Baugebiet „Pfändle“ nimmt weiter Form an

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 Das Baugebiet „Pfändle“ liegt an der Steinenberger Straße.
Das Baugebiet „Pfändle“ liegt an der Steinenberger Straße. (Foto: Christof Rauhut)
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Das Baugebiet „Pfändle“ nimmt weiter Form an: Der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) hat den Entwurfsbeschluss des Bebauungsplans am Montagabend einstimmig befürwortet. Damit nimmt die Planung des nächsten städtischen Wohngebiets eine weitere Hürde.

Baurechtsamtsleiter Peter Natterer machte dem Gremium deutlich, dass der Entwurf öffentlich ausgelegt wurde und die Stellungnahmen aufgearbeitet wurden. „Es gab keine wesentlichen Auswirkungen auf die Planung“, resümierte Natterer rasch. Wie berichtet, sind im Baugebiet sowohl Geschosswohnungsbau, als auch Einzel- und Doppelhäuser vorgesehen. So sollen im Süden und im nördlichen Bereich Einfamilienhäuser entstehen und im zentralen Bereich – an der Zufahrt zur Steinenberger Straße – soll ein städtisches Quartier mit Geschosswohnungsbau realisiert werden.

Neu in den Entwurf aufgenommen wurde eine Passage zur Erhaltung des zu schützenden Biotopes. Dort wird ein rund zehn Meter langer Puffer, eine Art Schutzstreifen, von der Bebauung freigehalten. „Westlich des Biotopes kann der Pufferstreifen durch die Baugrenze nicht eingehalten werden, so dass auf einer fünf Quadratmeter großen Teilfläche des Biotops eine Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden kann“, wird im Entwurf konkretisiert. Die Eingrenzung des Biotops soll zulässig sein. Eine Hecke muss den Plänen allerdings weichen. Daher hat die Stadt eine Ausgleichsfläche gesucht und in Bad Waldsee gefunden. Dort wird eine Ersatzpflanzung vorgenommen, wie es im Entwurfsbeschluss heißt.

Zusätzlich im Entwurf zu finden ist nun, dass thermische Solar-und Photovoltaikanlagen im Baugebiet errichtet werden dürfen – unter Einhaltung der erlassenen Festsetzungen und Vorschriften. Auch die Verkehrssicherheit wurde nochmals deutlicher herausgestellt, so soll es im Einmündungsbereich der Zufahrtsstraße und des Fuß-/Radweges in die Steinenberger Straße festgesetzte Sichtflächen geben. Und entlang der Steinenberger Straße gelten Zufahrtsverbote.

Hubert Leißle (CDU) wollte wissen, warum die Stadt die Breitbanderschließung mit Glasfaser selbst macht, obgleich es mehrere bekannte Anbieter dafür gebe. Bürgermeister Roland Weinschenk erklärte, „dass sonst die Möglichkeit besteht, dass es keiner macht. Da wäre das Geschrei größer.“ Michael Kaiser (GAL) hinterfragte das Vorgehen beim Naturschutz. Natterer erläuterte, dass bei den Planungen stets ein Geologe das Gebiet besichtigt. „Da kam nichts raus. Selbst bei einem Schuppen, wo mit Fledermäusen zu rechnen war, war nichts. Daher konnte der Schuppen abgerissen werden“, sagte Natterer.

Kaiser war es auch, der etwas später nochmals kritisch auf die Fortführung der Richthofenstraße – benannt nach dem deutschen Offizier Manfred von Richthofen – im Baugebiet einging. Weinschenk machte Kaiser aber unumwunden klar, dass es hierzu bereits einen Beschluss gebe und „Mehrheitsbeschlüsse muss man akzeptieren, auch wenn sie einem nicht passen“.

Grünes Licht hat der AUT auch den weiteren Maßnahmen im Baugebiet erteilt. So werden insgesamt 1,5 Millionen Euro unter anderem in die Erschließung der Verkehrsflächen, den Breitbandausbau, den Hangwasserschutz und einen Spielplatz investiert. Die Erschließungsarbeiten dauern laut Sitzungsvorlage voraussichtlich bis Frühjahr beziehungsweise Sommer 2020. Weitere 1,5 Millionen Euro wurde für die abwassertechnische Erschließung des Baugebiets – inklusive Ableitung des Niederschlagswasser und Retention – veranschlagt. Auch dieser Investition stimmte das Gremium zu. Das letzte Wort hierzu hat der Gemeinderat. In seiner Sitzung am 25. März nimmt sich das Gremium dem Baugebiet nochmals an.

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