Kindergarten-Neubau kostet rund vier Millionen Euro

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 Der geplante Kindergarten-Neubau soll am Aulendorfer Schulzentrum entstehen. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Die Stadt re
Der geplante Kindergarten-Neubau soll am Aulendorfer Schulzentrum entstehen. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro und will Fördergelder beantragen. (Foto: Jan-Philipp Strobel)

Die Stadt Aulendorf hat massive Engpässe bei der Kinderbetreuung. Um genügend Plätze anbieten zu können, sollen ab Januar Container am Schulzentrum die Lage verbessern, bis ein neuer Kindergarten gebaut ist. Dieser soll ebenfalls am Schulzentrum (oberhalb des Lehrerparkplatzes) entstehen, wie der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Für den neuen Kindergarten rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro und will Fördergelder beantragen.

Bis 2025 wird Aulendorf immer mehr Kinder haben – und schon jetzt sind die Kindergartenplätze so knapp, dass nicht allen Kindern ein Platz angeboten werden kann (die SZ berichtete). Die Fläche am Schulzentrum sei „sehr gut geeignet“ für den dringend benötigten Neubau, auch bezüglich der Bring- und Abholsituation, führte Bürgermeister Matthias Burth erneut aus. Im Zuge des Spielplatzkonzepts sei zudem festgestellt worden, dass im dem Gebiet „Laurenbühl/Bändelstock“ ein Generationenwechsel stattgefunden habe und es sehr viele Kinder dort gebe.

Aus Sicht der Stadt fügt sich der angedachte Standort am Schulzentrum außerdem gut in die Verteilung der Kindergarten auf das Stadtgebiet ein. „Über eine Anbindung des neuen Baugebiets Buchwald an die Ebisweiler Straße wäre der Kindergartenstandort auch für Familien aus diesem Baugebiet gut zu erreichen“, teilte die Verwaltung mit. Mit der Schule sind laut Burth bereits Gespräche geführt worden und es gebe „keine Einwände“. Wie die SZ berichtete, gibt es jedoch Bedenken einiger Eltern bezüglich einer möglicherweise entstehenden Lärmproblematik an diesem Standort, da Kindergartenkinder und Schüler unterschiedlichen Tagesinhalte und Pflichten haben (Stichwort Ruhe für Klassenarbeiten oder Mittagsschlaf im Kindergarten zu Schulpausenzeiten).

In der Sitzung ging es nun jedoch vor allem um das Raumkonzept für den neuen Kindergarten mit vier Gruppen – davon zwei Ganztagsgruppen, eine Regelgruppe, eine Krippengruppe und eine Erweiterungsoption um eine Krippengruppe. Architektin Karin Dettmar aus Uhldingen am Bodensee stellte ihre Raumplanung in der Sitzung vor. Demnach soll es vier Gruppenräume mit jeweils 50 Quadratmetern und Nebenräume mit 20 Quadratmetern geben. Bei der Krippengruppe wird der Nebenraum als Schlafraum genutzt. Zudem sind zwei weitere Schlafräume für die beiden Ganztagsgruppen mit jeweils 20 Quadratmeter geplant. Ein Bewegungsraum mit 70 Quadratmetern (Dettmar: „Wichtig für Stadtkinder ohne Garten“) und drei Themenräume (für die intensivere Förderung beispielsweise von Kindern mit Migrationshintergrund) mit jeweils 30 und 15 Quadratmetern sind außerdem vorgesehen

Mit den weiteren benötigten Räumen und Flächen wie etwa Materialräume, Stuhllager, Garderobenbereich, Foyer mit Windfang, Schmutzschleuse und Kinderwagenabstellmöglichkeit, Elternzimmer, ein Außen-WC, Küche mit Kinderküche, Essräume, Wasch- und Trockenraum, Büro und Personal-Aufenthaltsräume sowie zwei Sanitärräume mit Wickelplatz und Dusche und barrierefreie Toilette summiert sich die benötigte Gesamtfläche für den Neubau auf rund 1400 Quadratmeter plus ein Außenspielbereich mit mindestens 1500 Quadratmetern Fläche.

Bereiche „zum Träumen und Zurückziehen“

Burth machte deutlich, dass sich in der Kinderbetreuung die Anforderungen an Räume und Gebäude in den vergangenen Jahrzehnten geändert hätten. So brauche es heutzutage „viel mehr kleine Räume für eine gezielte und individuelle Förderung“. Das bestätigte Architektin Dettmar: „Kinder wollen spielen – und zwar in Vollzeit mit Überstunden. Und sie wollen erkunden. Daher sollten Räume vielfältige sinnliche Erlebnisse bieten.“ Im Gegensatz zu früher gebe es nicht mehr die „Bastelecke“ oder „Malecke“, sondern separate kleine Räume für die unterschiedlichen Aktivitäten. Um das Gesehene und Erlebte zu verarbeiten, brauche es auch Bereiche „zum Träumen und Zurückziehen“.

Das Raumkonzept, das mit dem Landesverband katholischer Kindertagesstätten abgestimmt wurde und dessen vorgeschlagenen Mindestzimmergrößen sogar überschreitet, wurde vom Gremium durchweg positiv bewertet. Pierre Groll (BUS) und Konrad Zimmermann (CDU) bezeichneten das Raumprogramm jeweils als „sinnvolle Planung“, auch wenn der Flächenbedarf „sehr üppig“ sei (Zimmermann).

Da es für den Neubau einer Kindertagesstätte Förderprogramme des Bundes gibt, will die Stadt zeitnah Anträge stellen. Auch aus dem Ausgleichsstock des Landes zur Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden sei mit Geld zu rechnen, Burth geht von 1,5 Millionen Euro aus.

Das Gremium stimmte dem vorgestellten Raumprogramm und dem Standort am Schulzentrum bei einer Gegenstimme von Kurt Harsch (CDU) mehrheitlich zu. Da das städtische Grundstück „sehr anspruchsvoll“ (Pascal Friedrich, SPD) sei und trotz Hanglage eventuell auch ein zweigeschossiges Gebäude infrage komme, wurde für das Planverfahren ein Wettbewerb mit zehn Entwürfen beschlossen. Die Kosten dafür betragen rund 63 000 Euro.

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