Schwäbischer Ehealltag strapaziert Lachmuskeln

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Käthe und Karl-Eugen Kächele alias Ute Landenberger und Michael Willkommen im Bus nach Südtirol
Käthe und Karl-Eugen Kächele alias Ute Landenberger und Michael Willkommen im Bus nach Südtirol (Foto: Claudia Buchmüller)
Schwäbische Zeitung
Claudia Buchmüller

Die „Kächeles“ aus Balingen sind am Freitagabend in der ausverkauften Spielerei in Aulendorf zu Gast gewesen. Das erfolgreiche Kabarett-Duo Ute Landenberger als quirlige Quasselstrippe „Käthe“ und ihr Bühnenpartner Michael Willkommen als gemütlicher, aber dennoch wortgewandter „Karl-Eugen“ zogen im Programm „Ja Schatzi“ alle humoristischen Register einer schwäbischen Ehe. Die Szenen waren geprägt von köstlicher Situationskomik sowie überspitzten und manchmal recht derben Dialogen in schwäbischem Älbler-Dialekt – schließlich kommen die Beiden „von dr Alb ra“.

Mit viel Spielwitz bedienen die zwei völlig unterschiedlichen Charaktere das Klischee der exakten Rollenverteilung. An Gesprächsthemen fehlt es beileibe nicht: Über Käthes Freundin Martha wird ebenso gelästert wie über die neu zugezogenen Gscheidles, das Stammtischtreffen im Ochsen, die Relativitätstheorie und WhatsAppnachrichten. „Wir Frauen sind anders krank als Männer, weil wir wissen, dass Schnupfen keine unheilbare Krankheit ist und deshalb nicht wie ein sterbender Schwan auf dem Sofa liegen“, erklärte Käthe in ihrer schrillen Art die unterschiedlichen Leidensformen und bekam manch Kopf nickende Zustimmung vom weiblichen Publikum.

All diese Gags fanden übrigens auf der von Käthe gewonnenen Busreise nach Südtirol statt, symbolisiert durch zwei Stühle und einen Koffer, mehr Requisiten kamen nicht zum Einsatz. Karl-Eugen, der eigentlich ein Nickerchen machen wollte, wurde durch die steten Kommentare und Fragen seiner Frau davon abgehalten. „Sei etz doch it so wunderfitzig“, wies der Ehemann grantig seine Käthe zurecht. „I be it wunderfitzig, ich habe einen erhöhten Informationsbedarf. Nur wer Informationen hat, kann die Zusammenhänge erkennen“, entgegnete diese schlagfertig. So reihte sich Stichelei an Stichelei und dass dabei manche Witze bekannt waren, bleibt nicht aus.

„Dia send doch gottesglatt, ich könnt' mich wegwerfen vor lauter Lachen“, sagte Marion Maier aus Ochsenhausen in der Pause. Ihr Begleiter ergänzte, dass er aber froh sei, keinen Platz in der ersten Reihe zu haben. Dort sitzt eine Gruppe aus Tannweiler, die sich gerne mit einbeziehen lässt, wenn sie etwa mit einem „Gell, so ist es bei Euch doch auch?“ zu einem Statement herausgefordert werden.

Danach wechselte die Szenerie und das Ehepaar begab sich auf eine Bergwanderung. Diese gipfelte in Tanzversuche zu Trottelfox und Lady Pump. Nach vergeblichen Versuchen, seine Frau ans Publikum zu verkaufen, versprach der gestresste Tanzpartner sogar, dass sein Schatzi am Sonntag mit dem Auto fahren dürfe, um nur ja die schweißtreibende Tanzaktion zu beenden. Das begeisterte Publikum entließ das Ehepaar erst nach zwei Zugaben. Mit dem Auftrag „Und ihr Männer lasset euch von eure Weiber jo it unterkriegen“, verabschiedete sich Karl-Eugen und hatte somit doch noch das letzte Wort. „Hier in Aulendorf ist es wunderschön, ihr habt eine total tolle Atmosphäre“, äußert sich Ute Landenberger in der Garderobe.

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