Martin Rebmann und Stadtkapelle Aulendorf gestalten brillantes Neujahrskonzert

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 Dirigent Martin Rebmann und die Stadtkapelle Aulendorf beim traditionellen Neujahrskonzert
Dirigent Martin Rebmann und die Stadtkapelle Aulendorf beim traditionellen Neujahrskonzert (Foto: Monika Fischer)

Selten war der Ansturm zum traditionellen Neujahrskonzert der Stadtkapelle so groß gewesen wie am vergangenen Montag. Bereits 30 Minuten vor Beginn mussten sich die Besucher einer Warteschlange anschließen, die bis weit außerhalb der Stadthalle reichte. Ein Beweis für das Renommee, das die Kapelle bei den Aulendorfer Blasmusikfreunden genießt.

Auf welch erstaunlichem Niveau die Ensemblemitglieder auch unter ihrem neuen Dirigenten Martin Rebmann musizieren, belegte das Konzertprogramm, das dem Publikum über zwei Stunden lang hochkarätigen Musikgenuss bot. Bereits zum Programmauftakt gab es ein Sahnestückchen, den Konzertmarsch „Land of Hope and Glory“, aus dem Zyklus „Pomp and Circumstance“ des Briten Edward Elgar, den sich König Edward VII für seine Krönungsfeierlichkeiten wünschte.

Den absoluten Kontrast dazu bot das zweite Stück „Inchon“ von Robert W. Smith. Der Komponist hatte hier auf beklemmende Weise einen Fliegerangriff während des Koreakriegs vertont. Schauplatz ist ein Strandidyll mit rauschendem Wellengang, dessen Sound die Riege der Schlagzeuger mittels einer Wellentrommel erzeugten. Auf ihrer Altflöte zauberte Johanna Steinwandel eine fernöstliche Atmosphäre, die plötzlich von Flugzeuglärm, peitschendem Gewehrfeuer und einer ins Unerträgliche steigenden Klang-Wucht überlagert wurde. Am Ende des Stücks kehrten Wellengang und Flötentöne zurück, gepaart mit einer fühlbaren Leere: Ein grandioses Werk – grandios musiziert von den Mitgliedern der Stadtkapelle, die dafür Beifall und erste Bravorufe erhielten. Die „Große Suite über Winnetou“ beschloss den ersten Konzertteil und brachte stimmungsvolle wie dramatische Klanggemälde, die den Held vieler Kindheitsträume und dessen Lebensraum umschrieben. Das berühmte Winnetou-Thema intonierte der Aulendorfer Musiker Daniel Unger, der sich hierbei als Genie auf der Mundharmonika erwies.

Nach dem Ende der Pause griff Bürgermeister Burth zum Mikrofon. Er verband seine Neujahrsgrüße mit dem Wunsch, Aulendorfs Bürger mögen dabei mithelfen, das Leben in der Stadt zu verbessern. Und er beschwor sie, sich als Kandidaten bei der kommenden Gemeinderatswahl zur Verfügung zu stellen. Die Stadtkapelle und ihren Dirigenten beglückwünschte er zu ihrem hohen Leistungsniveau, das sie zu hervorragenden Botschaftern der Gemeinde mache.

Der zweite Programmteil begann mit einem musikalischen Sketch, einer Achterbahnfahrt, bei der sich die Akteure nicht nur musikalisch ins Zeug, sondern bei angedeuteten Loopings auch auf die rechte oder linke Seite legten. Einer Hommage an Freddy Mercury mit „Don’t stop me now“, folgte George Gershwins „Rhapsody in Blue“, die Pop, Jazz und Elemente der klassischen Musik auf geniale Weise verbindet. Eingeleitet wurde sie durch ein von Stefan Eppler brillant geblasenes Klarinettensolo, an das sich ein Feuerwerk von Tonkaskaden schloss.

Vor dem Schlussstück, einer „Dschungelfantasie“ von Nahiro Iwai, richtete der Vorsitzende der Stadtkapelle, Werner Leser, seinen Dank an das Publikum wie an die Musiker. Für Martin Rebmann gab es zum Einstand ein Blumengebinde, ein zweiter Strauß ging an Katja Kümmerle als Organisatorin des Blumenschmucks. Dem Moderator des Abends, Martin Gallasch überreichte Werner Leser ein Fläschchen „Feuerwasser“. Beim Finale griffen die Orchestermitglieder nochmals in die Vollen und zauberten eine Dschungelatmosphäre voll Schwung und Farbe. Big Band Sound, bei dem die Melodie von Register zu Register hüpfte, wechselte mit heißen südamerikanischen Rhythmen. Klar, dass auf dieses letzte Highlight nachdrückliche Zugabe-Rufe folgten, die natürlich beschieden wurden: Zuerst gab es die heitere „Petersburger Schlittenfahrt“, gefolgt von dem schmissigen Marsch „Ewige Freunde“, einem Leib- und Magenstück der Stadtkapelle.

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