Tausende Besucher kommen zum größten Stadtfest in der Geschichte Aulendorfs

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Claudia Buchmüller

Dass die Aulendorfer gut und gerne feiern, ist vom Schlossfest und der Fasnet bekannt. Mit dem Fest zum Jubiläum 150 Jahre Eisenbahnknotenpunkt und 90 Jahre Hela-Traktorenbau haben sie dies ein weiteres Mal bewiesen. Mehrere Tausend Besucher aus Nah und Fern haben den Weg in die Bahnstadt Aulendorf gefunden. Damit toppt das Fest jegliche bisherige Veranstaltungen und kann als größtes Stadtfest der Geschichte bezeichnet werden.

Auch wenn das eigentliche Stadtfest erst am Sonntag begann, nutzten viele bereits am vergangenen Samstag das Angebot, zum preisgünstigen Bodo-Tarif mit der „Räuberbahn“ nach Pfullendorf zu fahren. Und so stand der vierjährige Simon aus Steinenbach am frühen Samstagmorgen mit seinem Vater Waldemar auf dem Bahnhof in Aulendorf und konnte es kaum erwarten, bis der historische Dampfzug der Eisenbahnfreunde Zollernbahn auf Gleis 1 a einfuhr.

Dort wartete bereits die Freiwillige Feuerwehr Aulendorf, um die dampfende Lok 52 7596 mit Wasser zu befüllen. „30 Kubikmeter gehen im Höchstfall rein“, wusste Feuerwehrmann Jörg Ohlinger und erzählte, es sei in Aulendorf Tradition, dass die Wehr den Eisenbahnern hilft. Im Nostalgiezug inklusive Speisewagen saßen etliche „alte Aulendorfer Eisenbahner“, die in Erinnerungen an die gute, alte Zeit schwelgten. Aber auch viele junge Familien mit staunenden Kindern waren im Zug, freuten sich über die familienfreundlichen Preise und winkten begeistert zu den geöffneten Fenstern hinaus. „Das waren noch Zeiten, als man die Fenster im Abteil selbst öffnen konnte und nicht von irgendwelchen Klimaanlagen, die nicht funktionieren, abhängig war“, schwärmte eine Mitfahrerin.

Der Jubiläumssonntag startete mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadthalle. Vor dem anschließenden Festakt mit Politprominenz spielte der Fanfarenzug auf. Danach standen viele Besucher vor der Qual der Wahl. So auch Elfriede Maiersbach mit ihrem Mann Meinrad, beide begeisterte Hobbyfotografen und absolute Fans nostalgischer Fahrzeuge. „Hier ist so viel geboten, dass wir gar nicht wissen, wohin wir zuerst gehen sollen“, erklärten sie mit dem Veranstaltungsflyer in der Hand. Tatsächlich hatte die Stadtverwaltung mit Hilfe der örtlichen Vereine und Schulen ein überaus üppiges Programm für Kinder und Erwachsene auf die Beine gestellt. Aulendorfs Einzelhändler sorgten beim verkaufsoffenen Sonntag für weitere Vielfalt. So flanierten die unzähligen Besucher von der Oberstadt über die Unterstadt bis hinunter zum neu gestalteten Bahnhofsvorplatz, vorbei an Flohmarkthändlern und Infoständen, Oldtimern und E-Bikes.

Menschen, die nicht so gut zu Fuß waren, konnten den Shuttlebus nutzen, der auf die Abfahrtzeiten der Moorbahn abgestimmt war. „Ich hätte nie und nimmer mit so vielen Besuchern gerechnet, aber es passt heute einfach alles, vor allem das Wetter ist super“, war ein ums andere Mal zu hören und so war es kein Wunder, dass sich an den Essensständen lange Warteschlangen bildeten. Musikalische Darbietungen verschiedenster Art verkürzten die Wartezeit, aber bei der Verlosung des HGV gab es dann endgültig kein Durchkommen mehr. Nach Bekanntgabe der Gewinner strebten viele wieder in die Oberstadt, um beim letzten Programmpunkt des Tages, dem Traktorkorso in der Hauptstraße, zuzuschauen.

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