Österreichs. Sabine Engler und Uwe Wolfgang begrüßten als Gesangsduett die über 700 Konzertbesucher mit „Wir Musikanten“. Vorsitzender Daniel Maucher konnte beim Thema „Von Broadway bis Hollywood“ sogar ein waschechtes Bondgirl auf dem Laufsteg präsentieren. Bei „Starlight Express“ drehten Rollschuhfahrerinnen auf dem Parkett ihre Runden. Exzellente Soli lieferten Peter Brändle an der Trompete und Jochen Hörmann am Saxofon bei „Fluch der Karibik“.

Freunde beliebter Traditionsmärsche kamen anschließend voll auf ihre Kosten. Dirigent Erich Steiner präsentierte in einem Marschkonfetti den Mix aus 22 bekannten Märschen. Anschließend bewies Solotrompeter Gerolf Maucher gekonnte Zungenakrobatik mit „Der alte Dessauer“. Bei „Feeling Good“ glänzte Rainer Möslang auf seiner Posaune. Bei diesem exzellenten musikalischen Part wurden in einer Show die früheren Uniformen der Kapelle lebendig. Nach der Pause präsentierten die Musiker Schlager und Hits von früher und heute. Bei „Griechischer Wein“ und „Rote Lippen soll man küssen“ kamen so manche Erinnerungen wieder zu Tage. Gänsehautfeeling erzeugte der Solopart „The Rose“ von Gerolf Maucher und Peter Brändle. Wie alle Solisten traten sie im eleganten Schwarz vor die Besucher.

Mit einem ins Herz gehenden Song präsentierte Bernd Schleyer die Pop-Ballade des österreichischen Liedermachers Rainhard Fendrich „Weus‘d a Herz hast wie a Bergwerk“. Bei „Jive Hits“ glänzten professionelle Tanzpaare von „Tanzwerk ATC Blau-Rot“ auf dem großen Parkett. Ein Kontrastprogramm gab es bei „Kleine Besetzungsspielerei“. Ein Blockflötenspieler animierte ein mächtiges Tuba-Quartett und acht Schlagzeuger hatten als Straßenkehrer fast nur einen großen Kehrbesen zur Hand. Rock- und Poptitel aus 50 Jahren Musikgeschichte erinnerten viele Besucher an die legendäre ZDF-Hitparade.

Die Schlussrunde um bereits 22.30 Uhr läutete der „Astronautenmarsch“ von Josef Ullrich in einer Bearbeitung von Gerald Weinkauf sowie „Orpheus in der Unterwelt“ ein. Acht bezaubernde junge Musikerinnen tanzten hier zum großen Werk von Jacques Offenbachs „Cancan“ stilecht zur Musik des Orchesters. Tosender Beifall erreichte hier eine Zugabe. Großes Lob zollte Peter Lutz am Schluss des Konzerts allen Akteuren: „Hut ab, das war Perfektion in Vollendung, mir fehlen fast die Worte“. Axel Müller ergänzte: „Die passende Ton- und Lichttechnik erzeugte ein besonderes Feeling, die Choreografie gelang meisterhaft“. Während Fanny Halder sich ungemein glücklich zeigte: „Jo, so ebbes schee‘s hot’s doch no nia geba“, brachte es Blasmusikrepräsentant Josef Mütz auf einen Nenner: „Ich bin restlos begeistert vom hohen Niveau und Können der großen Kapelle, Dirigent Erich Steiner ist ein Glücksfall für Reute.“

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen