Ballettschule bezieht Westflügel im Bahnhof

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Mit der Sanierung des Waldseer Bahnhofs geht’s erkennbar voran. Im Westflügel (links im Foto) wird Simone Ebenhoch im Oktober ih
Mit der Sanierung des Waldseer Bahnhofs geht’s erkennbar voran. Im Westflügel (links im Foto) wird Simone Ebenhoch im Oktober ihre Ballett- und Tanzschule eröffnen. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Bei der Sanierung des Waldseer Bahnhofes geht’s erkennbar voran. Inzwischen ist das erste Obergeschoss des Gebäudes komplett vermietet. Unter anderem eröffnet hier im Oktober die Ballettschule „Gleis eins“ von Simone Ebenhoch. Zudem wird am Mittwoch der Vertrag für ein „Bäckerei-Café“ im Erdgeschoss unterzeichnet, wie Investor Christian Skrodzki von der „Historischen Kaufhaus Anker Immo Verwaltungs OHG“ in Leutkirch auf SZ-Anfrage bestätigte. Auch die Büroeinheit im zweiten Obergeschoss soll demnächst auf dem Immobilienmarkt feilgeboten werden.

Einen passenderen Namen als „Gleis eins“ hätte die Waldseerin Tanzpädagogin und Yogalehrerin Ebenhoch für ihre neue Ballettschule im historischen Bahnhof kaum finden können. „Ich freue mich riesig über diese herrlichen Räume mit der großen Fensterfront, die mir alle Möglichkeiten geben: Von Ballett über Kindertanz, Modern Dance, Hip-Hop und Yoga kann ich hier für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine große tänzerische Bandbreite anbieten“, sagt die 34-Jährige, die seit 15 Jahren in ihrem Beruf als staatlich anerkannte Tanzpädagogin für künstlerischen Tanz und Yogalehrerin (BYV) tätig ist. „Und nachdem jetzt auch unsere zweite Tochter in den Kindergarten kommt, ist das der richtige Zeitpunkt für mich, beruflich richtig durchzustarten“, begründet Ebenhoch ihren Schritt in die berufliche Selbstständigkeit.

Unterricht ab Oktober

Im Bahnhof hat sie dafür den Westflügel im ersten Obergeschoss angemietet. Er beherbergt einen mehr als 100 Quadratmeter großen, hellen Ballett- und Tanzsaal sowie Umkleideräume und sanitäre Anlagen. Ihren Unterrichtsbetrieb aufnehmen möchte Ebenhoch im Oktober; der genaue Eröffnungstermin steht aber noch nicht ganz fest, weil er vom weiteren Verlauf der Sanierungsarbeiten im Gebäude abhängig ist. Anmeldungen nimmt die zweite Ballettschule in der Kurstadt aber bereits entgegen und die Homepage (www.gleiseins-badwaldsee.de) ist ebenfalls im Aufbau.

Auch in den weiteren Räumen des seit Jahrzehnten marodierenden Waldseer Bahnhofes ist es zuletzt mit den Umbauarbeiten deutlich vorangegangen, wie man von außen erkennen kann. Mit der Vermietung der Gewerbeflächen ist der Eigentümer jedenfalls zufrieden: „Das erste Obergeschoss ist komplett vermietet, die Verträge sind unterschrieben“, führt Skrodzki aus. Neben der genannten Ballettschule werde sich hier auch ein „Waldseer Unternehmen aus dem Baustoffbereich“ sowie eine „Handelsvertretung aus Bad Waldsee“ niederlassen.

Das zweite Obergeschoss mit einer Büroeinheit und „zwei herrlichen Dachterrassen mit Seeblick“ (Skrodzki) wurde bis dato noch nicht öffentlich ausgeschrieben. „Ich bin aber überzeugt, dass diese Flächen dank ihrer Einzigartigkeit bald einen passenden Mieter finden werden.“

Für die Öffentlichkeit von großem Interesse ist vor allem die Vermietung des Eingangsbereichs an eine Bäckerei, die hier ein Tagescafé betreiben wird. Auch in diesem Punkt kann laut Skrodzki nach monatelangen Gesprächen endlich Positives vermeldet werden. „Die Unterschrift unter den Vertrag wird hoffentlich am Mittwochmorgen um 9 Uhr stattfinden“, so der Eigentümer auf SZ-Anfrage dazu weiter. Eine weitere, rund 60 Quadratmeter große Gewerbefläche auf dieser Ebene hat laut Skrodzki ein örtliches Unternehmen für sich reserviert. Und die Restfläche im Erdgeschoss hat bekanntlich die Deutsche Bahn für ihr Stellwerk angemietet.

Parkplätze direkt am Bahnhof

Der Investor aus dem Allgäu scheint nach der anfänglich zähen und nervenaufreibenden Genehmigungsphase (SZ berichtete) also zufrieden mit dem Fortgang der Sanierung, mit der Vermietung seiner Räumlichkeiten und mit dem Parkplatzangebot. Skrodzki: „Parkplätze wird es am Bahnhof mehr als genug haben. Die städtischen Parkplätze haben ja eine sogenannte Brötchen-Taste, die wunderbar ausreicht, um im Bäckerei-Café eine Tasse Kaffee zu genießen, Reisende von der Bahn abzuholen oder zu verabschieden.“ Zudem habe man als Eigentümer des Gebäudes weitere 14 Stellplätze im Angebot: „Die Hälfte davon sind den einzelnen Mieteinheiten zugeteilt. Die andere Hälfte sind nicht zugeteilte Parkplätze“, betont Skrodzki.

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