Kita-Öffnungen: Aulendorfer Eltern können etwas aufatmen

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Noch sind die Gänge des städtischen Kindergartens „Villa Wirbelwind“ relativ leer. Das Abstandsgebot der ab Montag geltenden Reg
Noch sind die Gänge des städtischen Kindergartens „Villa Wirbelwind“ relativ leer. Das Abstandsgebot der ab Montag geltenden Regelungen ist schon jetzt nicht zu übersehen. (Foto: Julia Kramer)

Es ist kleines Aufatmen für Aulendorfs Eltern: Die Kindergärten werden am Montag erweitert geöffnet. Viele Aulendorfer Eltern, insbesondere Mütter, berichteten jüngst, dass sie mittlerweile mit Homeoffice, Haushalt und Kinderbetreuung regelrecht „am Anschlag“ seien. Daher Doch wie wird die Corona-Verordnung tatsächlich in der Praxis umgesetzt? Welche Kinder können zu welchen Zeiten in Betreuung gegeben werden?

In einer Pressemitteilung teilt die Aulendorfer Stadtverwaltung neben strengen Hygiene-und Abstandsregeln mit, dass aufgrund der erweiterten Notbetreuung, welche die Kinderhäuser schon nahezu auslasteten, je nach verbleibender Kapazität der Einrichtungen meist nur die Vorschulkinder an einem oder mehreren Vormittagen pro Woche ihre Einrichtung besuchen könnten. Jüngere entweder gar nicht oder beispielsweise im zweiwöchigen Turnus.

Gruppen auseinanderzurren und neue Bezugserzieherinnen zuweisen

„Meine Kolleginnen und ich sind sehr unglücklich mit der neuen Situation und hätten uns vieles ganz anders gewünscht im Hinblick darauf, die gesamte Elternschaft etwas entlasten zu können“, berichtet Margot Schwald, Leiterin des städtischen Kinderhauses „Villa Wirbelwind“. So müsste ihr Team jahrelang bestehende Gruppen auseinanderzurren, Kinder teilweise neuen Bezugserzieherinnen zuweisen und könnte auch auf enge Freundschaften unter den Kindern oft keine Rücksicht nehmen, vor allem jedoch den meisten Eltern nicht gerecht werden.

„Wir hatten uns im Vorfeld schon richtig tolle Konzepte zur Umsetzung überlegt, die können wir jetzt geradezu vergessen. Die neue Verordnung lässt uns dahingehend kaum Spielraum, im Fokus steht jetzt ganz klar nicht mehr die Pädagogik, sondern nur noch die Corona-Verordnung. Es tut uns so leid für die Kinder, die sich aufgrund von ebenfalls strikt getrennten ,Gartenzeiten’ nur noch durchs Fenster sehen können, da wird sicherlich die ein oder andere Träne fließen.“

„Irgendwann müssen grundlegende politische Entscheidungen getroffen werden“

So setzten Margot Schwald und ihre Aulendorfer Kolleginnen nun viele Hoffnungen in die nächste Corona-Verordnung, die in etwa zwei Wochen herausgegeben werden soll. „In dieser Form kann das nicht ewig so weitergehen, irgendwann müssen grundlegende politische Entscheidungen getroffen werden. Wir müssen befreundete Kinder morgens trennen, aber am Nachmittag spielen genau diese Kinder wieder miteinander, weil das ja mittlerweile wieder erlaubt ist. Das soll mal jemand den Kleinen erklären.“ Nichtsdestotrotz hätten sich viele Eltern jedoch als ungeheuer geduldig erwiesen, schließt Schwald.

So etwa auch Aulendorferin Anke Andrä, Mutter zweier Kinder im Alter von vier und sechs Jahren, welche den Kindergarten des kirchlichen Trägers St. Berta besuchen. Sie und ihr Mann würde beide arbeiten, hätten sich mittlerweile jedoch recht gut organisiert. „Vor allem unsere Große vermisst den Kindergarten und ihre Freunde aber schon sehr, deshalb freuen wir uns riesig, dass sie ab kommender Woche wieder gehen darf und somit auch die Chance hat, sich vom Kindergarten zu verabschieden, bevor es im September in die Schule geht.“

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