Tag der Bläserjugend in Aulendorf

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Linus Kneer vom Musikverein Pfrungen.
Linus Kneer vom Musikverein Pfrungen. (Foto: Yvonne Giwitsch)
Yvonne Giwitsch

Mehr als 350 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Landkreis präsentierten am vergangenen Samstag beim „Tag der Bläserjugend“ in Aulendorf ihr musikalisches Können. Vierzehn Juroren lauschten den vorgetragenen Musikstücken, gaben Feedback, bewerteten die Vorträge und erlebten Jugendarbeit im Bereich der Blasmusik auf sehr hohem Niveau.

Seit 18 Jahren ist der „Tag der Bläserjugend“ ein fester Bestandteil im Terminkalender der Musikvereine und des Blasmusikkreisverbandes. Jungmusiker bereiten sich wochenlang vorher auf diesen ganz besonderen Tag vor. Bewertet werden Grundstimmung und Intonation, Tonkultur und Klangqualität, Phrasierung und Artikulation ebenso wie die technische Ausführung, Dynamik, Klangausgleich, Interpretation und Stilempfinden, Tempo und Agogik. Auch die Auswahl des Stückes im Verhältnis zur Altersstufe und Spielfähigkeit des Vortragenden und der künstlerische Gesamteindruck fließen in die Wertung ein. Es gilt also, ein in sich stimmiges Gesamtbild des Könnens zu zeigen, und das bei Lampenfieber und vollster Konzentration.

Der dreizehnjährige Linus Kneer vom Musikverein Pfrungen war sogar mit zwei Eigenkompositionen zu den Wertungsspielen gekommen. Ziemlich aufgeregt baute er mit seinem Percussion-Lehrer Dominik Sauter und seinem Vater das Schlagwerk auf, übte vor der Bewertung noch ein paar schwierige Passagen. Dann kam das Handzeichen von der Jury. Mit dem Xylophon Stück „Der Drehorgelmann“ bewies der Teenager Temposicherheit und Rhythmusgefühl. Die beiden Eigenkompositionen „Ready for SetUp?“ und „The Setup Scratch“ zeigten ein paar besondere Effekte und Übergänge. Nach jedem musikalischen Vortrag findet ein Feedback-Gespräch mit einem der Juroren statt. Linus kam sichtlich zufrieden aus diesem Gespräch zum Interview. Angefangen hatte der Jungmusiker mit der Blockflöte, die ihm aber eigentlich gar keinen Spaß machte. Als Sohn einer sehr musikalischen Familie war es auch keine Frage, dass er Unterstützung der Eltern bekam, als er für sich beschlossen hatte, Schlagzeug zu lernen. Die Faszination für dieses Instrumentarium hing mit genau dem Schlagzeuger aus seinem Musikverein zusammen, der ihn heute auch unterrichtet. „ Ich möchte mal ebenso gut sein wie Dominik“- das ist beim nahezu täglichen Üben seine Motivation.

So wie Linus tragen viele junge Menschen das Feuer der Begeisterung für die Blasmusik in sich. Knapp 4000 Jungmusiker unter 18 Jahren sind in den 116 Musikvereinen des Blasmusikkreisverbandes Ravensburg zu finden.

Beim abendlichen Abschlusskonzert in der Stadthalle wurden dann später die wirklich bemerkenswert guten Ergebnisse der Wertungsspiele bekannt gegeben.

Fleiß und Begeisterung lohnen sich

Der junge Schlagzeuger, der sich trotz Aufregung dem Interview gestellt hatte, konnte sich über 95,7 von 100 möglichen Punkten freuen und erlebte so, dass sein Fleiß und seine Begeisterung für das Schlagzeug sich lohnten.

Mit dem Präsidentenpreis wurden die allerbesten Jungmusiker für ihr Können und ihr Engagement belohnt und ausgezeichnet.

Mit 100 von 100 möglichen Punkten hatte die zehnjährige Trompeterin Katja Kempter vom Musikverein Eglofs das schier unmögliche geschafft und ihr Ergebnis vom vergangenen Jahr (99,4 Punkte) noch übertroffen.

Das Klarinettenduo Greg Oberhofer und Marius Maucher ( MV Reute-Gaisbeuren und JMS Bad Waldsee) erreichte mit 92,7 von 100 Punkten ein hervorragendes Ergebnis und erhielt ebenfalls einen Präsidentenpreis. 96,0 Punkte hatte das Holzbläsertrio der Musikschule Ravensburg, bestehend aus Celine Hildbrand, Arne Böhm und Anna Brugger, erreicht und freute sich über den erhaltenen Preis.

Das Ensemble des Musikvereins Weingarten (Benedikt Schwab, Philipp Klotz, Karl Haug und Max Schweikhart) gehörte ebenso zu den Preisträgern wie das Jugendblasorchester aus Wangen mit 96,8 Punkten. Anhaltender und begeisterter Applaus des Publikums würdigte die Leistungen der jungen Blasmusiker.

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