Rosen rühren Otterswanger Sänger

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 Die Kleinsten der Otterswanger Kindergartenkinder überreichten jedem Sänger des Liederkranzes eine Rose.
Die Kleinsten der Otterswanger Kindergartenkinder überreichten jedem Sänger des Liederkranzes eine Rose. (Foto: Franz Vogel)
Franz Vogel

In zwei gut besuchten festlichen Veranstaltungen haben die Otterswanger Sänger ihr 100-jährigen Bestehens gefeiert – und mit ihnen das ganze Dorf und Gäste aus der näheren Umgebung.

Zum samstäglichen Festabend hatten sich in der von Chor-Ehefrauen festlich geschmückten Otterswanger Mehrzweckhalle die Repräsentanten des Dorfes von früher und heute, zahlreiche Vertreter aus der Männergesangsszene und viele Dorfbewohner eingefunden. Josef Zeller führte routiniert und engagiert durch das mehr als fünfstündige Programm.

Liederkranzvorsitzender Thomas Braun zeigte sich stolz anlässlich der in der Vorbereitung auf das Festgeschehen vollbrachten Leistungen. Nur im Zusammenklang vieler beteiligter Helfer käme ein solches Ergebnis zutage. Vor allem erwähnte er das umfassende Engagement des stellvertretenden Vorsitzenden Paul Eisele und des Schriftführers Andreas Kuhm.

Bereits der erste Programmpunkt mit dem Auftritt der Otterswanger Kindergartenkinder setzte den ersten Maßstab für einen gelungenen Abend. Geradezu gerührt zeigten sich die Sänger des Chores, als jeder von den Kleinsten eine Rose überreicht bekam. In komplett anderer Weise, jedoch nicht weniger beeindruckend, erwies sich der musikalische Auftritt der Jugendgemeinschaft Otterswang, deren selbst getextete Lieder sehr viel Kreativität und Sympathie für den Jubilar ausdrückten. Verstärkt durch den Kirchenchor aus Ebersbach gab der einheimische Kirchenchor frische Lieder zum Besten, hatte doch ihr Dirigent Arthur Kolb jun. jahrzehntelang den Jubiläumschor als dessen Leiter begleitet.

Ansprachen von Pfarrer Nicki Schaepen, Bürgermeister Achim Deinet, Ortsvorsteherin Danielle Schäfer und Chormitglied Franz Vogel unterbrachen die musikalischen Darbietungen. Alle Redner äußerten sich voll Respekt und Anerkennung über die Leistungen der Verantwortlichen bei der Gründung 1919 und der Wiederaufnahme 1952. Als Abschluss des Gratulationsreigens überreichte der Präsident des Oberschwäbischen Chorverbands Achim W. Schwörer die Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbands.

Der anschließende Teil des Abendprogramms widmete sich ausschließlich dem Chorgesang und stand unter dem Zeichen der Freundschaft mit dem Patenchor „Sängerbund“ aus Aulendorf. Deren musikalischen Leiter, Benno Günther, kennt man in Otterswang als treues Chormitglied des Liederkranzes. Mit dem Gefangenenchor aus Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“, dem fast brachialen Männerchorstück „Von der Traube in die Tonne“ und dem Jägerchor aus Carl Maria Webers „Freischütz“, aufgeführt als gemeinsamer Chor, geleitet von Ilie Sicoe, fand der musikalische Abend seinen würdigen Abschluss. Zur Unterhaltung der Gäste bot noch bis kurz vor Mitternacht die Musikkapelle Otterswang flotte Weisen.

Brechend voll zeigte sich die Halle am Sonntagnachmittag, als verschiedene Chorformationen ein Zeugnis ihrer Arbeit und ihres Könnens boten. Ob es der temperamentvoll geleitete gemischte Chor aus Reichenbach-Sattenbeuren, der Liederkranz Renhardsweiler mit seinem launigen Moderator oder der Männergesangverein Steinhausen-Muttensweiler mit seinen fulminanten Vorführungen war – es wurde zu keiner Sekunde langweilig für die Zuhörer im Saal, sie wurden bestens unterhalten. Besondere Sympathien erwarb sich der ebenfalls von Ilie Sicoe geleitete „Neue Chor“ aus Bad Schussenried, der, obwohl nur 13-köpfig, über ein breites Spektrum von unterschiedlichem Liedgut verfügt, das der Chor hoch diszipliniert und ausgefeilt darbot.

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