Wie aus Fremden Freunde werden

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 Die Gruppe der französischen und deutschen Schüler zusammen mit ihren Lehrern vor dem Gymnasium in Aulendorf.
Die Gruppe der französischen und deutschen Schüler zusammen mit ihren Lehrern vor dem Gymnasium in Aulendorf. (Foto: Gymnasium Aulendorf)
Schwäbische Zeitung

In der Woche vom 25. März bis zum 2. April war das Gymnasium Aulendorf um 35 Schüler und drei Lehrkräfte reicher: Im Rahmen des Schüleraustausches zwischen Aulendorf und dem kleinen Städtchen Conches-en-Ouche reisten die französischen Austauschpartner laut einer Pressemitteilung in Begleitung der Lehrer Gwénaëlle Deméautis, Valérie Nicolas und Patrick Primout vom Collège Guillaume de Conches an.

„Mit frenetischem Beifall und Willkommensplakaten begrüßt zu werden, ist ein toller Empfang“, wird eine französische Schülerin in der Pressemitteilung des Gymnasiums zitiert, „wir fühlten uns wie V.I.P.s.“ Zusammen mit den deutschen Austauschpartnern wurden die Jugendlichen demnach am Dienstagmorgen im Marmorsaal des Rathauses empfangen und anschließend durch die Stadt geführt. Sie lernten dort vieles über Aulendorfs Geschichte, die Architektur und das Zusammenleben hier im Ländle. Ebenfalls auf dem Programm stand der Besuch im Narrenheim mit Hartmut Sczech, dem Ehrenpräsidenten der Narrenzunft Aulendorf. Voller Begeisterung habe er den französischen Schülern die Aulendorfer Fasnet nähergebracht und zeigte ihnen auch einige Masken und Häser. Der Dienstagnachmittag stand im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft und die Jugendlichen arbeiteten in gemischten Gruppen zusammen.

Am Mittwoch lernten die französischen Schüler dann den Unterricht in Deutschland und den Ort Aulendorf kennen. Am Donnerstag wurde die Bodenseeregion mit der Bregenzer Seebühne, dem interaktiven Mitmach-Museum „inatura“ in Dornbirn und dem Pfänder erkundet, bevor es am Freitag in die Alb-Donau-Region ging. Bei bestem Wetter verließ die Gruppe das Schulzentrum, um nur eine knappe Stunde später in Blaubeuren anzukommen. Es folgte ein kleiner Fußmarsch zum Blautopf, wo sich die Gäste laut Pressemitteilung von der türkisfarbenen Karstquelle begeistert zeigten und von einem magischen Ort, wie sie ihn noch nie gesehen hätten, gesprochen hätten.

Anschließend ging es nach Ulm, wo fast die gesamte Gruppe die 768 Stufen des Ulmer Münsters erklomm. Die Schüler hatten Spaß daran, den höchsten Kirchturm der Welt zu besteigen. Zurück am Gymnasium berichteten sich die Schüler gegenseitig von den Erlebnissen des Tages. Man habe gemerkt, dass die Gäste zu Freunden geworden seien.

Die Jugendlichen besangen dies am Freitagabend bei der langen Aulendorfer Einkaufsnacht: Am Stand des Fördervereins des Gymnasiums sangen sie unter der Leitung von Lothar Maucher drei Strophen der Europahymne. Der Tag gipfelte in der „Boum“, der Party für die Jugendlichen. Für Montag, 1. April, stand das Schloss Neuschwanstein auf dem Programm. „Es ist immer wieder eine Reise wert“, schwärmte Deméautis, die französische Deutschlehrerin, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Austauschjubiläum feierte. Nach der Rückkehr zog Corinna Biedermann, Französischlehrerin am Gymnasium Aulendorf, Bilanz: „Es ist immer wieder schön, wie sich anfangs unbekannte Menschen unterschiedlicher Kulturen annähern und in kürzester Zeit sogar anfreunden. Wir können es kaum erwarten, den Rückbesuch von 2. bis 10. Mai anzutreten“, wird sie in der Pressemitteilung zitiert.

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