Beate Scheffold möchte die Volkshochschule weiter ausbauen

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Leiterin Beate Scheffold (Dritte von rechts) hat dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderates erstmals Bericht erstattet über die
Leiterin Beate Scheffold (Dritte von rechts) hat dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderates erstmals Bericht erstattet über die aktuellen Aufgaben an der Spitze der Waldseer Volkshochschule. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Mit einem dynamischen Vortrag über die Waldseer Volkshochschule (VHS) hat sich die neue Leiterin Beate Scheffold im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates am Dienstag gehörigen Respekt verschafft. Die 47-Jährige steht der städtischen Einrichtung seit einem Jahr vor und sieht diese „auf einem sehr guten Weg, was die hohe Zahl der angebotenen Unterrichtseinheiten und die Nachfrage der Bürgerschaft an unserem Angebot“ angehe. Und einen „guten Ruf“ genieße die VHS in der Kurstadt ohnehin.

Dass die Neue an der Spitze der VHS nur so strotzt vor Energie und Tatendrang, das war den Ausschussmitgliedern schon nach wenigen Minuten klar. Für ihre Ausführungen benötigte die dreifache Mutter nur eine gute Viertelstunde, die reich gespickt war mit Zahlen und Informationen über die kommunale Bildungs- und Begegnungsstätte. Danach ist die Zahl der angebotenen Unterrichtseinheiten von Oktober 2017 bis heute um 20 Prozent auf knapp 5900 angestiegen. Und bei den Kursen „Deutsch als Fremdsprache“ im laufenden Jahr sogar um plus 110 Prozent auf 2015 Einheiten. „Damit bietet unsere VHS unter den vier kleinen Volkshochschulen im Landkreis die zweithöchste Anzahl. Landesweit liegen wir im Ranking von 77 kleinen Einrichtungen sogar auf Platz 17“, berichtete Scheffold.

Ihr Stellenumfang beträgt knapp 60 Prozent. Zum kleinen VHS-Team gehören drei weitere Mitarbeiterinnen in der Verwaltung sowie für „Deutsch als Fremdsprache“, die ebenfalls in Teilzeit arbeiten. Insgesamt sind derzeit 87 Dozenten tätig für die VHS – 2017 waren es laut Scheffold nur 65. Sie kommen überwiegend aus den Kreisen Ravensburg und Biberach. „Aber der Dozent für’s Jodeln stammt natürlich aus dem Allgäu“, so die Leiterin schmunzelnd. Besonders stark nachgefragt seien neben den Exkursionen die Gesundheits- und Sprachkurse seitens der mittleren Generation. „Und Senioren strukturieren mit Hilfe unserer Seminare ihren Tag und nutzen die VHS gerne als Treffpunkt“, hat Scheffold beobachtet.

In ihren ersten Monaten bei der VHS habe sie sich zunächst einarbeiten und vernetzen müssen, blickte Scheffold zurück. „Wir kooperieren mit allen maßgeblichen Einrichtungen am Ort und aktuell bin ich dran an den Schulen, um auch für die ,Junge VHS’ mehr Teilnehmer gewinnen zu können“, so Scheffold. In diesem Zusammenhang wolle sie etwas Neues im Bereich „Jugendkunst“ anbieten. „Mit einem Aquarellkurs locken sie keinen Schüler hinter dem Ofen hervor, aber vielleicht mit der Erarbeitung eines Musicals – wir werden sehen.“

Sehr stark in Anspruch genommen worden sei das Team durch die Themen „Datenschutzverordnung“ und „Qualitätsmanagement (QM)“. Scheffold: „Mit dem Ziel, im Mai 2019 vom Volkshochschulverband für ,Zertifizierte Bildungsqualität’ ausgezeichnet zu werden.“ Nur Volkshochschulen, die bis Ende 2020 nach „ZBQ“ zertifiziert seien, dürften weiterhin Mitglied bleiben im VHS-Verband, der den einzelnen Bildungsstätten Zuschüsse gebe. „2017 waren das 22 000 Euro und darauf möchten wir auch künftig nicht verzichten.“ Zudem dürfen laut Scheffold nur zertifizierte Einrichtungen Kurse geben im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Auch in Bad Waldsee sei dieser Bereich seit 2017 „stark ausgeweitet worden“. Scheffold: „Teilnehmer sind Geflüchtete und zunehmend auch EU-Ausländer – und beide Gruppen sind größtenteils motiviert“, sagte Scheffold im Ausschuss.

Neben den genannten Aufgaben sei das VHS-Team zwei Mal jährlich mit der Erstellung der neuen Semesterpläne befasst und man wolle künftig noch stärker öffentlich präsent sein. „Wir werben auf dem Wochenmarkt für unser Bildungsangebot, haben bunte Flyer entwickelt, intensivieren unsere Pressearbeit weiter, führen einen monatlichen Newsletter ein, möchten Facebook und Instagram nutzen und eine moderne, bedienerfreundliche Homepage ist ebenfalls in Vorbereitung“, zeigt Scheffold das ganze Portfolio auf, das den Bekanntheitsgrad der Volkshochschule noch steigern solle.

Im Ausschuss erhielt die VHS-Leiterin großes Lob von mehreren Stadträten für ihre engagierte Arbeit, mit der sie die Einrichtung der Stadt weiter stärken und ausbauen möchte.

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