Aktiv gegen das Sterben im Mittelmeer

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Italien, Pozzallo: Das beschlagnahmte Rettungsschiff „Eleonore“ der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline, liegt im Hafen
Italien, Pozzallo: Das beschlagnahmte Rettungsschiff „Eleonore“ der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline, liegt im Hafen, im Vordergrund liegt ein Teil der 104 Rettungswesten der geretteten Migranten. (Foto: Archiv Johannes Filous)
Schwäbische Zeitung

Über die Geschichte und die aktuelle Situation der Seenotrettung wird Amy Neumann-Volmer auf einer Veranstaltung des Aktionsbündnisses „Sicherer Hafen Bad Waldsee“ berichten. Die Veranstaltung findet Dienstag, 24. September, um 19 Uhr im Wohnpark am Schloss (Hauskapelle in der Steinacher Straße 70/2) statt. Der Eintritt ist frei.

Neumann-Volmer ist Vorstandsvorsitzende der Organsation „Ärzte ohne Grenzen Deutschland“ und selber seit 2007 im Einsatz für die weltweit aktive und unabhängige Nothilfeorganisation. Sie führt seit 30 Jahren eine Landarztpraxis in Amtzell, teilt der Waldseer Arbeitskreis für Menschenrechte, Asyl, Frieden, Umwelt und globale Bildung mit.

Die Geschichte der Seenotrettung im Mittelmeer ist laut Mitteilung ein Trauerspiel in mehreren Akten. Nachdem Italien und die EU die staatliche Seenotrettung quasi auf Null gefahren hätten, sei mit Milliardenprogrammen auf die Flüchtlingsabwehr durch Frontex gesetzt worden. Damit würden europäische Politiker bewusst die Augen vor der schweren humanitären Krise verschließen, die durch ihre Politik in Libyen und auf dem Meer verlängert werde.

So seien es heute faktisch nur noch die privaten und unabhängige Seenotretter, die Humanität und internationales Seerecht auf dem Mittelmeer verteidigen. Für sie stehe fest: „Solange diese vermeidbaren Todesfälle und dieses vermeidbare Leid weitergehen, weigern wir uns, tatenlos zuzusehen“, sagt Sam Turner, Leiter der Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in Libyen und im Mittelmeer.

„Ärzte ohne Grenzen“ kämpft laut Mitteilung seit Jahren für eine humanitäre Seenotrettung und betreibt mit „SOS Méditerranée“ eigene Rettungsschiffe. Damit gerate sie immer wieder in Konflikte mit den Abschottungspolitikern Europas. Beispielsweise habe das Rettungsschiff „Aquarius” auf massiven politischen und wirtschaftlichen Druck Italiens hin nach dem zweimaligen Entzug der Flagge die Hilfe im vergangenen Jahr einstellen müssen.

Inzwischen habe das neue Rettungsschiff „Ocean Viking” die Seenotrettung im Mittelmeer wieder aufgenommen. Am 17. September habe es bei einem neuen Einsatz vor der libyschen Küsten 48 Bootsflüchtlinge an Bord genommen und die Organisationen angekündigt, gleich wieder zu einem Rettungseinsatz auszulaufen.

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