Teuer aber wieder im Gespräch: Kreisverkehr an der Schwarzhauskreuzung in Aulendorf

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 Noch ist unklar, wie es mit der Ampelanlage weitergeht. Der Gemeinderat überlegt, ob sie durch einen Kreisverkehr ersetzt werde
Noch ist unklar, wie es mit der Ampelanlage weitergeht. Der Gemeinderat überlegt, ob sie durch einen Kreisverkehr ersetzt werden soll. (Foto: Archiv: Paulina Stumm)
Katharina Höcker

Der Gemeinderat beschäftigt sich erneut mit der Planung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Schwarzhaussstraße und Allewindenstraße. Auf Antrag der Freien Wähler landete das Thema wieder auf der Tagesordnung. Die Räte diskutierten zuletzt im Mai 2018 über den Kreisverkehr und entschlossen sich hauptsächlich aufgrund der hohen Kosten gegen den Bau.

„Optimierung nicht zielführend“

„Wir haben jetzt schon an der Kreuzung Schwarzenhausstraße ein sehr hohes Verkehrsaufkommen, dass zu Stoßzeiten zu erheblicher Staubildung führt. Aufgrund der Sanierung der Poststraße und des damit einhergehenden höheren Verkehrsaufkommens an dieser Kreuzung ist aus unserer Sicht eine Optimierung durch kleine Anpassungen in der Ampelschaltung und der Abbiegespur nicht zielführend“, heißt es im Antrag der Freien Wähler.

„Mit einem Kreisverkehr wollen wir die Abgasemissionen und den Verkehrslärm, der durch Abbremsen, Warten und Anfahren an der bestehenden Ampelanlage entsteht, für die Anwohner reduzieren.“ Die Optimierungsversuche seien nicht zielführend, bekräftigte Ralf Michalski (Freie Wähler Vereinigung). Aus seiner Sicht führe am Bau eines Kreisverkehrs kein Weg vorbei.

Ampelschaltung verändert

In der Zwischenzeit wurden Veränderungen an der Ampelschaltung vorgenommen, um den Verkehr besser zu lenken und Staus zu vermeiden. Gemeinderat Joachim Feßler (Bündnis Umwelt und Soziales) bezweifelt allerdings, dass das funktioniert hat. Teilweise bekäme eine Linksabbiegerspur Grün, ohne dass dort ein Auto warte, so Feßler. „Wie kann man das optimal nennen?“ fragt er. Bürgermeister Matthias Burth plant jetzt eine Stellungnahme der Straßenverkehrsbehörde zu fordern.

Das Planungsbüro Kapitel hatte zwischenzeitlich die Ampelkreuzung geprüft und Alternativen zum Kreisel vorgestellt. Zum einen könnte die Einmündung der Schwarzhausstraße in die Allewindenstraße verbreitert werden.

Möglichkeit der Verbreiterung

Die Fahrbahn ist dort zur Zeit mit 5,2 Metern für zwei Fahrzeuge sehr schmal. Die Straße könne auf 6,5 bis 7 Meter verbreitert und die Abbiegespur verlängert werden, schlägt das Planungsbüro vor. Dazu müsse der Gehweg und die Mittelinsel schmaler werden und Teile der Ampelanlage verlegt werden.

Zum anderen könne man die Radwegeinführung verändern. Der Radweg endet abrupt in der Allewindenstraße. Weil der Gehweg hier nur für Fußgänger ausgelegt ist, müssen Radfahrer auf die Straße ausweichen. Hier könnte eine Gehwegabsenkung und ein Schutzstreifen gebaut werden, um Radfahrer sicher in den bestehenden Verkehr zu einzugliedern. Beide Maßnahmen kosten zusammen 81 000 Euro. Der Gemeinderat hat beide Alternativen dem Regierungspräsidium in Tübingen vorgelegt. Sobald es eine Antwort seitens der Behörde gibt, wollen die Räte über den Bau eines Kreisels entscheiden.

Fast eine dreiviertel Million würde ein Kreisverkehr kosten. Das Regierungspräsidium hält die bestehende Anlage für ausreichend und stellt daher keine Zuschüsse zur Verfügung. Gleichzeitig muss die Stadt haushalten. Beim Beschluss gegen den Kreisverkehr an der Kreuzung Schwarzhaussstraße und Allewindenstraße im Mai 2018 stellte Bürgermeister Burth klar, dass die Sanierung der Rugetsweiler Brücke für ihn Vorrang habe.

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