SPD schwört sich auf kraftvollen Wahlkampf ein

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 Das sind die bei der Nominierungsveranstaltung anwesenden SPD-Kandidaten.
Das sind die bei der Nominierungsveranstaltung anwesenden SPD-Kandidaten. (Foto: Paulina Stumm)

Diese Kandidaten treten für die SPD an

Ernst Deuer, Ursula Döbele, Pascal Friedrich, Anna Kovacevic, Sahin Gündogdu, Irina Prokscha, Malte Rauch, Britta Wekenmann, Sebastian Vosseler, Maria Arnold, Franz-Erwin Kemper, Katharina Osczypala, Hans-Jörg Bitterwolf, Uli Nasal, Peter Ederer, Joachim Stehel, Jochen Gerstner und Rainer Marquart. (pau)

Der SPD-Ortsverband hat offiziell festgelegt, welche Kandidaten bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai für die SPD antreten. Bis Listenplatz 14 sind abwechselnd Männer und Frauen aufgestellt. Damit schickt die SPD insgesamt sieben Frauen ins Rennen – und insgesamt 18 Kandidaten: im allerletzten Moment hat sie bei der Nominierungsveranstaltung am Donnerstagabend ihre Liste voll bekommen. „Wir haben aus vielen Gesprächen gemerkt, es ist nicht leicht Kandidaten zu finden“, sagte Ernst Deuer, seit einigen Wochen neuer Vorsitzender des Ortsverbands, „dass es aber eine soziale Komponente auch in der lokalen Politik braucht, wurde nie in Frage gestellt.“

Auf dem Tisch in der Ritterstube des Hotel Arthus, um den sich an diesem Abends 16 Genossen und Gäste versammeln, brennen schon zum Auftakt drei rote Kerzen. Und wie der Kerzenschein will auch die SPD als soziales Licht im Gemeinderat leuchten – mit mindestens drei Kandidaten. Die Wahl des Veranstaltungsortes ist wohl weniger der passenden Farbe halber gewählt – rot gepolsterte Stühle, rote Vorhänge, rote Dekokränzchen, sondern weil es die naheliegende Burg ist. Schließlich ist Seniorchef Günter Spähn – wenn auch in den letzten Jahren in öffentlichen Sitzungen ein sehr stiller – SPD-Vertreter im Gemeinderat. Nach mittlerweile gut 30 Jahren lässt er sich nicht mehr aufstellen.

Liste füllt sich bis Platz 16

Stimmung und Atmosphäre in dem gedämpft beleuchteten Raum sind locker und gelöst, vielleicht ein bisschen aufgekratzt, es wird gescherzt; etwa über die etwas martialischen Hellebarden (mittelalterliche Stoßwaffen) an der Steinwand gegenüber. Dabei passen sie gut zum Wahlkampfgeist, der später am Abend noch kräftig über die roten Kerzen wehen wird. Zunächst geht es aber um die Nominierung der Kandidaten. Versammlungsleiter wird Deuer, der Listenplatz um Listenplatz um Vorschläge bittet, und selbst auf dem ersten landet. Zügig füllt sich die Liste, einmal geraten die Genossen ins Stocken als auffällt, dass man eine Frau unterschlagen hat und schnell noch den 14. Listenplatz mit Uli Nasal besetzt.

Nach 16 Plätzen ist allerdings erstmal Schluss. Und während die Stimmzettel gedruckt werden, mit denen die 13 stimmberechtigten SPD-Mitglieder die aufgelisteten Kandidaten später auch formal gewählt haben werden, stellen sich die anwesenden Kandidaten vor, erzählen, was sie beruflich und privat machen, welchen Bezug zur SPD sie haben und was sie zur Kandidatur bewegt. Einige sind seit langem überzeugtes Parteimitglied, manche waren früher schon politisch aktiv – manch Zugezogener auch in anderen Ortsverbänden. Was offenbar viele eint: der drängende Wunsch, sich stärker, sozialpolitischer zu engagieren. Auf den Punkt bringt es Joachim Stehle, der den Schalter auf Wahlkampf umlegt: „Wir können in Sozialfragen nicht immer nach Berlin verweisen, wenn hier die Schlange vor dem Kolpingladen immer länger wird!“

Drei Großthemen im Fokus

Wo die SPD ansetzen will, macht später Gemeinderat Pascal Friedrich, der wieder kandidiert, klar. Der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende schwört die Genossen auf drei Großthemen ein und arbeitet die Haltung des SPD-Ortsverbands heraus: Schule ist Lebensraum (Grundschulerweiterung), Schwerpunkt auf bezahlbarem Wohnen bei neuen Wohngebieten, vorwärts bei Gewerbeflächen für sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Immer wieder wird Friedrich allerdings vom Wahlprozedere unterbrochen. Offensichtlich war der Ortsverband noch in der laufenden Sitzung auf der Suche nach weiteren Kandidaten und schickt letztlich mit einem zweiten Wahlgang noch Jochen Gerstner und Rainer Marquart ins Rennen. Dann stehen Liste und Statistik: der Altersschnitt liegt bei 48 Jahren, jüngster Kandidat ist mit 19 Jahren Malte Rauch und mit 72 ältester Kandidat ist Peter Ederer.

Wie der Ortsverband nach diesem Abend weiter verfahren will, spricht Deuer an: „Wir wollen mit den Leuten reden und mit ihnen zusammen ein Programm aufstellen.“ Den Kompass haben sich die Genossen schon erarbeitet: ein ausgeteiltes Din-A4-Papier hält stichpunktartig die Kernhaltung zu Aulendorfs Zukunft fest. Es riecht definitiv nach Wahlkampf.

Diese Kandidaten treten für die SPD an

Ernst Deuer, Ursula Döbele, Pascal Friedrich, Anna Kovacevic, Sahin Gündogdu, Irina Prokscha, Malte Rauch, Britta Wekenmann, Sebastian Vosseler, Maria Arnold, Franz-Erwin Kemper, Katharina Osczypala, Hans-Jörg Bitterwolf, Uli Nasal, Peter Ederer, Joachim Stehel, Jochen Gerstner und Rainer Marquart. (pau)

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