„Angebot auf Schiene war wohl noch nie so unzuverlässig“

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Bei vielen Bahnpendlern herrscht Frust und Enttäuschung. Das wurde jetzt auch bei einem Treffen deutlich.
Bei vielen Bahnpendlern herrscht Frust und Enttäuschung. Das wurde jetzt auch bei einem Treffen deutlich. (Foto: Archiv: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung

In Bad Waldsee hat am vergangenen Freitag ein „Abgeordnetengespräch“ der Arbeitsgemeinschaft Ländlicher Raum (AGLR) stattgefunden. Ein zentrales Thema des Gesprächs waren die Zustände auf den Bahnstrecken im Stuttgarter Raum, teilt das Regierungspräsidium Tübingen mit.

„Züge kommen derzeit viel zu oft verspätet, überfüllt und häufig überhaupt nicht an. Davon sind auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus dem Raum Neckar-Alb und Oberschwaben betroffen. Anstatt effizient an den Arbeitsort zu kommen, herrscht bei vielen Bahnpendlern Frust und Enttäuschung. So kann es nicht weitergehen“, machte die Sigmaringer Landrätin Stefanie Bürkle deutlich. „Das Angebot auf der Schiene war wohl noch nie so unzuverlässig und unpünktlich wie heute. Dies muss sich schnell ändern. Sonst stehen wir uns bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderung in Sachen Energie- und Verkehrswende selbst im Weg“, ergänzte der Landrat des Bodenseekreises, Lothar Wölfle.

„Züge viel zu oft verspätet und überfüllt“

„Wir erwarten, dass das Verkehrsministerium in Stuttgart die Fehler bei der Neukonzeption des Schienenpersonennahverkehrs zeitnah behebt und wieder Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit einkehren,“ betonten Bürkle und Wölfle. Insbesondere müsse der Umstand, dass zu wenig und zu knapp bemessene Kapazitäten bestellt wurden, schnellstmöglich korrigiert werden. Zudem müssten die im Regierungsbezirk Tübingen noch überwiegend dieselbetriebenen Strecken zeitnah flächig elektrifiziert werden, damit der Bezirk den Anschluss an das Deutsche Schienennetz, das vielfach bereits elektrifiziert ist, nicht verliere.

Zuschüsse für ÖPNV werden begrüßt

Allgemein begrüßt wurde laut Mitteilung, dass die Länder vom Bund künftig deutlich mehr Zuschüsse für den öffentlichen Personennahverkehr bekommen sollen. Von diesen zusätzlichen Geldern nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und aus den sogenannten Regionalisierungsmitteln werde auch der Regierungsbezirk Tübingen profitieren.

Im Rahmen der AGLR treffen sich die Bundestags-, Landtags- und Europaabgeordneten des Regierungsbezirks Tübingen regelmäßig mit Regierungspräsident Klaus Tappesser, den Landräten, den Oberbürgermeistern, den Bürgermeistern, den Regionaldirektoren der drei Regionalverbände sowie Vertretern aus Wirtschaft, Handwerk, Kirchen und Landwirtschaft, um sich zu strukturpolitisch relevanten Themen auszutauschen.

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