Tierquälerei: Unbekannter verstümmelt Katzen

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Schwäbische Zeitung

Karin Maucher aus Aulendorf liebt Tiere. Darum stellt sie auch regelmäßig Futter für wild lebende Katzen auf, viele der Tiere fressen regelmäßig bei ihr. In den vergangenen Wochen hat Maucher die Tiere besonders genau beobachtet. Denn ihr ist aufgefallen, dass bei manchen Tieren der Schwanz fehlt.

Das erste Tier war eine schwarze Katze. „Sie hatte nur noch so einen kleinen Stummelschwanz“, sagt Maucher. Bevor sie sich die Katze genauer anschauen konnte, bekam diese Panik und verschwand. Einige Zeit später sah Karin Maucher aus dem Fenster und dachte, ihr hätte jemand einen Hasen in den Garten gelegt. Sie lief hinaus, erkannte dann jedoch, dass es eine Katze war. „Diese Katze hatte wieder nur noch einen Stummel als Schwanz“, erzählt Maucher. Sie brachte das Kätzchen zur Tierärztin und behielt es anschließend bei sich. Das Tier wurde „Kund“ getauft, weil es aussah wie eine Mischung aus einer Katze und einem Hund.

Es ging wieder ein paar Tage, bis die dritte Katze auftauchte. Und bei ihr wurde Karin Maucher misstrauisch. Die Katze hatte zunächst eine kleine Verletzung an der Spitze ihres Schwanzes. Sie verschwand ein paar Tage und als sie zurückkehrte, war ihr Schwanz komplett verschwunden. „Bei drei Katzen wird man doch irgendwann stutzig“, sagt Maucher. Sie brachte das Tier zur Tierärztin.

„Es ist schwierig zu sagen“, was mit der Katze geschehen ist!“, sagt Dr. Susanne Gylstorff. „Bei dem Tier wurde der Schwanz glatt abgetrennt. So etwas kann durch eine Axt geschehen, genauso gut kann es aber geschehen sein, weil der Schwanz in einer Tür eingeklemmt war, die überraschend zuschlug.“ Ob da wirklich ein Tierquäler unterwegs ist, der den Katzen absichtlich so etwas antut, darauf will sich Gylstorff nicht festlegen.

Die Katze besucht Karin Maucher noch immer fast täglich zum Mittagessen. Maucher hat sich umgehört, ob jemand eine solche Katze vermisst, allerdings ohne Erfolg. „Vielleicht läuft da draußen irgendein Verrückter rum, der so etwas macht“, sagt Maucher. Sie hofft, dass Katzenbesitzer in nächster Zeit ein Auge auf ihre Tiere haben.

Der Polizei ist derzeit nichts von einem Tierquäler in der Gegend bekannt. „Wir hatten nur einmal einen Fall, in dem ein freilaufender Hund einer Katze den Schwanz abgebissen hat. Aber das war in Bad Waldsee.“ Trotzdem rät Joachim Biller von der Polizei Ravensburg, die Augen offenzuhalten. Und der Polizei zu melden, sollte eine Katze verletzt werden.

Auch Karin Maucher will weiter die Augen hoffen halten. Und sie rät allen Katzenbesitzern, es ihr gleich zu tun. „Vielleicht merkt der Tierquäler dann, dass er beobachtet wird und hört auf.“

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