Bad Waldseer Blutreiter feiern Blutfreitag in anderer Form

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Schwäbische Zeitung

Jedes Jahr am zweiten Freitag im Juli findet seit 1928 in Bad Wurzach die zweitgrößte Reiterprozession Europas zu Ehren des heiligen Blutes statt. In diesem Jaar musste sie wegen der Corona-Pandemie in kleiner Form stattfinden. Da für die Blutreiter der Seelsorgeeinheit (SE) Bad Waldsee keine Möglichkeit bestand, an diesem Tag an einer Messe in Bad Wurzach teilzunehmen, fand eine Fußwallfahrt zur Kirche St. Peter und Paul mit anschließendem Gottesdienst statt.

Nach der heiligen Messe auf dem Gottesberg, mit der Geistlichkeit und den Gruppenführern der Stadt und den Teilgemeinden von Bad Wurzach, wurde die Reliquie von den beiden Salvatorianern Pater Konrad Werder und Friedrich Emde in der Kutsche, begleitet von vier Blutreitern und einer kleinen Prozession, vom Gottesberg in die Stadtpfarrkirche gebracht.

Für die Blutreitergruppe Bad Waldsee begann die Fußwallfahrt, zu der Pfarrer Stefan Werner, Tobias Lorinser und Peter Niedergesäss eingeladen haben, bei der Kapelle in Steinach, die Gruppe Haisterkirch pilgerte mit dem Fahrrad nach Reute, Reute-Gaisbeuren von der Ortsmitte Gaisbeuren nach Reute. Mitglieder der Blutreitergruppen Michelwinnaden und Molpertshaus haben sich ebenfalls auf den Weg nach Reute gemacht. Beim gemeinsamen Gottesdienst war die Kirche mit rund einhundert Personen - unter Einhaltung des notwendigen Abstandes - sehr gut gefüllt.

Pfarrer Werner leitete die Predigt mit dem Satz „Kleider machen Leute“ ein, verglich dies bei den Blutreitern mit Frack und Zylinder als Festtagskleidung für einen besonderen Tag und brachte sie in Verbindung mit den weißen Kleidern der Schar der Erlösten. Bei den Fürbitten wurden die Gebetsanliegen der Menschen der Seelsorgeeinheit zusammengefasst, in denen es um die Menschen in Afrika, die Kranken in der Gemeinde, Klimaschutz und sichere Arbeitsplätze ging. Die Blutreiter und eine Schülerin baten um Hilfe für die Corona-Erkrankten, für die Kommunionkinder und Firmlinge, um richtige Entscheidungen unserer Politiker in der Pandemie und um wirksame Medikamente und Impfstoffe.

Angela Brändle ersetzte mit ihrer Gitarre die Orgel und fungierte zusammen mit Thomas Brändle als Vorsänger. Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Peter Niedergesäss, der stellvertretende Gruppenführer der Blutreiter Reute-Gaisbeuren, bei den Pfarrern für die Idee und Durchführung der etwas anderen Form des Blutfreitags und lud die Teilnehmer zu einem Stehempfang in das Pfarrgemeindehaus ein.

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