Auch benachbarte Reitergruppen haben beim Leonhardsritt mitgemacht.

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Gruppenführer Hans-Dieter Hertkorn (rechts) und Gerhard Romer führen die Reiterprozession an.
Gruppenführer Hans-Dieter Hertkorn (rechts) und Gerhard Romer führen die Reiterprozession an. (Foto: Rudi Heilig)
Rudi Heilig

Am Sonntag konnte das Patrozinium des Dorfheiligen im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren gefeiert werden. Am Namenstag, 6. November, findet der traditionelle Gottesdienst in der Leonhardskirche statt. Ein gemütlicher Frühschoppen im Hotel „Adler“ schließt sich dann an. Auch weil es am Sonntag im Anschluss an die Eucharistiefeier ein gemeinsames Mittagessen gab, war der Gemeindesaal schnell bis auf den letzten Platz gefüllt. Am nachmittäglichen Leonhardsritt beteiligten sich einige Dutzend Reiterinnen und Reiter.

Pfarrer Stefan Werner nutzte den Todestag des Dorfheiligen, um dessen Leben in Erinnerung zu rufen. Da der Heilige Leonhard sich neben den Pferden auch anderen Tieren zuwandte, überließ Werner als Verkündigung sieben „Tieren“ das Wort. Diese traten als Adler, Esel, Fisch, Henne, Rabe, Taube und Löwe ans Mikrofon. In interessanten Statements brachten sie ihr heutiges, oft nicht so schönes Tierleben zum Vortrag.

Nach so vielen nachdenklichen Stimmen umfasste die Predigt von Pfarrer Werner mit dem Thema Schafe nur wenige Sätze: „Auch wenn wir uns noch so oft im Leben verirren, Jesus als guter Hirte lässt niemanden verloren gehen“. Der festliche Gottesdienst wurde von der Familiensonntagband unter Leitung von Volker Schumacher musikalisch begleitet.

Gerne nahmen etwa 250 Menschen anschließend den von der Ortschaft Reute-Gaisbeuren arrangierten Mittagstisch an. Für eine zügige Bedienung der Gäste sorgten Mitglieder des Ortschaftsrates sowie die Mitarbeiterinnen der Ortschaftsverwaltung. Ortsvorsteher Achim Strobel konnte neben den Gemeindemitgliedern auch viele Besucher aus der Nachbarschaft begrüßen. Unter den Gästen weilten auch Bundestagsabgeordneter Axel Müller, Bürgermeisterstellvertreterin Sonja Wild, Ortsvorsteher Franz Spehn, Franz Bendel, Helmut Kiefl sowie Alfred Maucher von der Stadtverwaltung Bad Waldsee.

Strobels Lob galt allen Helferinnen und Helfern für die Ausrichtung des Festes, extra Dankesworte gab es für Doris Miller für die Mühe, die sie sich mit der phantasievollen Dekoration gegeben habe.

Gegen 13 Uhr leerte sich das Dorfgemeinschaftshaus. Aus allen Richtungen trafen die Blutreiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn – er ist schon seit dem Jahre 1992 sowohl Gruppenführer als auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren – freute sich, dass auch dieses Jahr trotz unsicherer Wetterlage doch noch 35 Reiter gekommen sind.

Gute nachbarschaftliche Beziehungen dokumentierten Ross und Reiter auch aus Bad Waldsee, Aulendorf und Bergatreute. Da zum selben Termin das Sakrament der Firmung in Bad Waldsee gespendet wurde, konnte Pfarrer Werner nicht wie in früheren Jahren mit dabei sein.

Diakon Franz Fluhr erinnerte hoch zu Pferd in einer kurzen Ansprache daran, welch hohen Stellenwert die Kirche schon immer der Schöpfung und damit auch den Pferden habe zukommen lassen. Mit der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren voran – sie spielte schon am Vormittag beim Kurfrühschoppen in Bad Waldsee – zogen die Reiter dann los. Am Ortsende klinkten sich die Musikanten aus, betend zog die Reitergruppe über den Hof Kempter nach Kümmerazhofen. Dort wurden die Reiter von der Gut-Betha-Glocke der Schönstattkapelle begrüßt.

Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche und dem Kloster Reute führte der Ritt zurück nach Gaisbeuren Hier übernahm dann die Musikkapelle mit dem Blutfreitagsmarsch wieder die Führung. Angenehm war, dass es bei vergleichsweise milden Temperaturen während der gesamten Prozession nicht regnete.

Während des Flurritts unterhielt Tine Kiefl mit „Fräulein Brehms Tierleben“ ebenfalls „tierisch“ die vielen großen und auch kleinen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus bei Kaffee und Kuchen. Mit gekonnter Mimik und Gesten wusste sie vieles aus dem Leben des Wolfs und der Wildbienen zu berichten.

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