„Bad Waldseer Frühling“ kommt gut an

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Besucher des Waldseer Einkaufssonntages genossen das Flair in der historischen Altstadt und deckten sich in den Fachgeschäften m
Besucher des Waldseer Einkaufssonntages genossen das Flair in der historischen Altstadt und deckten sich in den Fachgeschäften mit der Frühjahrsmode ein. (Foto: Sabine Ziegle)
Freie Redakteurin

Ein bisschen mehr von der wärmenden Sonne hätte der Einkaufssonntag „Bad Waldseer Frühling“ zwar vertragen können. Aber immerhin kam die gelbe Kugel kurz nach Ladenöffnung hinter den Wolken hervor und die Geschäfte, Gassen und Plätze der Altstadt waren bei angenehmen Temperaturen gut gefüllt. Kunden aus nah und fern nutzten ihren freien Tag und deckten sich zur Freude der örtlichen Einzelhändler reichlich ein mit der aktuellen Frühjahrs- und Sommermode.

Bei „Schuh Senko“ ist schon um 14 Uhr kein Durchkommen mehr. Alle Hocker sind besetzt zur Anprobe und das Personal bahnt sich beladen mit Schuhkartons den Weg durch die Regale. „Ehrlich gesagt, ich habe das nicht anders erwartet trotz der vielen Konkurrenzveranstaltungen. Bad Waldsee ist eben für unsere Kunden immer etwas ganz besonderes und das freut uns“, betont Inhaber Stefan Senko und tippt gleich den nächsten Betrag ein in seine Ladenkasse.

„Wir sind mehr als zufrieden – die Leute standen ab 13 Uhr vor dem Geschäft und ganze Familien schauen sich hier um und werden auch fündig“, freut sich Claudia Schaden von „Haushaltswaren Scheffold“. Vom Rathausplatz dringt Live-Musik herein und die Stimmung der Leute ist drinnen wie draußen fröhlich und entspannt.

Claudia Oberhofer in der „Trachtenstube“ wird von der weiblichen Kundschaft mit Fragen überhäuft und sie hat mehrere Kleidungsstücke über dem Arm hängen, die sie passend zu Anlass und Figur empfiehlt. „Ja, Sie sehen, hier ist richtig viel los und das ist genau das, was wir uns von einem solchen Einkaufssonntag erhoffen“, lacht die Geschäftsfrau in der Wurzacher Straße und setzt ihre Beratungstätigkeit aufgrund des Andrangs rasch fort.

Wen man auch fragt, alle scheinen mit dem Flair der Einkaufsstadt und mit dem Warenangebot zufrieden zu sein. Das Ehepaar Kaiser aus Tettnang besuchte zuerst das Frühlingsfest im „Erwin-Hymer-Center“, weil beide Fans des mobilen Reisens sind. „Aber danach war für uns klar: Wir kaufen hier noch ein in dieser herrlichen Altstadt und gehen ’ne Runde um den Stadtsee“, sagen die beiden und tragen ihre Einkaufstüten davon. Evelyn Papp und ihre Tochter Linda Köhler sind eigens aus Göppingen angereist, um sich einen „schönen Tag zu machen. Ich kenne Bad Waldsee von meinen Rehas, bin begeistert von allem und dass wir jetzt auch noch shoppen können, das rundet unseren Ausflug so richtig super ab“, strahlt Papp.

Das Veranstaltungsformat des Handels- und Gewerbevereins geht also auf. Neben Ess- und Infoständen hatte HGV-Koordinatorin Ingrid Wölflingseder auch Straßenmusiker verpflichtet, ein Karussell aufstellen lassen und den Kinderschutzbund für ein Programm organisiert. Über ein großes Publikum freuen durfte sich die Stadtkapelle Bad Waldsee, die ein Platzkonzert auf der Hochstatt gab – ein musikalisches Highlight.

Nur beim „Waldseer Weltladen“ war der Andrang verhaltener – am Ravensburger Tor fehle wohl eine weitere Attraktion wie eine Fahrzeugschau oder Straßenmusiker, meinen Erdmute Menge und Monika Bohnert, die hier fairen Kaffee ausschenken und auf fair gehandelte Produkte aufmerksam machen.

Für den Veranstalter zog Robert Lippmann eine positive Bilanz: „Von unserer Seite hat das Marketingkonzept so geklappt wie erhofft. Es war permanent gut Betrieb in der Stadt, obwohl das Wetter weniger glanzvoll war wie beim Einkaufssonntag im letzten Frühjahr“, so der HGV-Vorstand dazu. Aufgrund der vielen Großveranstaltungen in der Region sei die Innenstadt am Sonntag „gefühlt vielleicht nicht ganz so voll gewesen wie im letzten Jahr. Aber der Atmosphäre hat das keinen Abbruch getan, im Gegenteil: Es war entspannter zum Anprobieren in den Geschäften und die Leute haben richtig eingekauft und Tüten weggetragen“, hat Lippmann beobachtet.

Verbesserungspotenzial sieht auch der HGV in einer weiteren Belebung des Ravensburger-Tor-Platzes. „Und am Rathausplatz hätten die Gastronomen mehr Tische und Stühle aufstellen sollen, weil ’Die Hossen’ dort für super Musik gesorgt haben, sich die Zuhörer aber leider nicht hinsetzen konnten“, beklagte Lippmann.

Vom großen Besucherzustrom auf den „Bad Waldseer Frühling“ profitierten auch die Fachmärkte im „Wasserstall“. Beim Flohmarkt auf dem Kaufmarkt-Parkplatz wechselte am Sonntagnachmittag reichlich Kruscht und Krempel seine Besitzer. Und dass das „Frühlingsfest“ im Erwin-Hymer-Center“ beinahe aus allen Nähten platzte, war schon von weitem an den vollen Parkplätzen zu erkennen.

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