283 Bands und DJs wollten zum Waldstock-Festival

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Insgesamt acht Bands und sieben DJs treten in diesem Jahr beim Waldstock-Festival auf.
Insgesamt acht Bands und sieben DJs treten in diesem Jahr beim Waldstock-Festival auf. (Foto: Sebastian Ehinger)
Schwäbische Zeitung

Info: Weitere Informationen zum Waldstock-Festival gibt es unter www.waldstock.info. Karten für Marie Lumpp und Julia Meier gibt es ebenfalls online oder ab 13. Juli für 10 Euro bei „Onkel Robert“

Einmal jährlich schallt Tanzmusik und Applaus aus dem Wald an der B 30 beim Ortseingang Gaisbeuren. Der Grund: das Waldstock-Festival. Seit 1982 verwandelt sich der idyllische Wald in einen Open-Air-Club. Das aktuelle Kernteam organisiert das Festival nun zum zehnten Mal und holt die Anfänge zurück. Wolfgang Heyer hat mit Organisator Sebastian Ehinger über die diesjährige Feier gesprochen.

Herr Ehinger, wie viele Bands haben sich in diesem Jahr für einen Auftritt beim Waldstock-Festival beworben.

Es waren insgesamt 283 Bands und DJs und damit so viele, wie noch nie. Von den 283 Bewerbern haben wir 180 in die engere Auswahl genommen und genauer angeschaut. Letztendlich treten nun acht Bands und sieben DJs auf.

Von 283 auf 15 Künstler: Wie kann man sich da den Entscheidungsprozess vorstellen?

(lacht) Das ist nicht ganz einfach, da spielen mehrere Faktoren mit rein. Grundsätzlich mischen wir bekanntere, mit unbekannten Bands und wer aus der Gegend kommt oder einen Bezug zu Bad Waldsee hat oder beim Festival hilft, ist schon mal im Vorteil. Auch wer Eigenkompositionen zu bieten hat oder Neuinterpretationen bekannter Titel spielt, bekommt Pluspunkte. Grundsätzlich sind wir für alles offen. Es muss einfach gut ins Line-Up passen.

Wer entscheidet über Auftritt oder Nicht-Auftritt?

Unser Bandkomitee besteht aus drei Waldstock-Mitgliedern. Wenn wir uns die Bands vorab live anschauen, dann geht es vor allem darum, dass die Musiker Spaß am Spielen haben.

Was macht die Faszination Waldstock aus Ihrer Sicht aus?

Wir bieten einen rechtlich sicheren Rahmen. Für Wald- und Wiesenkonzerte in der Garage gibt es kaum mehr Platz – häufig aufgrund der überzogenen Regularien. Ein Punk-Konzert in der Garage für 20 Freunde ist unmöglich geworden.

Das Waldstock-Festival kostet keinen Eintritt. Warum?

Das ist das grundsätzliche Konzept, das seit 1982 so gelebt wird. Das Motto lautet: Jeder tut etwas für die Gemeinschaft und alle sind Gewinner. Die Musiker spielen für die symbolische Gage eines Bierkastens und viele Ehrenamtliche helfen die drei Tage über aus. Die Besucher steuern ihren Teil bei, indem sie die Getränke kaufen. Aber ja klar, ohne Sponsoren geht es nicht.

Warum sponsern die Städte Ravensburg und Biberach das Waldstock-Festival, nicht aber die Stadt Bad Waldsee?

Ich habe keine Ahnung. Bislang ist die Stadt noch nicht auf die Idee gekommen. Aber Ravensburg ist mit der Oberschwabenhallen KG und Biberach mit dem Kulturkalender am Festival vertreten.

Sie sagten, ohne Sponsoren geht es nicht. Wie meinen Sie das?

Wir dürfen uns bei alten Waldseer Firmen Material ausleihen. Für diese Sachspenden wollen die Firmen nichts, denen geht es nur darum, dass das Waldstock weiterläuft. Wir versuchen – wie in den Gründerjahren – mit möglichst wenig hartem Geld auszukommen und es so unkompliziert wie möglich zu halten.

Seit 2015 beginnt das Waldstock schon am Donnerstag. Was erwartet die Gäste an diesem Tag vor Festivalbeginn?

Als das Kernteam vor zehn Jahren zum ersten Mal das Waldstock organisiert hat, war Marie Lumpp als Musikerin dabei. Zwischenzeitlich hat dieses Ausnahmetalent Karriere gemacht und unter anderem im Musical ,Das Wunder von Bern’ eine Hauptrolle gespielt. Gemeinsam mit ihrer Schauspielkollegin Julia Meier zeigt sie das Programm ,Vogelfrei’. Das ist ein absoluter Höhepunkt für mich. Marie war mit uns auf der Schule und es ist schön, sie auf der Bühne mit dabei zu haben. Als wir sie angefragt haben, hat sie sich jedenfalls tierisch gefreut.

Warum habt ihr den Kleinkunst-Abend eigentlich ins Programm aufgenommen?

Es lohnt sich einfach, Kultur weiter zu fördern.

Hat sich beim Thema Sperrstunde etwas verändert?

Nein. Wie im vergangenen Jahr dürfen wir bis 1 Uhr Musik spielen und bis 2 Uhr Ausschenken.

Wie steht es um die Helfersuche?

Die Helferlisten stehen auf unserer Homepage. Ohne Helfer bekommen wir das Festival gar nicht gestemmt. Übers Jahr sind wir fünf bis sechs Leute, die das organisieren. Aber während des Festivals brauchen wir rund 70 Helfer.

Info: Weitere Informationen zum Waldstock-Festival gibt es unter www.waldstock.info. Karten für Marie Lumpp und Julia Meier gibt es ebenfalls online oder ab 13. Juli für 10 Euro bei „Onkel Robert“

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