Sanierung des Mühlbachs wird teurer

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 Der Mühlbach (hier am Hexeneck) ist nur an wenigen Stellen sichtbar, zumeist verläuft er unterirdisch. In der Sitzung am Montag
Der Mühlbach (hier am Hexeneck) ist nur an wenigen Stellen sichtbar, zumeist verläuft er unterirdisch. In der Sitzung am Montag ging es um die Sanierung im Bereich des Schmiedgässles. (Foto: Archiv: Claudia Buchmüller)

Bei der angestrebten Sanierung des Mühlbachkanals im Bereich des Schmiedgässles muss die Stadt Aulendorf tiefer in die Tasche greifen als ursprünglich geplant. Wegen des maroden Zustands sind neue Sanierungsmethoden notwendig geworden, die nur von Spezialfirmen ausgeführt werden können und die Kosten auf rund 500 000 Euro in die Höhe treiben. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montag bekannt gegeben.

Ursprünglich eingeplant im städtischen Haushalt waren für 2017 insgesamt 315 000 Euro, die im Planungsprozess mittlerweile auf 410 000 Euro angestiegen waren. Nun haben sich die Kosten auf etwa eine halbe Million Euro erhöht. Im städtischen Vermögenshaushalt stehen insgesamt 625 000 Euro für die Mühlbachsanierung zur Verfügung. Zudem bekommt die Stadt Geld aus dem Ausgleichsstock: 100 000 Euro gibt es vom Land (die SZ berichtete).

Der Mühlbach ist im Schmiedgässle rund 5,80 Meter tief und geht im Gumpenweihergässle in ein Betonrohr über. Der Zustand der Mühlbachdole weist nach Untersuchen sehr starke Rohrbrüche, Risse und Deformationen auf. Geplant war ein Neubau des Schachts zum Teil in offener Bauweise sowie durch das Einsetzen eines neues Stahlbetonrohrs mittels Durchpressung. Der bestehende alte Kanal sollte zum Teil ausgebaut und mit Fließbeton verfüllt werden. Allerdings konnte die für eine Verlegung der Mühlbachverdohlung notwendige Zustimmung aller Grundstückseigentümer nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht erzielt werden. Rechtlich gilt eine Duldungspflicht für Anlieger jedoch nur für eine Sanierung des bestehenden Kanals.

Neue Variante wird teurer

Das beauftragte Ingenieurbüro Kapitel hat eine neue Variante erarbeitet, diese wurde in der Sitzung am Montag mitsamt Bildern des maroden Schachts vorgestellt. Demnach soll als Sanierung der Bestandsleitung ein statisch bemessener Inliner in den Mühlbachkanal eingezogen werden. Somit kann laut Planungen die angedachte Durchpressung ersetzt und ebenfalls ein 1000-jähriges Regenereignis (wie bei der davor geplanten Variante) bewältigt werden.

Ein Teilstück des Mühlbachs ab Gebäudehöhe Neue Gasse 6 muss bis zum Schmiedgässle in offener Bauweise erneuert werden. Auch die Erneuerung eines Abwasserschachts im Schmiedgässle, unter dem sich ein beschädigter verdeckter Mühlbachschacht befindet, ist laut Planungen notwendig. Die dafür erforderliche Baugrube wird aufgrund der Tiefe von rund sechs Metern in das angrenzende Privatgrundstück eingreifen. Wie es vonseiten der Stadtverwaltung heißt, bestehe bei Unterhaltungsmaßnahmen gemäß Wasserhaushaltsgesetz eine Duldungspflicht des Anliegers.

Die Gesamtkosten für die neue Variante mittels Inliner belaufen sich auf rund 500 000 Euro. Davon entfallen rund 290 000 Euro auf die Tiefbauarbeiten und rund 209 000 Euro auf den Inlinereinbau, für den es in der Bundesrepublik nach Angaben von Christoph Kapitel nur zwei Spezialfirmen gebe. In den Gesamtkosten inbegriffen sind Sanierungsarbeiten an der maroden Stützmauer in Höhe von 35 000 Euro. Die Stadtverwaltung will Gespräche mit Eigentümern hinsichtlich einer Kostenbeteiligung führen.

CDU-Stadtrat Konrad Zimmermann hielt die neue Variante für eine „gute Möglichkeit“, die auch langlebig sei. Er fragte nach, ob noch vor Jahresende die Ausschreibung erfolgen könne, was Bürgermeister Matthias Burth als nicht sehr wahrscheinlich bezeichnete. Laut Burth könne etwa im Februar der Vergabebeschluss erfolgen, bei einer Bauzeit von drei bis vier Monaten seien die Bauarbeiten dann im Herbst 2019 abgeschlossen.

Pascal Friedrich (SPD) wollte wissen, ob das neue Verfahren schon erprobt sei und damit eine Dauerhaftigkeit gewährleistet sei, was Ingenieur Kapitel bestätigte.

Das Gremium stimmte der neuen vorgestellten Sanierungsvariante einstimmig zu.

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