Stadt fördert „Wellcome“ mit 1000 Euro im Jahr

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Die ersten Monate nach einer Geburt sind für Familien eine besondere Herausforderung. Das Baby schreit, das Geschwisterkind ist eifersüchtig, die Elternzeit läuft aus und der Schlafmangel hinterlässt seine Spuren. Wenn Eltern, Großeltern, Freunde oder Verwandte weit weg wohnen oder aus anderen Gründen für junge Familien keine Unterstützung sein können, fehlt mitunter eine wichtige Unterstützung. Diesen Leerraum will das Projekt „Wellcome“ (Willkommen), eine Idee der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe, füllen. Die Stadt Aulendorf wird, so hat es der Verwaltungsausschuss jüngst beschlossen, für „Wellcome“ künftig 1000 Euro pro Jahr – zunächst begrenzt auf fünf Jahre – bereitstellen.

„Wellcome“ wurde 2002 in Hamburg gegründet, im Schussental im Kreis Ravensburg wird es seit 2009 von der Stiftung Liebenau organisiert, die das Projekt weitgehend aus Spenden finanziert. Zudem schießt das Jugendamt Ravensburg 3500 bis 4000 Euro aus dem Bundesprogramm „Frühe Hilfen“ zu. Rund 20 000 Euro, so geht es aus der Sitzungsvorlage hervor, fallen jährlich für die Koordination, die Beratung von Eltern, Netzwerkarbeit sowie die Suche, Schulung und Begleitung der Ehrenamtlichen, die auch ein Fahrgeld bekommen, an.

Im vergangenen Jahr besuchten 44 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen 49 Familien im Landkreis Ravensburg. In Aulendorf wurden in den vergangenen fünf Jahren fünf Familien betreut. Die Familien bezahlen, wenn sie es sich leisten können, fünf Euro pro Stunde sowie zehn Euro Vermittlungsgebühr. Um „Wellcome“ langfristig finanziell abzusichern, sollen sich nun auch Kommunen in der Größe von Aulendorf beteiligen. Auch Bad Wurzach, Aitrach, Aichstetten, Isny, Amtzell, Leutkirch, Kißlegg und Wolfegg haben sich bereits für eine Förderung ausgesprochen.

„Wellcome“, das sind Ehrenamtliche, die dafür sorgen, „dass Mütter etwas Hilfe bekommen, wenn zum Beispiel von der Familie niemand da ist.“ So hatte Wilma Hensler von der Stadtverwaltung das Projekt beschrieben, das in gewisser Weise eine Fortsetzung der Arbeit der Familienbesucherin ist. Letztere kommt einmal nach der Geburt zu Aulendorfer Familien und informiert über Angebote der Stadt und Wissenswertes für Eltern – etwa, dass es „Wellcome“ gibt. Die Ehrenamtlichen von „Wellcome“ kommen ein- bis zweimal die Woche für ein paar Stunden zu den Familien und spielen etwa mit Geschwisterkindern oder passen auf das Baby auf, wenn Mama duschen oder ausruhen will.

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