Bad Waldsee hat ein neues Altstadt-Café

 Gitte und Thommy Ackermann-Lechner in ihrem geschmackvoll eingerichteten Café „Rosenrot“ auf der Waldseer Hochstatt 7 zwischen
Gitte und Thommy Ackermann-Lechner in ihrem geschmackvoll eingerichteten Café „Rosenrot“ auf der Waldseer Hochstatt 7 zwischen Czardas und Zahnarztpraxis Mayer. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

In schwierigen Zeiten ist Bad Waldsee um eine Gastronomie reicher geworden. Kurz vor Weihnachten haben Gitte und Thommy Ackermann-Lechner auf der Hochstatt 7 ihr biozertifiziertes Tagescafé „Rosenrot“ eröffnet, das auch ein Ladengeschäft beinhaltet für Kaffee, Wein und selbstgemachte Rosenprodukte. Der aktuellen Corona-Situation dürfte es geschuldet sein, dass sich der Gästeandrang über den Jahreswechsel hinweg noch in Grenzen hielt. Das Ehepaar lässt sich davon aber nicht entmutigen und blickt hoffnungsvoll in Richtung Frühjahr, wenn zusätzlich im Freien bewirtet werden kann.

Keine Frage: Die Aufenthaltsqualität auf der Hochstatt hat dank der barrierefreundlichen Umgestaltung des Platzes bereits gewonnen. Noch deutlicher zu Tage treten wird dies aber erst, wenn die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr wieder in die Außengastronomie einladen. Mit dem neuen „Rosenrot“ gibt es dann neben dem Czardas und dem Café am Markt eine weitere Möglichkeit, bei Cappuccino, Crêpes und Kuchen eine Pause einzulegen und die Atmosphäre der Altstadt zu genießen.

„Aufgrund der Corona-Auflagen bieten wir aktuell nur zwölf Sitzplätze an vier Tischen an, aber die Resonanz der Gäste ist trotz der Umstände sehr positiv, was unser Angebot und das Ambiente betrifft“, freut sich die Inhaberin, die alle Kuchen selbst backt.

Große Resonanz

Dass neben Einheimischen, Reha-Patienten und Waldsee-Touristen auch Gäste aus dem Umland den Weg ins „Rosenrot“ finden, mag am klangvollen Namen liegen, der vielen Leuten noch vom gleichnamigen Café in Biberach bekannt ist.

Das haben die Ackermann-Lechners bis 2016 betrieben und man kennt sie auch von ihrer Präsenz auf Garten- und Rosenmärkten. „Und der Zeitungsbeitrag der SZ über die geplante Neueröffnung in Bad Waldsee wurde im Internet sogar in Australien gelesen, da waren wir schon platt, welche Resonanz wir darauf hatten“, lacht die Gastronomin, die hoffentlich rosigen Zeiten entgegensieht mit ihrem Retro-Café im schmalen Haus.

Geduld war gefragt

Auf der Suche nach einer leerstehenden Ladenfläche für einen Café-Neustart kam das Ehepaar aus Mietingen rasch auf die Bäderstadt als geeigneten Standort. Und das ausgewählte Gebäude mit seiner 45 Quadratmeter kleinen Gewerbefläche im Erdgeschoss war sogar so etwas wie Liebe auf den ersten Blick.

Ich besuche seit vielen Jahren Flohmärkte und habe inzwischen mehrere Lager voll mit besonderen Retro-Möbeln und Haushaltsgegenständen.

Gitte Ackermann-Lechner

Zwar mussten die Gastronomen zuerst einen Umnutzungsantrag stellen bei den Behörden für den Betrieb eines Cafés mit Ladenverkauf samt Büro im ersten Obergeschoss – und dafür war Geduld vonnöten. „Aber das ist vergessen, jetzt sind wir da und freuen uns auf unsere Gäste, die wir gerne verwöhnen möchten mit unseren naturbelassenen Produkten“, blicken die Gastronomen voraus in eine hoffentlich rosige Zukunft.

Bioland-zertifizierter Rosenacker

Neben fair gehandeltem Kaffee dürfen sich die Gäste auch auf Kuchen, süße und herzhafte Crêpes sowie auf selbstgemachtes Eis freuen – selbstredend, dass auch eines aus „Rosenblüten“ im Angebot ist. Das Paar besitzt daheim einen Bioland-zertifizierten Rosenacker, auf dem 80 verschiedene Sorten angebaut werden. Die Blütenblätter werden nach der Ernte sofort verarbeitet: frisch für Eis und Sirup, getrocknet für Tees und Kräutersalze.

Bio und Handarbeit – darauf legt die Familie aus dem Kreis Biberach größten Wert. Deshalb gibt es im Café auch einen Verkauf für diese Bio-Produkte, für Kaffee aus regionalen Manufakturen und für Weine. Obwohl sie ihre Gäste lieber am Tisch bedienen, gibt es auch die Möglichkeit, Kaffee „to go“ zu genießen. „Und zwar im 'Recup'-Becher für einen Euro Pfand, das sind wir unserer Umwelt schuldig“, weiß die Betreiberin.

Ein Hauch von Nostalgie

Und noch ein Wort zur gelungenen Einrichtung im Vintage-Design: Die bunt zusammengemixten Stühle, Bänke und Tische sowie das Porzellan und die Gläser vermitteln einen Hauch von Nostalgie und entstammen der Sammelleidenschaft der gelernten Lehrerin. „Ich besuche seit vielen Jahren Flohmärkte und habe inzwischen mehrere Lager voll mit besonderen Retro-Möbeln und Haushaltsgegenständen“, erzählt Ackermann-Lechner, während sie dem ersten Gast des Tages ein feines Kuchenstück kredenzt zum Cappuccino, den ihr Mann zubereitet hat an der dampfenden Siebträgermaschine.

Während der Winterzeit und aufgrund der aktuellen „2G-plus“-Regelung bleibt das „Rosenrot“ an Sonn- und Feiertagen vorerst noch geschlossen. „Aber ab Frühjahr sind wir an sieben Tagen die Woche hier präsent – drinnen und vor allem auch draußen unter freiem Himmel“, so Ackerman-Lechner im Ausblick.

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