Neuer Name für Flüchtlingssozialarbeit

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Bei „Familienzentrum“ denkt man oft zunächst an Krabbelgruppe. In Aulendorf werden aber auch Senioren als Zielgruppe für den Ho
Bei „Familienzentrum“ denkt man oft zunächst an Krabbelgruppe. In Aulendorf werden aber auch Senioren als Zielgruppe für den Hofgartentreff genannt. (Foto: Archiv/Kai Lohwasser)
Schwäbische Zeitung

Zum Ende dieses Jahres läuft die vom Landkreis finanzierte Flüchtlingssozialarbeit aus. In Aulendorf hat diese bislang die Caritas Bodensee-Oberschwaben übernommen. Mittlerweile ist klar: Sie wird sich auch darüber hinaus um die Geflüchteten in Aulendorf kümmern und ab Januar mit dem Integrationsmanagement starten. Vom Tisch ist indes die Förderung aus dem Wettbewerb „Quartier 2020“, über den die Stadt im zukünftigen Familien- und Integrationszentrum vor allem die Angebote für Senioren finanzieren wollte.

Los geht es zum 1. Januar zunächst mit dem Integrationsmanagement. „Wir wollen einen nahtlosen Übergang sicherstellen“, erklärt Stefan Fischer, Leiter des Caritas-Dienstes Familienhilfen und Migration, und meint damit auch die Personalsituation. Standortverantwortlicher werde Fabian Doser, der bereits jetzt eine halbe Stelle der Flüchtlingssozialarbeit in Aulendorf innehat. Insgesamt wird der Stellenumfang aufgestockt – von bislang insgesamt 110 Prozent auf zwei Vollzeitstellen.

Stadt zahlt nur zwei Jahre fürs Integrationszentrum

Vorläufig bleiben die Flüchtlingssozialarbeiter dabei auch in ihrem Büro im ersten Stock des ehemaligen Alten- und Pflegeheims bis das Erdgeschoss zum Hofgartentreff umgebaut ist. Das wird noch etwas Zeit benötigen, die Stadt arbeitet derzeit auf eine Baugenehmigung hin und will sich zeitnah mit der Caritas abstimmen. Fischer hofft, dass der Hofgartentreff im Frühjahr öffnen kann.

Fragen gibt es auch noch im Zusammenhang mit der Finanzierung. Rund eine Million Euro wird das Projekt in den kommenden drei Jahren samt Umbau der Räumlichkeiten im ehemaligen Alten- und Pflegeheim kosten. An der Finanzierung wirken neben der Stadt, dem Land über den „Pakt für Integration“ und der Caritas verschiedene andere Stellen mit (SZ berichtete); auch der Helferkreis Aulendorf beteiligt sich mit jährlich 500 Euro. Für den laufenden Betrieb speziell des Integrationszentrums stellt die Stadt jährlich 13 340 Euro bereit. Dabei geht sie in diesem Bereich von einem Projektzeitraum von zwei Jahren aus, für das Familienzentrum von drei Jahren.

Kein Geld für Senioren aus „Quartier 2020“

„Der unterschiedliche Projektzeitraum resultiert daher, dass der ,Pakt für Integration’ nur die Mittel für zwei Jahre vorsieht. Das Land Baden-Württemberg war bisher nicht bereit hier einen längeren Zeitraum zu finanzieren“, erklärt Bürgermeister Matthias Burth und rechnet mit weiteren Gesprächen zwischen Land und den kommunalen Spitzenverbänden. Wenn sich das Land nach zwei Jahren nicht weiter an den Integrationskosten beteiligt, wird es nach Einschätzung Burths „ein Integrationsmanagement in dieser Form nicht weiter geben können“. Das gelte es dann zu gegebener Zeit mit den Beteiligten zu diskutieren. Caritas-Mitarbeiter Fischer rechnet indes damit, dass die Integrationsaufgaben in zwei Jahren noch nicht abgeschlossen sein werden und hofft auf ein Folgeprogramm des Landes.

Das Konzept der Caritas für den Hofgartentreff sieht auch Angebote für ältere Menschen vor. Die Stadt hatte in diesem Zusammenhang versucht, Gelder aus dem Quartierswettbewerb „Quartier 2020“ des Landesministeriums für Soziales und Integration einzuwerben. 83 000 Euro hatte sie sich erhofft, um die Themen „Pflege und Unterstützung im Alter“ sowie Ehrenamt und Bürgerbeteiligung mit einer personellen Aufstockung angehen zu können. Auch ein Teil der Umbaukosten sollte damit abgedeckt werden. Mittlerweile steht fest, die Stadt bekommt keine Förderung aus dem „Quartier 2020“. Auswirkungen auf die Inklusion von Senioren wird das laut Bürgermeister Burth nicht haben.

Wie aus der Konzeption des Familienzentrums zu entnehmen sei „spielen Senioren eine wichtige Rolle. Daran hat sich nichts verändert“. Noch steht nicht genau fest, welche Angebote für ältere Menschen es im Hofgartentreff geben wird. Die Caritas will das Thema Pflege dort verorten, etwa mit einer Zuhause-Leben-Stelle, aber auch der Stadtseniorenrat könnte dort ein zuhause finden.

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