Aus dem „Ehrenamt“ wird „Engagement 4.0“

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Bei der Jahrestagung der Bildungszentren im ländlichen Raum an der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee ging es um das „Ehrena
Bei der Jahrestagung der Bildungszentren im ländlichen Raum an der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee ging es um das „Ehrenamt im Wandel“. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Bundesweit gibt es 44 ländliche Heimvolkshochschulen beziehungsweise „Bildungszentren im ländlichen Raum“, die alle ein umfangreiches Seminarangebot machen. Dazu gehört auch die Schwäbische Bauernschule. Die Jahresprogramme beim „Lernen im Grünen“ bieten eine Mischung aus Bildung und Entspannung. Ziel ist es, die Besucher mit Bildung zu versorgen und Orte der Begegnung zu schaffen. Der Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum hat seinen Sitz in Berlin und vertritt die Interessen der 44 Häuser. Weitere Infos unter www.verband-bildungszentren.de und www.lernen-im-gruenen.de. (saz)

Mit dem „Ehrenamt im Wandel“ beschäftigt sich seit Anfang der Woche die Jahrestagung des Verbandes der Bildungszentren im ländlichen Raum an der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee. 40 Bildungsexperten aus der ganzen Republik setzen sich in Vorträgen und Diskussionsrunden damit auseinander, dass das klassische „Ehrenamt“ früherer Zeiten einem projektbezogenen Einsatz zu bestimmten gesellschaftlichen Themen gewichen ist. Gewissermaßen also das „Engagement 4.0“.

Der verstaubte Begriff des „Ehrenamts“ entstammt einer anderen Zeitrechnung. Er klingt eher „staatstragend“, als im Sinne eines modernen gesellschaftlichen Engagements. In seinem Auftaktreferat zur Tagung am Montag gab Paul Stefan Roß, Professor an der Dualen Hochschule Stuttgart, einen Überblick über den Wandel dieses Ehrenamts und einen kurzen geschichtlichen Rückblick zu dessen Entstehung. In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war beim „Ehrenamt“ noch alles in Ordnung, weil sich in Vereinen und Organisationen Freiwillige für viele ehrenamtlichen Aufgaben fanden. Seit Mitte der 80er-Jahre bröckelt dieser unentgeltliche Einsatz aber und es mangelt dem „Ehrenamt“ in nahezu allen Bereichen an Nachwuchs.

„Das Ehrenamt heute wird eher kurzfristig, projektbezogen für bestimmte gesellschaftliche Themen verstanden und dafür finden sich immer noch viele Menschen zusammen. Nicht jedoch für ein einzelnes Ehrenamt, das zeitlich lange bindet“, weiß Roß aus seinen wissenschaftlichen Studien. Als Gründe für diese Entwicklung sieht der Referent die veränderte Gesellschaft an, die den Leuten eine hohe Flexibilität abverlangt, was zu Lasten des ehrenamtlichen Einsatzes geht.

Zeitgemäße Seminare anbieten

Ziel der dreitägigen Zusammenkunft ist es, sich mit aktuellen Trends und Tendenzen beim Ehrenamt auseinanderzusetzen. Auf der Basis dieser Realitäten sollen nun passgenaue Seminarangebote für diese zeitgemäße Form von „Engagement 4.0“ an den ländlichen Bildungszentren entworfen werden, wie Verbands-Geschäftsführerin Uta-Maria Kern dies in der Bauernschule formulierte. Auch die Jugend kam thematisch nicht zu kurz, die bekanntlich gerne aktiv ist, aber richtige Rahmenbedingungen benötigt. Dies betonte Robert Janßen-Morof von der „Akademie Junges Land“ in seinem Ausblick.

Um diesem Ziel näher zu kommen, stand neben mehreren Vorträgen und Diskussionsrunden auch eine Exkursion am Dienstag nach Österreich auf dem Programm. Dort wurde das bäuerliche Schul- und Bildungszentrum für Vorarlberg in Hohenems besichtigt. In Langenegg gab es danach einen Einblick in praktische Beispiele zur Stärkung der Bürgerbeteiligung im Sinne eines aktuellen gesellschaftlichen Engagements.

Der Festabend „Ehrenamtsland Baden-Württemberg“ am Montag mit musikalischer Umrahmung durch die Gruppe „HeiliXblechle“ und festlichem Abendessen bot den geeigneten Rahmen zum Austausch der Bildungsexperten untereinander. Ein Grußwort sprach dabei auch Bürgermeister Roland Weinschenk.

Bundesweit gibt es 44 ländliche Heimvolkshochschulen beziehungsweise „Bildungszentren im ländlichen Raum“, die alle ein umfangreiches Seminarangebot machen. Dazu gehört auch die Schwäbische Bauernschule. Die Jahresprogramme beim „Lernen im Grünen“ bieten eine Mischung aus Bildung und Entspannung. Ziel ist es, die Besucher mit Bildung zu versorgen und Orte der Begegnung zu schaffen. Der Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum hat seinen Sitz in Berlin und vertritt die Interessen der 44 Häuser. Weitere Infos unter www.verband-bildungszentren.de und www.lernen-im-gruenen.de. (saz)

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