„Wir planen einen Hochseilgarten in der Tenne“

Lesedauer: 6 Min

Dirk Baumeister schätzt den „Himmelsblick“, wie der kleine Andachtsraum mit Dachfenster heißt. Ein kleines Heft mit geistlichen
Dirk Baumeister schätzt den „Himmelsblick“, wie der kleine Andachtsraum mit Dachfenster heißt. Ein kleines Heft mit geistlichen Impulsen liegt dort für Gruppen aus. (Foto: Paulina Stumm)
Schwäbische Zeitung

Seit 36 Jahren gibt es die Dobelmühle bei Aulendorf als Ort der Jugendarbeit und Begegnung. 2002 übernahm die Dobelmühle gGmbH das Freizeit- und Erlebniszentrum in der Tradition evangelischer Jugendarbeit. Das erlebnispädagogische Angebot der Dobelmühle, etwa teambildende Aufgaben an der Kletterwand, nutzen Schulklassen und vor allem Gruppen aus dem christlichen Bereich, etwa Konfirmandencamps. Dazu bietet das Zentrum eigene Zeltlager an. Dirk Baumeister ist einer von drei ehrenamtlichen Geschäftsführern der Dobelmühle und Vorsitzender des Fördervereins Dobelmühle in Personalunion. Paulina Stumm hat mit ihm über rückläufige Übernachtungszahlen, alternative Finanzierungsmöglichkeiten und einen Brückenbau mit Hindernissen gesprochen.

Herr Baumeister, im vergangenen Jahr gab es Unstimmigkeiten wegen der Fußgängerbrücke über die Ach am Rande des Geländes der Dobelmühle. Sie hatten angeboten, den derzeit gesperrten Steg zu erneuern, der Gemeinderat gab grünes Licht, passiert ist dann aber nichts. Wie ist der Stand heute?

Unser Angebot steht nach wie vor, wir haben immer wieder Gruppen da, die die Brücke als Fußgängersteg bauen würden. Aber das Brückenbauwerk, wie es die Stadtverwaltung vorschlägt, ist für uns kostenmäßig nicht zu machen. Deshalb ist unser letzter Stand, dass wir es dann eben lassen. Es ist immer noch eine Good-Will-Aktion. Man müsste sich halt mal an einen Tisch setzen und das auf dem kleinen Dienstweg regeln. Vielleicht klappt es dann im Herbst. Bürgermeister Burth hat hier Gesprächsbereitschaft signalisiert und es wird nach einem Termin gesucht.

Auf der Mühle gibt es zwei Häuser mit knapp 80 Betten sowie einen Zeltplatz. Wie viele Übernachtungen haben Sie jährlich?

Für eine schwarze Null brauchen wir 20 000 Übernachtungen, momentan erreichen wir das nicht. 2014 waren es zum Beispiel 16 500 Übernachtungen. Wir haben zwar mehr Gruppen als früher, aber die sind kleiner. Zwischen Pfingsten und Sommer sind wir aber auch ausgebucht, eine höhere Auslastung geht also nicht. Dazu kommt, dass ein Schullandheimaufenthalt früher über fünf Tage ging, heute sind es eher noch drei. Das bedeutet für uns einen Wechsel unter der Woche und doppelten Aufwand beim Reinigen, was die Fixkosten relativ hoch hält.

Wie wollen Sie die rückläufigen Übernachtungszahlen ausgleichen?

Wir versuchen mehr erlebnispädagogische Angebote zu machen. Das Problem ist aber, dass die Schulen, die solche zusätzlichen Bausteine dringend brauchen, meist keine zahlungskräftigen Eltern oder Fördervereine im Hintergrund haben. Wir überlegen zudem, ob wir in kleinem Umfang Firmenkunden für Tagesangebote akquirieren. Das Gelände gibt es her, aber es sollte den Normalbetrieb nicht stören. Unser Herzblut hängt an der Jugendarbeit, aber diese Arbeit muss auch kostendeckend sein.

Zur Dobelmühle gehören rund zehn Hektar Gelände, auf dem der Förderverein etwa einen Hochseilgarten gebaut hat. Welche neuen Baustellen planen Sie derzeit?

Der Sanitärtrakt für den Zeltplatz ist bald 30 Jahre alt, da fangen wir im Herbst an zu renovieren. Notwendig ist das auch, weil die Jugendlichen nicht mehr in Massenduschen duschen möchten. Künftig gibt es dann Einzelkabinen. Und dann planen wir einen kleinen Hochseilgarten in der Tenne, damit man auch bei schlechtem Wetter oder mit Jüngeren was machen kann.

Wo spiegeln sich die evangelischen Wurzeln der Dobelmühle heute?

Es geht in unserer Jugendarbeit um Wertevermittlung, auch christliche. Darum, seinen Gegenüber als Mensch wahrzunehmen. Da helfen die erlebnispädagogischen Elemente. Ansonsten sind unsere eigenen Camps, die Sommerfreizeit Kids Camp und das Frog-Camp, christliche Freizeiten. Aber wir haben auch in unseren Programm für Schulen einen Baustein zu unseren drei Kernansätzen „Erleben, Glauben und Bilden“. Als ehrenamtlicher Geschäftsführer nur einen Zeltplatz zu vermieten, das würde ich nicht machen. Wir zeigen unser evangelisches Profil auch im Himmelblick, unserem Andachtsraum. Dort liegt ein Heft aus mit kurzen Impulsen für kleine Andachtseinheiten, die Aktionen aus dem Tagesangebot aufgreifen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen