„Uns Frauen gibt es in allen Facetten“

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„Uns Frauen gibt es in allen Facetten“
Schwäbische Zeitung
Simone Harr

Die Nähmaschine von Christa Magauer rattert. Langsam zieht sie den Stoff unter der Nadel entlang. Magauer präsentiert beim AKA-Frauenfest ihre Patchwork-Arbeiten und zeigt den Besucherinnen, wie aus kleinen Stofffetzen Taschen, Topflappen oder Decken entstehen. „Ich versuche immer mit gebrauchten Stoffen zu arbeiten. Ich zerschneide viel alte Hemden oder nähe Taschen aus Jeanshosen“, erklärt sie.

Neben Magauer haben noch weitere Frauen gestern kreative Workshops in der Säulenhalle angeboten. „Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass es uns Frauen in allen Facetten gibt. Wichtig ist, dass wir uns und den Internationalen Frauentag feiern und uns den Raum und die Zeit dafür nehmen“, sagt Ulrike Wählen. Gemeinsam mit Susanne Rist und anderen Frauen hat sie das Fest organisiert. „Wir möchten die verschiedenen Frauen hier zusammenbringen“, sagt Wählen. Dazu zählen auch die Mitbürgerinnen mit Migrationshintergrund. „Wir haben in Aulendorf viele Russlanddeutsche und für die ist der Frauentag traditionell sehr wichtig. Das Fest ist eine Möglichkeit sie zu würdigen und mit Einheimischen zusammenzubringen“, sagt Magauer.

Maria Eugenia Sánchez de Ruff kommt ursprünglich aus Mexiko. Im Juli war sie von Friedrichshafen nach Aulendorf gezogen. Das Frauenfest sei für sie eine Möglichkeit neue Frauen kennenzulernen. „Wir Frauen sind Powerfrauen. Es ist schade, wenn man eine Begabung hat und dann trotzdem zu Hause sitzen bleibt“, sagt sie. Sánchez de Ruff bietet einen Malkurs an.

Claudia Maier ist mit ihrer Tochter Malika (7) zum Fest gekommen. „Ich finde es toll, dass sich hier alte und junge Frauen treffen. Ich bastel selbst gerne und bin froh über jede Inspiration“, sagt Maier. Malinka und ihre Freundin Katharina haben sich an den Tisch zu Sánchez de Ruff gesetzt. Mit blauer, roter und gelber Farbe malen die beiden Mädchen Blumenvasen auf eine kleine Leinwände. Stefanie Dölle hat Frühlingsdekorationen vorbereitet. „Ich habe Bastelarbeiten ausgesucht, die nicht so kompliziert und schnell zu machen sind“, sagt sie. Renate Hartmann hat sich für diesen Workshop entschieden. „Ich bastel gerne und mache jetzt ein Fensterbild für meine Enkel“, sagt sie. Hartmann ist das erste Mal beim Frauenfest. „Ich finde das Angebot super, deswegen habe ich mir heute die Zeit genommen“, sagt sie.

Irmgard Vögtle-Laub hat für das Fest eine Kürbis- und eine Möhrensuppe gekocht. „Ich habe immer gesagt, wenn ich meinem Laden nicht mehr habe, dann mache ich beim Frauenfest mit“, erzählt sie. Sie findet es toll, das die Frauen den Tag gemeinsam gestalten und feiern.

Auch der CJD Bodensee-Oberschwaben ist vertreten. Aline Slijkerman stellt ihr neues Projekt „Famiqua“ vor. Bei diesem geht es um die beruflichen Perspektiven für Frauen. „Wir bieten ab 19. März an drei Standorten Kurse an. In Ravensburg unterstützen wir Frauen mit Migrationshintergrund und akademischem Abschluss. Wir möchten sie innerhalb von neun Monaten in eine Ausbildung oder Arbeit bringen“, erklärt sie. Das Angebot in Biberach und Friedrichshafen richte sich an alle Frauen. „Dabei geht es um Zukunftsbranchen“, sagt sie.

Während am Nachmittag die kreative Arbeit im Mittelpunkt standen, gab es am Abend ein gemeinsames internationales Buffet sowie Poesie, Gesang und Tanz.

Unterstützt wurde das Frauenfestes: vom AKA Aktiv in Aulendorf, CJD Bodensee Oberschwaben, Frauenwurzeln Aulendorf, Sozialladen, Steegefreunde, Stadtverwaltung Aulendorf und der Volkshochschule Aulendorf.

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