Social Media und Co.: Wie Aulendorf zur Hochzeits-Stadt werden möchte

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 Ein Verbund aus 13 Dienstleistern vom Fotografen bis zum Musiker, die etwas zum Thema Heiraten anbieten, werben bald zusammen
Ein Verbund aus 13 Dienstleistern vom Fotografen bis zum Musiker, die etwas zum Thema Heiraten anbieten, werben bald zusammen mit der Verwaltung für Aulendorf als Hochzeits-Stadt. (Foto: dpa/Frank Leonhardt)

Der Dienstleistungsverbund „Heiraten in Aulendorf“ steht grundsätzlich weiteren Interessierten aus Aulendorf und der näheren Umgebung offen. Weitere Informationen gibt es bei Susanne Krause unter Telefon 07525/934202 oder per E-Mail an susanne.krause@aulendorf.de

„Ja, ich will“ – das sollen Liebende künftig öfter in Aulendorf sagen und ihren Ehebund in der oberschwäbischen Kleinstadt schließen. Dafür hat die Verwaltung nun einen Dienstleistungsverbund ins Leben gerufen, um die Werbetrommel für Aulendorf zu rühren. 13 lokale Dienstleister, von der Fotografin bis zur Hochzeitssängerin, machen dabei bislang mit. Der Verbund wird damit ein Marketingbudget von 2600 Euro im Jahr einsetzen können.

„Vielen Paaren in der Umgebung ist nicht bewusst, was für tolle Räumlichkeiten wir für Trauungen, Feiern oder auch als Foto-Location wir haben. Da müssen wir uns besser präsentieren“, erklärt die städtische Marketing- und Tourismusbeauftragte Susanne Krause die Idee, eine eigene Homepage und eigene Seiten in zwei Social-Media-Kanälen rund um das Thema „Heiraten in Aulendorf“ einzurichten, auf denen die Mitglieder des Verbunds gemeinsam werben. Denn in der Tat: wer derzeit im Internet nach „Heiraten in Oberschwaben“ googelt, dem wird zwar gleich an fünfter Stelle das Kloster Schussenried empfohlen – sowie Infos zum Heiraten im Allgäu und am Bodensee –, das Aulendorfer Schloss indes taucht erst einmal gar nicht auf. „Dabei müssen wir uns mit unserem Angebot nicht verstecken“, findet Krause.

Von Fotograf bis Musiker

Seit dem Sommer hat sie Gespräche mit allen ihr bekannten potentiellen Verbundsteilnehmern vor allem in Aulendorf, vereinzelt auch im nahen Umland geführt: mit Friseuren, Blumenläden, Fotografen, Gastronomen, Catereren, Konditoren, Bäckereien, Kosmetikern, Eventmanagern und Musikdienstleistern. Insgesamt 13 Dienstleister sind nun an Bord. Sie alle zahlen einen jährlichen Teilnehmerbetrag von 200 Euro. Das Geld fließt in einen gemeinsames Marketingbudget. Als nächste Schritte stehen etwa Fotoshootings für die Homepage an, aber auch die Standesbeamten der Stadt will Krause in kleinen Porträts vorstellen. Zudem soll ein Werbefilm gedreht werden, der das Heiraten in Aulendorf ins Bild rückt.

Die Stadt übernimmt die Kosten für die Einrichtung der Homepage und für Flyer und nimmt zum Auftakt einmalig 3000 Euro in die Hand. „Es geht sowohl um das Schloss, als auch um Wirtschaftsförderung“, erklärt Krause. Bislang werden im Aulendorfer Schloss in der Beletage als Trauräume der Blaue Salon, bestuhlt für bis zu 25 Personen, der Gelbe Salon für bis zu 45 Personen und der Marmorsaal mit Bestuhlung für bis zu 80 Personen angeboten. Trautage des Standesamts sind von Montag bis Freitag zu den Dienstzeiten sowie einmal im Monat an einem Samstag. Allerdings zeichnen sich Veränderungen ab.

 Der Gelbe Salon wird bald kein Trauraum mehr sein.
Der Gelbe Salon wird bald kein Trauraum mehr sein. (Foto: Stadt Aulendorf)

Zum einen werde überlegt, so Krause, einen zweiten Samstag anzubieten. Zudem werden der Gelbe und der Blaue Salon in absehbarer Zeit nicht mehr für Trauungen zur Verfügung stehen. Wie Krause mitteilt, werden stattdessen Räumlichkeiten in der Westseite des Schlosses, zum Schlossgarten hin, eingerichtet. Hintergrund ist, dass die beiden Salons Teil des musealen Schloss-Erlebnis-Parcours sind, Trauungen diesen also blockieren würden. Auch der Aufwand für Bestuhlung sowie Auf- und Abbau des Trauzimmers werde sich durch die Verlegung verringern.

45 Eheschließungen im Jahr

Das Aulendorfer Standesamt vermeldet für die vergangenen drei Jahre im Schnitt 45 Eheschließungen, wie viele Paare darüber hinaus in Aulendorf gefeiert haben, oder für Hochzeitsbilder in die Stadt kamen, lässt sich nicht sagen. Dazu, wie viele Hochzeitspaare und -gesellschaften mehr als bislang der Verbund nach Aulendorf locken soll, gibt es laut Krause keine genaue Vorstellung.

„Es geht nicht darum, 200 Hochzeiten im Jahr zu haben, sonder einfach darum, dass wir bekannter werden.“ Auch geht es offenbar nicht nur um standesamtliche Hochzeiten. Die Kirchen werde man ebenfalls auf der Homepage erwähnen, berichtete Krause. „Auch das Thema Mittelalterhochzeit wollen wir anbieten. Wir denken, das ist eine Nische, die gefragt ist“, glaubt die Marketingbeauftragte. Anfragen dafür gebe es jedenfalls, genauso wie für Freie, also nicht standesamtliche, Trauungen im Kurpark.

„Es geht nicht darum, 200 Hochzeiten im Jahr zu haben, sonder einfach darum, dass wir bekannter werden.“

Der Dienstleistungsverbund „Heiraten in Aulendorf“ ist indes mit den Vorbereitungen für einen gemeinsamen Werbeauftritt gestartet. Die Homepage sei bereits in Auftrag geben worden und soll laut Krause im Dezember online gehen. Dann würden auch entsprechende Werbeflyer gedruckt sein, die etwa auf Hochzeitsmessen verteilt werden sollen. „Die Paare planen jetzt für 2020, aber ein paar kurzfristige Planer gibt es immer“, sagt Krause und sieht gute Chancen, dass der Verbund schon 2019 wirkt.

Ehe und Scheidungen im Südwesten

Der Dienstleistungsverbund „Heiraten in Aulendorf“ steht grundsätzlich weiteren Interessierten aus Aulendorf und der näheren Umgebung offen. Weitere Informationen gibt es bei Susanne Krause unter Telefon 07525/934202 oder per E-Mail an susanne.krause@aulendorf.de

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