Keine Querungshilfe in der Altshauser Straße

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In der Altshauser Straße in Aulendorf wird es weder eine Ampel noch eine Zebrastreifen oder eine Mittelinsel geben.
In der Altshauser Straße in Aulendorf wird es weder eine Ampel noch eine Zebrastreifen oder eine Mittelinsel geben. (Foto: Archiv: Paulina Stumm)

In der Althauser Straße wird es keine Querungshilfe geben, wie in den vergangenen Jahren immer wieder von Initiativen und Eltern gefordert. Zuletzt gab es dazu auch einen Quorums-Antrag des Bündnisses für Umwelt und Soziales (BUS) sowie von Schulleitung und Elternbeirat der Aulendorfer Grundschule. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung jedoch einstimmig dafür, die Planung nicht weiter zu verfolgen. Gründe waren vor allem zu hohe Kosten für eine „schlechte Lösung“.

Eigentlich wollte die Stadt Aulendorf eine Bedarfsampel in der Altshauser Straße errichten. Doch sowohl die Ampel als auch ein Fußgängerüberweg wurden vom Landratsamt (Verkehrsamt) als auch von Vertretern der Polizei nicht befürwortet (die SZ berichtete). Zuletzt wurde die Errichtung einer Bedarfsampel in der Verkehrsschau am 19. Dezember abgelehnt, da benötigte Mindestwerte nicht erreicht wurden. So lagen die ermittelten Fußgängerzahlen unter den erforderlichen mindestens 50 querenden Fußgängern pro Spitzenstunde. Auch die gemessene Anzahl der Autos lag weit unter dem benötigten Wert (mehr als 450 Kraftfahrzeuge).

Das Verkehrsamt begründete seine Ablehnung laut Stadtverwaltung damit, dass Ampeln und Fußgängerüberwege einen gegenteiligen Effekt erzeugen würden, wenn die Werte nicht eingehalten werden. Sprich: Außerhalb der Grenzwerte müsse damit gerechnet werden, dass Sicherheit für Fußgänger sinke und das Risiko steige. Bei wenig befahrenen Straßen steige die Gefahr, dass Ampeln bei Rot überquert würden. Zudem sei in der Altshauser Straße die Übersichtlichkeit (auch für Schulkinder) gegeben.

Eine Mittelinsel beziehungsweise eine sogenannte Querungshilfe ist laut Verkehrsamt auf wenig befahrenen Straße die bessere Option. Die geschätzten Kosten lägen bei rund 60 000 bis 70 000 Euro, erläuterte Bürgermeister Matthias Burth in der Sitzung.

SPD-Stadtrat Pascal Friedrich war nicht angetan von der Lösung: „Das ist unheimlich viel Geld für eine schlechte Lösung. Eine Querungshilfe täuscht Sicherheit nur vor. Der einzige Vorteil ist die bremsende Wirkung.“ Auch seiner Ansicht nach sei die Straße in beide Richtung weit einsehbar. „Die gute Lösung wäre eine Bedarfsampel gewesen, bei der man gezielt das Signal anfordert und dann über die Straße geht.“ Eine Mittelinsel bringe nicht die gewünschte Sicherheit im Verhältnis zu den Baukosten.

Dem schlossen sich auch Bürgermeister Burth, Konrad Zimmermann (CDU) und Pierre Groll (BUS) an. „Ein Zebrastreifen oder eine Ampel wären sinnvoll gewesen. Die Querungshilfe kostet zu viel Geld und ist die schlechtere Lösung“, sagte Groll.

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