Aus Kolping-Sozialladen wird auch in Bad Waldsee „Solisatt“

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 Diakon Klaus Maier (rechts) spendete in den Räumen der ehemaligen Bäckerei Klink den Segen. Mit dabei: Diakon Marcel Goerres,
Diakon Klaus Maier (rechts) spendete in den Räumen der ehemaligen Bäckerei Klink den Segen. Mit dabei: Diakon Marcel Goerres, Benno Schultes, Maria Hirthe, Eugen Schmid (von links). (Foto: Rudi Heilig)
Rudi Heilig

Schon seit drei Monaten hat der Kolping-Sozialladen Bad Waldsee die Räume der ehemaligen Bäckerei Klink am Schwanenberg bezogen. Am Mittwoch spendete Diakon Klaus Maier als Präses der Kolpingsfamilie bei einem kleinen Festakt mit vielen geladenen Gästen den kirchlichen Segen.

Eva Neumann als Leiterin des Sozialladens wartete gleich zu Beginn der Veranstaltung mit einer Namens-Veränderung der sozialen Einrichtung auf. Diese wird künftig ebenfalls wie auch bereits an anderen Orten in der Umgebung unter dem Namen „Solisatt“ – satt werden durch Solidarität – an zwei Vormittagen der Woche (Dienstag/Freitag) Lebensmittel an bedürftige Personen vorhalten. Hohes Lob zollte Neumann ihren 16 Mitarbeitern für das ausnahmslos ehrenamtliche Engagement. 60 Stunden pro Woche addieren sich im Jahr auf über 3000 Stunden.

Neben Klaus Maier waren auch Pfarrerin Birgit Oehme, Diakon Marcel Goerres, Maria Hirthe und Bernhard Schultes der Einladung gefolgt. Besonders begrüßt und willkommen geheißen wurde Alois Mayer, er gründete im Jahre 2005 auf einen Impuls von Pfarrer Schitterer den Sozialladen im Dachsweg. Wegen eines Trauerfalls in der Familie konnten die Vermieter nicht anwesend sein. Eva Neumann dankte ausdrücklich der Familie Klink für die zu sehr günstigen Konditionen überlassene ehemalige Bäckerei. „Wir fühlen uns hier in den neuen Räumen sehr wohl und haben uns gut eingelebt.“ In unserem Team ‚stimmt die Chemie‘, wir alle freuen uns von Termin zu Termin auf das gemeinsame Arbeiten“, fasste Eva Neumann in ihrem Statement zusammen. Mit Freude konnte sie auch Vertreter der anwesenden Kolpingsfamilien aus Vogt, Mengen und Aulendorf willkommen heißen.

Die Vorsitzende zollte den beteiligten Firmen, welche aussortierte Lebensmittel (ausschließlich noch vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums) zur Abholung bereithalten, Dank und Respekt. So können zweimal die Woche bei Penny, Lidl, Rewe, Aldi, Onkel Robert, Tiefkühl-Geyer, Gemüse Sigg, Omira, Drogeriemarkt Müller und den Bäckereien Gueter, Hermann und Hamma umfangreich Waren übernommen werden. Besonderer Dank erging auch an viele Firmen und auch Personen, welche mit Spenden die Arbeit der Einrichtung begleiten.

Von „Lebensmittelrettern“ sprach Stephan Spaeth als Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Wenn in Deutschland jährlich Lebensmittel im Wert von 25 Milliarden vernichtet werden, wird mit „Solisatt“ dieser Verschwendung der Kampf angesagt. Da beim Erwerb dieser Nahrungsmittel nur ein Bruchteil des regulären Preises berechnet wird, können Personen mit knappem Einkommen durchaus pro Monat bis zu 100 Euro einsparen. Spaeth ging in seiner Rede auch noch kurz auf die Historie des Tafelladens ein. So wurde im Jahre 2010 unter der Leitung von Alois Mayer ein Förderverein als Träger der Einrichtung gegründet. Dieser wurde sechs Jahre später aus Verwaltungsvereinfachung wieder abgelöst. Neben der Wertschätzung und Dank an den Initiator Alois Mayer lobte Spaeth auch Agi Jülkenbeck und Katharina Teilhof für ihren selbstlosen Einsatz in vielen Jahren.

Benno Schultes vertrat den im Urlaub weilenden Bürgermeister Weinschenk. Er lobte „Solisatt“ kurzum als „Lebensmittelvernichter-Verhinderer“. Den kirchlichen Segen für die Räume und besonders für alle Mitarbeiter sprachen und erteilten Pfarrerin Birgit Oehme und Diakon Maier gemeinsam. Als Präses der Kolpingsfamilie freue er sich über den neuen Standort im Stadtzentrum. Als sehr günstig und zweckmäßig zeige sich hier auch die Nähe zur „Suppenküche Klosterstüble“. Bei selbst kreierten Häppchen und Getränken konnte die Feierstunde ausklingen.

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