Wohnpark startet mit Bau des ersten Hauses

Lesedauer: 5 Min

Ein kurzer Stich, dann fliegt staubige Erde durch die Luft im Baugebiet an der Waldseer Straße. Mit einem Spatenstich hat das Ingenieurbüro Jürg Schrembs aus Großbottwar (Kreis Ludwigsburg) die Bauarbeiten für das erste Haus des künftigen Wohnparks Aulendorf offizielle eröffnet. Dort, nahe des Bahnhofs, im Eck zwischen Waldseer Straße und Hauptstraße könnte einmal ein Ensemble von fünf Mehrfamilienhäusern stehen. Bis es soweit ist, wird es aber noch eine Weile dauern. Schon der Spatenstich am vergangenen Freitag für das erste Haus, mit dem jetzt elf Wohnungen entstehen, kam später als gedacht.

Jürg Schrembs, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, die den Wohnpark in Aulendorf baut, freut sich, dass er – jetzt, wo alle elf Wohnungen des ersten Hauses verkauft sind – loslegen kann: „Dann sieht der Kunde, es geht was.“ Denn genau das sei das Problem gewesen, weshalb es mit dem Verkauf von Wohnungen nicht richtig voran ging und sich der Baustart verzögerte. Zwar sei die Wohnungsnot in der Region groß, aber keines der derzeit in Aulendorf anstehenden Wohnbauprojekte sei begonnen worden, „weil die Leute keine Kaufoptionen abgeschlossen haben“, sagt Schrembs. „Der Oberschwabe ist ein sehr kritischer Mensch“, findet er, durchaus wohlwollend, alle hätten eben warten wollen, bis tatsächlich gebaut werde.

Erstmal elf Wohnungen

Insgesamt sind auf dem Gelände fünf Häuser in Geschosswohnungsbauart mit insgesamt 61 Wohnungen geplant, eine Baugenehmigung liegt laut Schrembs bereits für alle vor. Der erste Bauabschnitt umfasst die drei Häuser, die sich in erster Reihe in der Waldseer Straße entlang ziehen werden, jede mit elf Wohnungen. Dort, direkt in der Ecke Hauptstraße Waldseer Straße, wird nun das erste Haus gebaut.

„Es ist ein Startschuss“, sagt auch Aulendorfs Bürgermeister Matthias Burth – und hat dabei mehr als das Haus allein im Blick. Es würden hier Eigentumswohnungen geschaffen, aber eben auch eine städtebauliche Entwicklung auf einer Fläche, die jahrelang brach gelegen habe, angestoßen. Für das Gelände, das sich Richtung Norden entlang der Waldseer Straße erstreckt – samt Privatgelände rund um den ehemaligen Penny und die sich anschließende, derzeit herrenlose Fläche des ehemaligen Allgäuer Holzindustrie und Imprägnierwerk Aulendorf (AHI) –, sieht das Integrierte Stadtentwicklungskonzept eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe vor. Mit dem Wohnpark und dem Bahnhofsvorplatz, der derzeit neu gemacht werde, bekomme der Bahnhofsbereich „ein ganz anderes Erscheinungsbild“, freut sich der Bürgermeister.

„Handwerker teurere als in Stuttgart“

Kosten werden die Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, so teilt Bauträger Schrembs mit, zwischen 3200 und 3800 Euro pro Quadratmeter. Günstiger sei es kaum zu machen, sagt er, auch mit Blick auf die Baukosten. „Die Handwerkerpreise und das Material liegen in der Aulendorfer Region um rund 15 Prozent höher als im Stuttgarter Raum“, sagt er und vermutet, dass hier eben noch wenige Firmen in den Billigsektor auslagern, sondern mit eigenem festangestellten Personal arbeiten.

Als Zielgruppe hatte Schrembs junge Familien und Senioren im Blick. Und tatsächlich würden in das erste Haus – voraussichtlich im Herbst 2019 – junge Leute zuziehen, die den Zuganschluss nutzen wollten, aber auch ältere Menschen, die ihr Haus verkaufen und sich verkleinern wollten. Auch wenn es schleppend angelaufen ist, grundsätzliche Zweifel am Wohnpark Aulendorf hegt der Investor nicht. „Wir glauben an das Projekt und den Standort Aulendorf“, sagt Schrebms und geht davon aus, dass weitere Kaufinteressenten schon kommen, wenn mal angefangen ist und ein Blick in den Rohbau möglich werde. Nachfragen auch für das zweite Haus seien jedenfalls konstant da.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen