Roswitha Zormann (rechts), Altenpflegerin im Wohnpark am Schloss in Bad Waldsee (hier mit Bewohnerin Agnes Köberle), hat am Pro
Roswitha Zormann (rechts), Altenpflegerin im Wohnpark am Schloss in Bad Waldsee (hier mit Bewohnerin Agnes Köberle), hat am Programm „Rückenwind“ teilgenommen. (Foto: Gottfried Brauchle/St. Elisabeth-Stiftung)
Schwäbische Zeitung

Mehrere Mitarbeiter aus dem Geschäftsbereich Altenhilfe der St. Elisabeth-Stiftung nehmen am Präventionsprogramm „Rückenwind“ teil. Zu den Zielen gehört neben dem Erhalt oder der Wiederherstellung von Arbeitskraft und Gesundheit der Mitarbeiter ein besserer Umgang mit körperlicher und psychischer Anspannung.

Auf den einwöchigen, stationären Aufenthalt in der Rehaklinik mit Gesundheitscheck, individuellem Behandlungsprogramm und persönlicher Zielvereinbarung folgen drei Monate, in denen die Mitarbeiter ein elektronisches Trainingsprotokoll führen. Sie werden regelmäßig von ihrem Therapeuten kontaktiert und in ihren Bemühungen begleitet. Zwei weitere, jeweils dreitägige Aufenthalte in der Rehaklinik, im Abstand von ebenfalls drei Monaten folgen.

Mit den Themen Bewegung, Ernährung, Entspannung und Stressbewältigung bezieht das Präventionsprogramm „Rückenwind“ den Arbeitsplatz, die Arbeitssituation sowie die gesamte Lebenswelt ein. Es wurde speziell für Mitarbeitende der Evangelischen Heimstiftung entwickelt und wird von der Deutschen Rentenversicherung genehmigt und finanziert. Der Geschäftsbereich Altenhilfe der St. Elisabeth-Stiftung konnte einige Plätze pro Kurs für Mitarbeitende reservieren.

Der Fokus liegt bei jedem Teilnehmenden woanders. Wo, das wird in Tests und Gesprächen herausgefunden. Für Roswitha Zormann, Altenpflegehelferin im Wohnpark am Schloss in Bad Waldsee, war es die Sterbephase eines langjährigen Bewohners, die sie nach der „Rückenwind“-Basiswoche ganz bewusst als positiv wahrgenommen hat. „Ich konnte mir danach sagen, dass es gut war, dass ich Zeit hatte, mich zu ihm zu setzen und dass ich das Beste draus gemacht habe. Man muss üben, auch das Gute zu sehen.“

Sie hat vor zehn Jahren ihre Ausbildung gemacht und liebt ihren Beruf nach wie vor. „Ich möchte nichts anderes machen“, sagt die 53-Jährige. Trotzdem – oder gerade deshalb – hat sie es als sehr wertvoll empfunden, in dieser Kurswoche zusammen mit anderen und unter professioneller Begleitung herauszufinden, „wo meine persönlichen Schwachstellen liegen und woran ich noch arbeiten kann.“

„Ich war teilweise geschockt, wie gut die Ergebnisse auf mich zugetroffen haben“, berichtet Evelyn Dickgießer, die seit 25 Jahren als Pflegehelferin arbeitet. Die 50-Jährige ist im Wohnpark St. Georg in Meckenbeuren beschäftigt. Das bestätigt auch Sabine Conrady, die im Hospiz Schussental arbeitet und das strukturierte Vorgehen und die Unterstützung beim Erreichen der persönlichen Zielvereinbarung als sehr hilfreich empfindet.

Meist gelesen in der Umgebung

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen