Mahlweiher bereitet Fischern große Sorgen

Lesedauer: 3 Min
Gewässerwart Michael Schoch vom Fischer- und Naturschutzverein Aulendorf entnimmt dem Mahlweiher eine Wasserprobe.
Gewässerwart Michael Schoch vom Fischer- und Naturschutzverein Aulendorf entnimmt dem Mahlweiher eine Wasserprobe. (Foto: cbm)
Claudia Buchmüller

Ein Blick auf den Mahlweiher am Mittwochabend zeigt nur noch wenig freie Wasserfläche, dafür Seerosen ohne Ende; im hinteren Teil des Sees bilden diese bereits eine geschlossene Decke. „Der übermäßige Seerosenbewuchs verhindert die natürliche Umwälzung durch Wind und Wellen, was zur Verminderung des Sauerstoffgehaltes im Wasser führt“, erklärte Michael Schoch, Gewässerwart des Fischer- und Naturschutzvereins Aulendorf, der „Schwäbischen Zeitung“. Die Blätter würden tagsüber zwar für Schatten sorgen, dafür aber nachts dem Wasser Sauerstoff entziehen, ergänzte der Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Kaiser.

Die Beiden sind sehr besorgt über den Zustand des Weihers, weshalb der Gewässerwart beinahe täglich Wasserproben entnimmt und neben dem Sauerstoffgehalt auch die Nitrat- und Phosphatwerte misst. Dabei schweifen seine Blicke konzentriert über die Wasserfläche, stets auf der Suche nach Fischen, die nach oben kommen und Luft schnappen. Dies wäre der Anfang vom Ende und ein untrügliches Zeichen für ein bevorstehendes Kippen des Gewässers, was ein dramatisches Fischsterben mit sich bringen würde. Sobald er nach Luft schnappende Fische entdecke, würde der Verein die Stadtverwaltung informieren.

Auf die Frage der SZ, warum denn die Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk bei den derzeitigen Wetterverhältnissen nicht, wie andernorts üblich, mit Frischwasserzufuhr diesem drohenden Ereignis zuvorkomme, schauen sich die zwei an und antworten unisono: „Das ist leider eine finanzielle Frage. Wir sind ein kleiner Verein und verfügen nicht über entsprechende Mittel.“ Erschwerend käme hinzu, dass das Gewässer in privatem Besitz und die Stadt deshalb nicht in der Verantwortung sei. Momentan hoffen sie deshalb auf einen Wetterumschwung, der Regen und Wind mit sich bringt, was das drohende Szenario verhindern könnte.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang, das absolute Fütterungsverbot von Fischen und Enten zu beachten, welches die Wasserqualität zusätzlich vermindere. „Werft kein Brot und auch keine Spätzle oder anderweitige Essensreste ins Wasser“, ist die dringende Bitte an die Bevölkerung, „das ist absolutes Gift für die Tiere und den Weiher“.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen