Picknick im Park ist zu Ende

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Leerer Park, leere Bühne: Das Picknick im Park am Sonntag wurde kurzfristig abgesagt.
Leerer Park, leere Bühne: Das Picknick im Park am Sonntag wurde kurzfristig abgesagt. (Foto: Dietmar Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

Wenn man an vier Wochenenden hintereinander eine Veranstaltungsreihe anbietet, dann muss man auch damit rechnen, dass einem das Wetter einmal einen Strich durch die Rechnung macht, resümiert Robert Huber am Montagvormittag. Huber ist zusammen mit Florian Angele für die Organisation des Picknicks im Park verantwortlich. Beide hat die „Schwäbische Zeitung“ gebeten, ein Resümee zur diesjährigen Kulturreihe zu ziehen, auch wenn die letzte Veranstaltung am vergangenen Sonntag witterungsbedingt nicht mehr stattfinden konnte.

Kurz vor 18 Uhr ging über Aulendorf ein Wolkenbruch nieder und im Park stand einsam und verlassen die Bühne. Die meisten Fans von Picknick im Park waren über Facebook und WhatsApp bereits darüber informiert, dass die Veranstaltung ersatzlos ausfällt. „Eigentlich sind wir schon regenresistent“, erklärt Angele und verweist dabei auf den kurzen Wolkenbruch während des Auftritts des Manfred Fuchs Trios am 15. Juli, „aber dieses Mal waren die Wetterprognosen total übel“. Angesichts der großen Besetzung von „ND Fari“ hätte ein Ausweichen in die Sudhalle aufgrund der schwierigen Akustik wenig Sinn gemacht, ergänzt Huber.

Bereits im zweiten Jahr haben Huber und Angele diese Kulturreihe auf die Beine gestellt. War es 2017 noch die Förderung durch den OEW-Kultursommer des Landkreis Ravensburg, die die beiden dazu ermutigte, mit dem Kleinkunstzuchtverein Aulendorf an vier Juliwochenende zum Kulturpicknick einzuladen, so mussten sich die Organisatoren dieses Jahr nicht nur um ein ausgewogenes Programm, sondern auch um eine solide Finanzierung kümmern. Angele ist sichtlich froh, dass sowohl die Stadt Aulendorf, wie auch die Bürgerstiftung hier finanziell unter die Arme greifen. „Eine wichtige Unterstützung haben wir aber auch von Heiner Schupp erhalten, der uns die Bühnentechnik umsonst hingestellt hat“ ergänzt Huber. Da die Veranstaltung kostenlos ist und als einzige Einnahmequelle Spenden und Getränkeverkauf hat, läuft ohne Zuschüsse und Sponsoren nichts.

Beide möchten die Veranstaltungsreihe gerne auch im kommenden Jahr auf die Beine stellen, aber es gibt noch Punkte zu klären. Neben der Programmzusammenstellung gilt es für die dritte Auflage 2019 auch eine belastbare Finanzierung sicher zu stellen. Bei der Künstlerauswahl achten Angele und Huber auf eine Ausgewogenheit. „Uns liegt es am Herzen, dass für jeden etwas dabei ist“, erklärt Huber das breite Spektrum, das von Ska über HipHop bis zur Blasmusik reicht und mit verschiedene Kabarettformationen ergänzt wird. Dazu gehört auch „Z´ammebraut´s mit Flo und Gästen“, ein Improvisationskabarett, bei dem der Veranstalter selber auf der Bühne stand. Für Angele natürlich ein Höhepunkt, aber auch die „Heischeida“ mit ihrem bayrischen Mundartkabarett sind ihm in nachhaltiger Erinnerung geblieben.

Die Familienfreundlichkeit von Picknick im Park trägt natürlich mit dazu bei, dass jeden Sonntag laut Veranstalter zwischen drei und vierhundert Besucher gezählt werden konnten. „Bei welchen Konzertveranstaltungen kann man sonst die Kinder mitnehmen“, fragt Angele und weist gleichzeitig auf ein Alleinstellungsmerkmal des Picknicks hin, zu dem auch der eigene Picknickkorb mit Speisen und Getränken mitgebracht werden konnte.

„Es war natürlich super, aber es war auch ein mords Ritt, es macht schon Spaß, sonst würden wir das nicht machen“, so die Kurzzusammenfassung von Angele und für Huber war es einfach nur „Schee“.

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