Abwechslungsreiche Partynächte im Wald

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 0116: Max Waibel, alias DJ Maximilian wusste was sein Fans gern hören
0116: Max Waibel, alias DJ Maximilian wusste was sein Fans gern hören (Foto: Dietmar Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

Das Wetter war ideal und die Verantwortlichen vom Waldstock e.V. konnten sich über ein gelungenes Partywochenende freuen. Sowohl am Freitag wie auch am Samstagabend strömten die Besucher bis zum Abschluss der Dämmerung zum Festivalgelände, so dass DJ Maximal am Freitag und die Band Peter Pux am Samstag von ihrer Bühne auf jeweils rund 1500 Fans herunter schauen konnten.

Nach dem mit dem kostenpflichtigen Rudelsingen am Donnerstagabend offensichtlich nicht so ganz der Nerv der breiten Masse getroffen wurde, war man am Freitagabend mit Kult DJ´s aus der Region wieder auf sicherem Terrain. Umsonst und draußen mit einem abwechslungsreichen Programm lautet schließlich seit Jahrzehnten das Motto dieser weit über die Region hinaus bekannten Sommerparty.

Die Temperaturen waren äußerst angenehmen und passten damit bestens zu dem entspannten Sound den „The Squirrels“ auflegten. Variiert mit sphärischen Sequenzen zeigte die Dauerschleife „Moving on the danceflor“ schon einmal das Motto der Party an. Julius Exner, einer der beiden Squirrels freut sich, dass er bereits zum zweiten Mal beim Waldstock dabei sein kann. „Das ganze Umfeld ist mega entspannt und man fühlt sich als Künstler gut aufgenommen“. Zum ersten mal beim Waldstockfestival hingegen war das DJ-Duo Simpatiek mit Sascha und Alex. Unter den mitangereisten Freunden ist auch Daniel aus Oberteuringen, dem die „coole und schicke Beleuchtung“ des Festivalgeländes gefällt. Hingegen ein alter Hase im Gaisbeurener Wald ist der Lokalmatador Max Waibel, der bei seinem Auftritt auf ein dicht gefülltes Festivalgelände blicken konnte. Souverän mixt er den Sound, den seine Fans gerne hören und begeistert mitwippen.

Über Nacht altert das Publikum beim Waldstockfestival um fast 20 Jahre. War am Freitagabend kaum jemand jenseits der 30 anzutreffen, so lockten die Bands am Samstag alle Altersschichten bis weit über die 50 hinaus. Gerade mal 20 Jahre jung hingegen ist Luke Noa, dessen Trio in eher gemächlichem Tempo vor sich hin groovt. Eine dominante Bassdrum, die markante Stimme von Luke und ein dezenter Chor zeichnen die Stücke im Singersongwriterstil aus.

Ganz anders dann die „Grup Huub“, bei der ein Blick auf die Instrumentierung mit Posaune und Trompete die Richtung andeuten. Der Mix aus Ska und Balkanpop, dazu die unkomplizierte Aufforderung „kommt her und tanzt mit uns“ bringen schnell gute Laune. Fasziniert war das Publikum von Anna-Lucia Rupp und Fama M´Boup die als Olicía während der Umbaupausen für ein interessantes Kontrastprogramm sorgten. Als electronic handmade Loopjazz bezeichnen sie ihren Stil und das trifft es ganz gut. Begeistert von der Vielfalt am Waldstockfestival ist auch Nick, der zusammen mit seiner Frau schon seit acht Jahren regelmäßig zum Festival kommt. „Freitag ist mehr meine Muke, Samstag ist mehr die Musik meiner Frau“ sagt er im Gespräch mit der SZ und fügt noch hinzu, dass er das Festival gerne unterstützt.

Mit mainstreamtauglichen Deutschpop steht schließlich Peter Pux mit seiner Band auf der Bühne. Mit beachtenswerten Texten zu Titeln wie „Schere, Stein, Papier“, „Apfelbaum“ oder „Vergiss mein nicht“ besingt der Ravensburger Themen, die den Nerv der Zeit treffen. Ausgereifte Musikalität zeigten auch die Ausflüge zum Hiphop-Stück „A-N-N-A“ von Freundeskreis oder eher ins rockige Genre mit „Narotic“ von Liquido. Rockig – extrem und schnörkellos – war schließlich das Finale des Waldstockfestivals mit der Augsburger Band „Go Go Gazelle“. Gitarre, Bass und Percussion, dazu eine markante Stimme, die deutsche Texte singt und fertig ist der krönende Abschluss eines Festivals, dem noch viele Wiederholungen zu wünschen sind.

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