Wahl 2019: Parteien ringen um Kandidaten

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Der Aulendorfer Gemeinderat hat aktuell 14 Sitze. Nach der Kommunalwahl im Mai 2019 sind 22 Sitze vorgeschrieben, können aber d
Der Aulendorfer Gemeinderat hat aktuell 14 Sitze. Nach der Kommunalwahl im Mai 2019 sind 22 Sitze vorgeschrieben, können aber durch Änderung der Hauptsatzung auf 18 reduziert werden. (Foto: Archiv: Paulina Stumm)

Im Aulendorfer Gemeinderat gibt es seit der letzten Kommunalwahl 2014 insgesamt 14 Sitze verteilt auf elf Männer und drei Frauen (Karin Halder und Christine Vogt vom BUS und Stefanie Dölle, CDU). Eigentlich hätten es laut baden-württembergischer Gemeindeordnung gemessen an der Einwohnerzahl 18 Sitze sein sollen, diese wurden jedoch durch eine vom Gemeinderat beschlossene Änderung der Hauptsatzung auf 14 reduziert.

Weil Aulendorf längst die 10 000-Einwohner-Marke geknackt hat, sind nach der kommenden Wahl im Mai 22 Gemeinderäte vorgeschrieben, können jedoch abermals durch Änderung der Hauptsatzung auf 18 reduziert werden – das muss vor der Wahl allerdings erst noch im Gemeinderat beschlossen werden. Die vier bislang im Gremium vertretenen Fraktionen (CDU, SPD, BUS und FWV) gehen laut SZ-Nachfrage von 18 erforderlichen Stadträten aus. Das bedeutet: Auf ihren jeweiligen Listen sollten 18 Kandidaten stehen – eine Herausforderung für alle Fraktionen. (kik)

Die Kommunalwahlen 2019 finden am Sonntag, 26. Mai, statt. Das ist auch der Tag der Europawahl 2019. Bei den letzten Wahlen 2014 wurden in Baden-Württemberg Gemeinderäte in 1101 Städten und Gemeinden sowie die Ortschaftsräte in 410 Gemeinden mit Ortschaftsverfassung gewählt. Gewählt werden auch die Kreisräte in den 35 Landkreisen.

In neun Monaten stehen in Baden-Württemberg die nächsten Kommunalwahlen an. Dann sind die Bürger aufgerufen, die Mitglieder der Gemeinde-, Ortschafts- und Kreisräte zu wählen. Damit am 26. Mai ausreichend Kandidaten auf dem Wahlzettel stehen, müssen die Parteien und Wählergemeinschaften in Zeiten der mangelnden Ehrenamtsbereitschaft und der zunehmenden Politikverdrossenheit frühzeitig mit der Aufstellung der Bewerberlisten beginnen. In Aulendorf hat die Suche nach geeigneten Kandidaten für den Gemeinderat bereits begonnen, in die heiße Phase geht es aber erst nach der Sommerpause. Ob alle derzeit aktiven Stadträte wieder antreten werden, ist derweil noch unklar.

„Einfach wird das sicher nicht“, sagt CDU-Fraktionssprecher Konrad Zimmermann zur Kandidatensuche. Mit sechs Sitzen ist die CDU aktuell die stärkste Fraktion im Aulendorfer Gemeinderat. Neun Monate vor der Wahl Ende Mai werde es nun „Zeit, dass wir uns drum kümmern. Es drängt“, so Zimmermann. Nach der Sommerpause sollen alle Stadträte sowie alle Kandidaten der letzten Liste befragt werden, ob sie sich noch mal aufstellen lassen wollen. Wichtig sei aber vor allem, weitere politikinteressierte Bürger aktiv anzusprechen und für das Ehrenamt im Gremium zu gewinnen.

Junge Menschen begeistern

Damit die Altersdurchmischung besser passt, wäre laut Zimmermann der Wunsch, dass sich junge Aulendorfer für Kommunalpolitik begeistern lassen. „Da haben wir einige im Blick, die wir ansprechen wollen.“ Gleiches gelte für Frauen, die wie in den meisten Städten und Gemeinden auch im Aulendorfer Gremium unterrepräsentiert sind.

Den Aufwand für das Ehrenamt schätzt Zimmermann zehn bis 15 Stunden pro Monat für Vorbereitung und die Sitzungen ein. „Die Tätigkeit ist schon sehr zeitintensiv, und wie bei Vereinen auch nimmt das Interesse der Leute an einem Ehrenamt immer weiter ab, das gilt für die Kommunalpolitik ganz besonders“, bemängelt Zimmermann.

Das bestätigt auch BUS-Fraktionsvorsitzende Karin Halder. „Die Liste mit 18 Plätzen vollzukriegen wird schwer.“ Seit einiger Zeit seien die BUS-Mitglieder dabei, geeignete und interessierte Bürger anzusprechen. „Bei der ersten Nachfrage sagt kaum jemand gleich zu. Da muss man meistens mehrere Gespräche führen und am Ball bleiben. Daher muss man früh mit der Kandidatensuche beginnen.“

Engagement ist zeitintensiv

Weil das Engagement im Gemeinderat zeitintensiv sei, würden viele Menschen vor dem Amt zurückschrecken. Denn je nach Programm und Jahreszeit können schon mal zwei Sitzungen in der Woche anstehen. Das bedeutet: Sitzungsvorlagen gründlich lesen, ins Thema einarbeiten und abends ab 18 Uhr am Gemeinderat- oder Ausschusssitzung teilnehmen. Je nach Tagesordnung können das zwischen zwei bis fünf Stunden sein. Mit vier Sitzen ist das BUS (Bündnis für Umwelt und Soziales) derzeit zweitgrößte Fraktion im Aulendorfer Rat.

Auch die SPD hat schon damit begonnen, Bürger einzeln anzusprechen. „Einige mündliche Zusagen haben wir bereits schon“, sagt Pascal Friedrich, Stadtrat und SPD-Ortsvereinsvorsitzender. Dennoch ist auch er der Meinung, dass es für alle Fraktionen „schwer“ werden wird, die Listen mit Kandidaten zu füllen. Denn: „Es ist schon eine zeitintensive Aufgabe.“ Allerdings auch eine mit vielen Vorteilen, wie Friedrich ausführt. So sei man „ganz nah dran am Leben der Bürger“ und könne im eigenen direkten Lebensumfeld direkt mitgestalten.

Dass das Gremium um mindestens vier Sitze anwachsen wird (siehe Kasten), findet Friedrich eine „tolle Sache“. Dadurch könne die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden. Nach der Sommerpause wolle die SPD bei der Kandidatensuche „einen Zahn zulegen“.

Die Freie Wählervereinigung (FWV), wie die SPD aktuell mit zwei Sitzen vertreten, ist ebenfalls schon auf Kandidatensuche. „Erste Gespräche haben bereits stattgefunden und wir sind zuversichtlich“, teilt Fraktionsvorsitzender Ralf Michalski mit. „Ich denke, dass die Politikverdrossenheit in der Kommunalpolitik nicht ganz so schlimm ist, da man hier etwas für seine Gemeinde bewegen kann und die Auswirkungen schneller sichtbar sind. Insgesamt gehen wir mit einem guten Gefühl in die Wahlperiode.“ Sein Gemeinderatskollege Oliver Jöchle ist derweil noch unsicher, ob er noch mal antreten wird. „Ich weiß es noch nicht, die Entscheidung fällt vielleicht erst im Frühjahr.“

Im Aulendorfer Gemeinderat gibt es seit der letzten Kommunalwahl 2014 insgesamt 14 Sitze verteilt auf elf Männer und drei Frauen (Karin Halder und Christine Vogt vom BUS und Stefanie Dölle, CDU). Eigentlich hätten es laut baden-württembergischer Gemeindeordnung gemessen an der Einwohnerzahl 18 Sitze sein sollen, diese wurden jedoch durch eine vom Gemeinderat beschlossene Änderung der Hauptsatzung auf 14 reduziert.

Weil Aulendorf längst die 10 000-Einwohner-Marke geknackt hat, sind nach der kommenden Wahl im Mai 22 Gemeinderäte vorgeschrieben, können jedoch abermals durch Änderung der Hauptsatzung auf 18 reduziert werden – das muss vor der Wahl allerdings erst noch im Gemeinderat beschlossen werden. Die vier bislang im Gremium vertretenen Fraktionen (CDU, SPD, BUS und FWV) gehen laut SZ-Nachfrage von 18 erforderlichen Stadträten aus. Das bedeutet: Auf ihren jeweiligen Listen sollten 18 Kandidaten stehen – eine Herausforderung für alle Fraktionen. (kik)

Die Kommunalwahlen 2019 finden am Sonntag, 26. Mai, statt. Das ist auch der Tag der Europawahl 2019. Bei den letzten Wahlen 2014 wurden in Baden-Württemberg Gemeinderäte in 1101 Städten und Gemeinden sowie die Ortschaftsräte in 410 Gemeinden mit Ortschaftsverfassung gewählt. Gewählt werden auch die Kreisräte in den 35 Landkreisen.

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