Berufsluft schnuppern und den Tageslohn spenden

Lesedauer: 4 Min
 Daniela Rothmund (links) und Myriam Nuber helfen einen Tag im Mayenbad.
Daniela Rothmund (links) und Myriam Nuber helfen einen Tag im Mayenbad. (Foto: Franziska Telser)
Crossmedia-Volontärin

Einen Tag in einen Beruf reinschnuppern und dabei auch noch etwas Gutes tun. Das können Schüler bei der landesweiten Aktion „Mitmachen Ehrensache“. Die 14-jährige Myriam Nuber und die 15-jährige Daniela Rothmund von der Döchtbühlschule haben sich den Arbeitsalltag im Speisesaal des Mayenbads in Bad Waldsee angeschaut und kräftig mitgeholfen.

Morgens, 10 Uhr: Im Speisesaal herrscht Gewusel. Salate werden vorbereitet. Eine Frau mit blauem Polo und Schürze saugt den Boden noch einmal ab. Das Frühstück ist vorbei, das Mittagessen steht in der Kurklinik als Nächstes auf dem Programm. Zeit, kurz reine zu machen. Mittendrin stehen Nuber und Rothmund. Seit der dritten Klasse sind die beiden beste Freundinnen. Über ihre Hände haben sie blaue Einmalhandschuhe gezogen, eine Schürze ist um ihre Hüften gewickelt. Bevor der Mittagstrubel losgeht, sollen sie noch schnell die Pflanzen säubern. Das gehört im Speisesaal auch dazu. Gut gelaunt gehen sie an die Arbeit. 5 Euro bekommen sie pro Stunde für ihren Einsatz. Diese gehen aber nicht auf ihr Konto, sondern werden gespendet für einen guten Zweck.

„Die Aktion ist ein guter Einblick in den Berufsalltag“, erzählt Rothmund und ihre Freundin ergänzt: „Und es macht gleich doppelt Spaß, weil man noch anderen Menschen damit helfen kann.“ Nuber hilft schon zum zweiten Mal in dem Speisesaal aus. Wenn sie mit der Schule fertig ist, möchte sie eventuell Hotelfachfrau werden. „So ganz genau weiß ich das aber noch nicht“, sagt die 14-Jährige.

Ihr Schnuppertag dauert von 8 bis 13 Uhr. Beim Frühstücksbetrieb durften die Schülerinnen beim Service helfen, Essen servieren und die Teller abräumen. Die Atmosphäre im Speisesaal finden die Freundinnen super: Mitarbeiter sowie Gäste seien sehr freundlich und hilfsbereit. „Wir bekommen auch sehr viele Tipps“, erzählt Rothmund. „Und jeder bedankt sich lieb.“

Elisabeth Dilger, Hausdame im Mayenbad, bezeichnet die Aktion als Win-Win-Situation: „Die Schüler haben die Gelegenheit, unser Haus kennenzulernen.“ Aus den Schnuppertagen könnten Praktika oder sogar eine Ausbildung entstehen. Der Kontakt sei sehr wichtig, denn auch ihrem Betrieb falle es immer schwerer, gute Auszubildende zu finden. Ein weiterer Vorteil: „Wir spenden Geld.“

Die Aktion gibt es seit acht Jahren im Landkreis Ravensburg. Fast genauso lange ist das Mayenbad schon dabei. Die Jugendlichen suchen ihren Arbeitgeber selbstständig und gehen dann einen Tag in den Betrieb. Das Geld geht jeweils zur Hälfte an das Kinderhospiz nach Bad Grönenbach und an einen Schulaufbau nach Indien. 1230 Euro hat die Döchtbühlschule im vergangen Jahr bei der Aktion erwirtschaftet. Das wollen sie in diesem Jahr noch toppen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen