Radweg bei Tannhausen könnte 1,3 Millionen Euro kosten

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Der Ortschaftsrat Tannhausen befasst sich am Dienstag, 16. Oktober, ab 20 Uhr in öffentlicher Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus mit der Radwegplanung.

Kein grundsätzliches Nein, aber auch keine Entscheidung – dafür Bedenken ob der hohen Kosten und Kritik wegen verbleibender Lücken im Radwegenetz: Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat die Entscheidung über den Bau eines Radwegs zwischen Tannhausen und Haslach vertagt. Damit ist weiterhin unklar, wie ein möglicher Radweg verlaufen soll – stattdessen diskutierte der Ausschuss grundsätzlich über Sinnhaftigkeit des Unterfangens.

Eigentlich hätte der Ausschuss für Umwelt und Technik am Mittwochabend grundsätzlich über den Radweg entscheiden und sich zwischen den im Raum stehenden möglichen Streckenverläufen entscheiden sollen, um dem Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss zu empfehlen. Dazu hatte Bürgermeister Matthias Burth die Kosten für die verschiedenen Varianten vorgestellt.

Ausbau von Wirtschaftswegen ist teurer

Der Neubau eines Radwegs entlang der Kreisstraße 8034 – diese Variante befürwortete zuletzt auch der Ortschaftsrat Tannhausen – würde voraussichtlich knapp 1,3 Millionen Euro kosten. Die nach Abzug einer möglichen Landesförderung verbliebenen Kosten hätten sich der Landkreis Ravensburg und die Stadt zu teilen – jeweils eine knappe halbe Million Euro. Ein alternativer Streckenverlauf würde von Haslach nach Geblisberg und über Tiergarten zur Radwegunterführung bei Tannhausen führen. Die ermittelten Baukosten liegen mit guten 1,3 Millionen Euro nur etwas höher als für die erste Variante. Allerdings würde diese zweite Variante mit weniger Geld vom Land bezuschusst und die Stadt müsste mehr Geld als der Kreis in die Hand nehmen, um die betroffenen Wirtschaftswege auf drei Meter auszubauen. Der Kreis bezahlt lediglich bei Radwegbreiten von 2,50 Meter Breite mit. Damit müsste die Stadt für diese Variante knapp 630 000 Euro in die Hand nehmen.

„Wer soll diesen Radweg nutzen“, fragte Bürgermeister Matthias Burth, eröffnete die Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Investition in Anbetracht von Kosten, „die im Lauf der Planung sicher mehr werden“ und stellte zur Debatte, ob die bestehenden Wirtschaftswege denn nicht doch ausreichen würden.„Für mich macht die Maßnahme keinen Sinn, wenn sie in Haslach im Nirwana endet“, brachte SPD-Rat Pascal Friedrich noch einen weiteren Aspekt ins Spiel. Hintergrund ist, dass die Anbindung ans Radwegenetz in Haslach weder in Richtung Michelwinnaden noch in Richtung Laimbach, wo an der Abzweigung Spiegler ein Radweg aus dem Kreis Biberach ankommt, gesichert ist. In beiden Fällen müssten entlang der L 275 Radwege gebaut werden, um die Netzlücke zu schließen. Zuständig ist – unter Kostenbeteiligung von Stadt oder Kreis – das Land. Beide Projekte sind derzeit nicht zur Umsetzung vorgesehen. Das Teilstück Richtung Michelwinnaden ist in der Radwegnetzkonzeption nicht hoch priorisiert, das Teilstück Richtung Laimbach ist nicht einmal darin aufgeführt.

Von „unverhältnismäßig“ viel Geld sprach CDU-Rat Konrad Zimmermann, die „grünen Planwege“ seien gut nutzbar. „Es ist ein Haufen Geld“, befand auch der Tannhausener Franz Thurn (BUS), wenn das Land von Laimbach her nichts machen wolle, mache es keinen Sinn. Sichtlich schwer ob der hohen Kosten tat sich auch Fahrradfreund Pierre Groll (BUS). Die ganze Entwicklung in der Gesellschaft sei fahrradunfreundlich, und er als Lösung sollten nun teure Radwege gebaut werden, dabei ließe sich mit Tempo70 auf der K 8034 eine halbe Million Euro sparen. Wenn das nicht möglich sei, sei er eben doch für den Radweg.

Kreis soll sich zur Problematik äußern

Letztlich war es Friedrich, der sich mit der Situation so nicht abfinden wollte und vorschlug, die Problematik an der Kreis zurückzuspielen. Einstimmig beauftragte der AUT daher die Verwaltung, das Landratsamt aufzufordern, zu prüfen, ob und bis wann der Lückenschluss nach Laimbach und Michelwinnaden umgesetzt werden könne, um die Wirksamkeit des Radwegs entlang der K 8034 und einen vollständigen Lückenschluss herzustellen.

Der Ortschaftsrat Tannhausen befasst sich am Dienstag, 16. Oktober, ab 20 Uhr in öffentlicher Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus mit der Radwegplanung.

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