Die Jubilare bei der Feierstunde auf dem Gruppenbild vereint.
Die Jubilare bei der Feierstunde auf dem Gruppenbild vereint. (Foto: Rudi Martin)
Rudi Martin

Ein kleines Jubiläum ist am Sonntagnachmittag in der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee gefeiert worden. Zum fünften Mal in Folge wurden bei einem Festakt im großen Saal „Goldene Meisterbriefe“ verliehen. Alle zwei Jahre gibt es diese festliche Veranstaltung. Mit Urkunden des Landes, unterzeichnet vom Agrarminister Peter Hauk, dazu mit Buchgeschenken der Meisterverbände Ravensburg/Bad Waldsee und Leutkirch/Wangen wurden zwölf Meisterinnen und 23 Meister ausgezeichnet, die in den Jahren 1969 und 1970 ihre Meisterprüfungen in den Fachbereichen Hauswirtschaft und Landwirtschaft mit bestem Erfolg abgelegt hatten.

Sämtliche Redner bei diesem Festakt betonten, dass die damaligen Absolventen in einer Zeit des rasanten Umbruchs in der Land- wie der Hauswirtschaft eine Lebensleistung höchsten Wertes für die Gesellschaft vollbracht haben. Ein Großteil der jetzt Geehrten hatte in all den Jahren zahlreichen Auszubildenden zu erfolgreichen Abschlüssen verholfen.

Christine Dorn-Bohner und Heinrich Vincon als Vorsitzende und Sprecher der Meisterverbände Ravensburg/Bad Waldsee und Leutkirch/Wangen merkten in ihrer Begrüßung an, dass es ein Glücksfall sei, diese besondere Veranstaltung in der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee abhalten zu könen.

Die Bad Waldseer Fort- und Weiterbildungsstätte biete den idealen Rahmen für solch einen Festakt. Der vorzügliche Service der Schwäbischen Bauernschule sei ja weithin bekannt. Und den durften die Gäste bei Kaffee und Kuchen auch ausgiebig genießen.

Eröffnet wurde der Festakt mit blasmusikalischen Klängen der Bauernkapelle Oberschwaben mit etlichen klangvollen, schmissigen Stücken – so mit dem Marsch „Mein Heimatland“. Barny Bitterwolf – Dozent an der Bauernschule und selbst ein Meister des Wortes, des Gesangs und vieler Instrumente – bedankte sich bei der Bauernkapelle für das musikalische Gastgeschenk und wünschte den Musikern viel Erfolg als Botschafter Baden-Württembergs nächstes Wochenende bei der „Grünen Woche“ in Berlin. Grußworte und Gratulationsbekundungen richteten Waldemar Westermayer (Vorsitzender des Bauernverbands Allgäu-Oberschwaben) sowie Sonja Wild, in Vertretung von Bürgermeister Roland Weinschenk, an die Gäste.

Westermayer nahm Stellung zu Themen, die insbesondere die Landwirtschaft betreffen, und erklärte dazu: „Momentan funktioniert einiges nicht. Und dazu braucht es dringend Lösungen seitens der Politik.“

Die Festrede hielt der Amtsleiter des Landwirtschaftsamts Ravensburg, Albrecht Siegel. Ihm war es ein besonderes Anliegen, den Jubilaren zu gratulieren und ihre vorbildliche Lebensleistung zu würdigen. Er bezeichnete die damals jungen Führungskräfte in Land- und Hauswirtschaft als heutige „Leuchttürme“, die aufgrund ihrer vor 50 Jahren erworbenen, anspruchsvollen Qualifikation stolz sein können auf das Geschaffene und ihr Lebenswerk.

Als Ausbilder hatten die heute zu ehrenden Meisterinnen und Meister in vielfacher Weise ihr Wissen und Können an den beruflichen Nachwuchs weitergegeben. Siegel erinnerte daran, dass sich seither in der Ausbildungsordnung für die Fachschulen bis hin zur Meisterqualifizierung viel geändert habe, der praktischen Ausbildung in den Betrieben aber nach wie vor hohe Bedeutung zukomme.

Über die historische Entwicklung der land- und hauswirtschaftlichen Fachschulen im Landkreis Ravensburg – es sind die ältesten im Land – wurde zum 150-jährigen Jubiläum der Fachschule Ravensburg eine Festschrift erstellt, die anlässlich der Verleihung der Goldenen Meisterbriefe den Jubilaren überreicht wurde. Gelobt wurde das vielfach gezeigte ehrenamtliche Engagement der Jubilare über Jahrzehnte hinweg als ein Markenzeichen für die Gesellschaft in den Verbänden, Vereinen und Kommunen.

Allen Jubilaren wurden die Auszeichnungen persönlich und einzeln überreicht. Danach blieb noch genügend Zeit zum Austausch von Erinnerungen – und auch für die musikalische Unterhaltung und die Anekdoten von Barny Bitterwolf samt dem gemeinsamen Singen.

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