„Zu wenig Platz für zu viele Kinder“

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Linda Bixenmann (links), stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, und Elternbeiratsvorsitzenden Sibylle Preuß wünschen s
Linda Bixenmann (links), stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, und Elternbeiratsvorsitzenden Sibylle Preuß wünschen sich mehr Platz im städtischen Kindergarten Villa Wirbelwind. (Foto: Paulina Stumm)

Derzeit sind im Kindergarten Villa Wirbelwind im Sandweg drei Gruppen mit 22, 25 und 20 Plätzen untergebracht. Es handelt sich um eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit (sieben Stunden), eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit und Altersmischung und eine Ganztagsgruppe. Die Gruppen seien damit voll belegt, teilt die Stadtverwaltung mit. In der Krippe Auf der Steige sind derzeit vier Plätze in den beiden Gruppen mit je zehn Plätzen frei. Betreut werden die Kinder von 14 Mitarbeiterinnen im Kindergarten sowie sieben Mitarbeiterinnen in der Krippe, die teils in Voll-, teils in Teilzeit arbeiten. Dazu gibt es noch eine Sprachförderungsstelle. (pau)

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Der Elternbeirat der Villa Wirbelwind klagt über Platzmangel in dem städtischen Kindergarten. Sein Anliegen hat er mehrfach bei der Stadtverwaltung vorgebracht. Eine Reaktion blieb lange aus. Dabei haben die Eltern einen vorläufigen Lösungsvorschlag: ein Containerraum, sagen sie, wäre momentan schon eine Verbesserung.

„Die Bedingungen passen nicht. Es ist zu wenig Platz für zu viele Kinder“, sagt Linda Bixenmann, stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats. Gemeinsam mit der Elternbeiratsvorsitzenden Sibylle Preuß schildert sie im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“, wo aus Elternsicht Probleme bestehen. „Es gibt keinen Essensraum“, sagt etwa Bixenmann, deshalb müsse einer der drei Gruppenräume täglich für das Mittagessen umgebaut werden. „Da geht so viel Zeit drauf, die dann an unseren Kindern fehlt“, findet Preuß. Wo es ein Ganztagsangebot gebe, müsse es auch einen Essensraum geben, finden sie.

Auch der Schlafraum sei zu klein und mittlerweile so zugestellt, dass es zu eng sei. Für besondere Angebote, etwa die Sprachförderung, fehle ein separater Raum, genauso wie für Elterngespräche. Auch das Team-zimmer halten sie für mittlerweile nicht mehr ausreichend groß, dass alle Erzieherinnen Besprechungen abhalten könnten. Der Garten sei nicht groß genug, es gebe Streit unter den Kindern. Dass einer der Gruppenräume nur über eine Treppe und damit nicht barrierefrei zu erreichen ist, halten die Elternvertreterinnen in Zeiten von Inklusion für nicht mehr zeitgemäß.

Keine Antwort aus dem Rathaus

Ganz neu ist das Platzproblem indes nicht. Gewichtig sei es vor rund zweieinhalb Jahren geworden, als die Ganztagsbetreuung eingeführt wurde, erinnert sich Preuß. Vor zwei Jahren wandte sie sich deshalb in einem Schreiben an Bürgermeister Matthias Burth, erläuterte die beengte Platzsituation und schlug einen Neubau vor. Eine Antwort, sagt sie, habe sie nie bekommen. Da sich an der Situation aber nichts änderte, wandte Preuß sich Anfang Februar mit dem Elternanliegen erneut an den Bürgermeister. Eine Reaktion blieb auch diesmal zunächst aus. Für Preuß ein unverständliches Verhalten. „Man hat das Gefühl, sie kümmern sich gar nicht darum.“

Mittlerweile ist etwas Bewegung in die Sache gekommen. Der Verwaltungsausschuss werde den Kindergarten demnächst besichtigen, berichten Preuß und Bixenmann. Denn auch die Gemeinderäte hatten die beiden im Februar angeschrieben und gebeten, sich selbst ein Bild von der Raumsituation zu machen. Aus dem Rathaus sei indes erst eine Reaktion gekommen, als dorthin durchgedrungen sei, dass die Elternbeiratsvorsitzenden sich an die „Schwäbische Zeitung“ gewandt hatten. Am Tag des Pressetermins erhielten die beiden eine Einladung zum Gespräch mit dem Bürgermeister.

Dass der Eindruck entstanden ist, er nehme das Thema nicht ernst genug, kann Bürgermeister Matthias Burth nur bedingt nachvollziehen. Es habe im Februar 2017 einen Termin dem Elternbeirat gegeben, daher habe er das erste Schreiben als erledigt angesehen. In jüngerer Zeit sei man damit beschäftigt gewesen, den künftigen Bedarf an Kindergartenplätzen zu ermitteln. „Das hat länger gedauert, und da habe ich es versäumt, dem Elternbeirat noch einmal einen Sachstand zu geben“, räumt er ein.

Kindergarten bleibt erhalten

In Zukunft, davon geht die Stadt nach ihrer Bedarfsanalyse mittlerweile fest aus, werden in der Stadt noch mehr Kindergartenplätze benötigt. „Fakt ist“, sagt Burth, „dass es einen weiteren Neubau geben muss.“ Das heiße aber nicht, dass der Kindergarten im Sandweg aufgegeben werde. „Ihn wird es weiter als dreigruppigen Kindergarten geben.“ Der Neubau, der auch Platz für mehrere Gruppen bieten soll, sei zusätzlich gedacht, für einen gewissen Zeitraum auch zusätzlich zur Krippe. Zur Standortfrage will Burth sich derzeit noch nicht öffentlich äußern.

Zur derzeitigen Raumsituation in der Villa Wirbelwind sagt Burth, sie „entspricht den gesetzlichen Anforderungen, somit ist es ausreichend“. In Sachen Barrierefreiheit gelte ein Bestandsschutz, auch wenn neue Kindergärten heutzutage barrierefrei gebaut würden. Auch für den Außenbereich liege der Kindergarten mit knapp neun Quadratmetern pro Kindergartenplatz im Rahmen der Empfehlungen zwischen acht und zehn Quadratmetern. Auch wenn mehr wünschenswert sei, den Garten könne er nicht vergrößern. Es gebe allerdings Pläne für eine Umgestaltung, die derzeit aber auf Eis liegen.

„Die Raumsituation hat sich in den vergangenen drei Jahren nicht wesentlich verändert“, sagt Burth. Als in dem ursprünglich für zwei Gruppen konzipierten Kindergarten eine dritte Gruppe eröffnet wurde, sei ein weiterer Raum umgenutzt worden. Dass der Personalschlüssel in der Kinderbetreuung sich erhöht habe und es durch die Ganztagsbetreuung einen weiteren Raumbedarf gebe, sei aber unbestritten. Um eine Entspannung der Raumsituation zu erreichen, gelte es zu überdenken, welche Betreuungsformen künftig in der Villa Wirbelwind und welche im Neubau angeboten werden sollten, so Burth.

Übergangslösung gesucht

Als kurzfristige Lösung einen Containerraum aufzustellen, sei eine sehr teure Lösung. „Wir suchen eher andere Übergangslösungen in einem bestehenden Raum“, berichtet das Stadtoberhaupt. Schon für das kommende Kindergartenjahr soll ein solcher Raum, quasi als ausgelagerter Standort des städtischen Kindergartens, hergerichtet werden. Die von den Eltern angesprochene Raumproblematik wird das indes wohl nicht lösen; der Raum soll eine weitere zusätzliche Gruppe beherbergen.

Derzeit sind im Kindergarten Villa Wirbelwind im Sandweg drei Gruppen mit 22, 25 und 20 Plätzen untergebracht. Es handelt sich um eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit (sieben Stunden), eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit und Altersmischung und eine Ganztagsgruppe. Die Gruppen seien damit voll belegt, teilt die Stadtverwaltung mit. In der Krippe Auf der Steige sind derzeit vier Plätze in den beiden Gruppen mit je zehn Plätzen frei. Betreut werden die Kinder von 14 Mitarbeiterinnen im Kindergarten sowie sieben Mitarbeiterinnen in der Krippe, die teils in Voll-, teils in Teilzeit arbeiten. Dazu gibt es noch eine Sprachförderungsstelle. (pau)

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