Polizei: Jeder zweite Jugendliche kennt ein Opfer von Cybermobbing

Lesedauer: 3 Min
 Die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche waren Thema bei dem Informationsabend.
Die Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche waren Thema bei dem Informationsabend. (Foto: epd/Stefan Arend)
Schwäbische Zeitung

In der Mehrzweckhalle des Studienkollegs St. Johann Blönried hat am Dienstag ein Informationsabend für die Eltern der Sechstklässler zu den Themenbereichen Cybermobbing, Sexting, Grooming, Gewaltvideos und dem Recht am eigenen Bild stattgefunden. Keine leichte Kost, aber wichtige Themen in der Medienerziehung, wie das Studienkolleg in einer Pressemitteilung schreibt.

„Jeder zweite Jugendliche kennt ein Opfer von Cybermobbing“, klärt Polizeihauptmeister Gerhard Messer seine Zuhörer, rund 40 Väter, Mütter und Lehrer auf. „Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder, schaffen Sie ein gutes Vertrauensverhältnis – auch wenn’s in der Pubertät manchmal schwierig ist – und reden Sie offen mit Ihren Kindern“, lautet die direkte Aufforderung des Polizisten an die Eltern.

Digitale Gewalt auf sozialen Netzwerken

In anschaulichen, weil authentischen Beispielen schilderte er derzeit häufig vorkommende Arten von digitaler Gewalt: Beleidigungen auf sozialen Netzwerken oder über Messenger, Bedrohungen oder Belästigungen im Internet oder in Handychats. Typische Verhaltensmuster wurden aufgezeigt und hilfreiche Tipps gegeben.

 Polizeihauptkommissar Gerhard Messer klärte die Eltern der Sechstklässler am Studienkolleg St. Johann in Blönried über die Gefa
Polizeihauptkommissar Gerhard Messer klärte die Eltern der Sechstklässler am Studienkolleg St. Johann in Blönried über die Gefahren von Cybermobbing auf. (Foto: Studienkolleg St. Johann)

Eltern würden oftmals viel zu spät davon erfahren, was sich in den Smartphones ihrer Kinder abspielt. „Seien Sie mutig, springen Sie über Ihren Schatten und lassen Sie sich von Ihrem Kind den Chatverlauf auf dem Smartphone zeigen. Schauen Sie das miteinander an – Sie bestimmen das Smartphone und nicht umgekehrt“, so Messer. Und wer eine Straftat beobachte, solle sofort Strafanzeige stellen.

Sexting: Gefahr für Kinderpsyche

Gerade im Falle von Sexting – gemeint sind anzügliche Fotos, die Jugendliche von sich machen und im Netz an Freunde oder vermeintliche Freunde verschicken – seien die Folgen für die Kinderpsyche oft kaum zu verkraften. Wer sich aus Scham nicht an die örtliche Polizeidienststelle wenden wolle, wenn Unterstützung gebraucht werde, könne sich an jede beliebige Dienststelle in Deutschland wenden, die in solchen Fällen immer zuständig sei. Hilfe gebe es unter anderem auch über die Adresse: www.polizei-beratung.de.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Brigitte Fischer von der Volksbank-Altshausen-Stiftung, die seit 2015 neben zahlreichen Einzelprojekten mehr als 20 Dauerprojekte in der Region im Bereich Jugend und Bildung betreue. Unter anderem beim jährlichen Malwettbewerb am Studienkolleg oder mit der Teilnahme an der alle zwei Jahre in Blönried statt findenden Berufsmesse.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen